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Simmertal/Hochstetten-Dhaun

Nostalgische Teddys statt Infos

Seit zehn Jahren gibt es die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Grund genug, um zu prüfen, wie sich die Gemeinden im Kirner Land im weltweit wohl wichtigsten Internet-Lexikon darstellen. Heute: die beiden größten Gemeinden der VG Kirn-Land, Simmertal und Hochstetten-Dhaun.

Simmertal/Hochstetten-Dhaun. Seit zehn Jahren gibt es die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Grund genug, um zu prüfen, wie sich die Gemeinden im Kirner Land im weltweit wohl wichtigsten Internet-Lexikon darstellen. Heute: die beiden größten Gemeinden der VG Kirn-Land, Simmertal und Hochstetten-Dhaun.

Der Eintrag von Hochstetten-Dhaun hat etwas, was man in der Wikipedia ansonsten kaum findet: Werbung. Und das schon seit 2004. Zu einer Zeit, als das Online-Lexikon selbst gerade dabei war, den Kinderschuhen zu entwachsen, wurde bereits mit dem Satz „Alljährlich findet um die Weihnachts- und Osterzeit ... eine Ausstellung statt. Neben Möbeln gibt es auch Idar-Obersteiner Schmuck, Floristik, nostalgische Teddies uvm. zu bewundern“ für ein Antikhaus geworben. Und auch unter der Rubrik „Weblink“, der möglichst neutrale weitere Informationen, idealerweise von der Gemeinde selbst, bieten soll, hat neben einem Verweis auf die Seiten der Verbandsgemeinde auch heute noch einen Link auf die Seite nahereise.de (heute: hunsrueck-nahereise.de), eine Seite des Rhein-Mosel-Verlags aus Zell.
Ansonsten gilt für den Hochstetten-Dhauner Eintrag das Gleiche wie für den Beitrag zu Simmertal in der Wikipedia. Er ist eher knapp gehalten. Wie schon bei der Beschreibung der gesamten Verbandsgemeinde Kirn-Land gilt auch bei diesen beiden Gemeinden: Die Beschreibung auf den Seiten der VG wäre, so sie leicht abgeändert und in verschiedene Abschnitte unterteilt würde, in vielen Bereichen um ein vielfaches informativer als das, was derzeit in der Wikipedia zu finden ist.
Die Simmertaler Geschichte wird zum Beispiel nur mit zwei kurzen Einträgen bedacht. Der ersten urkundlichen Erwähnung 841 und die Umbenennung von Simmern unter Dhaun in Simmertal bei der Eingemeindung in die VG 1971. Sehenswürdigkeiten, die Erwähnung des Gewerbegebiets am Simmerhammer: Fehlanzeige. Immerhin: Die Basisdaten scheinen korrekt. In der englischen Version besteht der Simmertaler Eintrag aus einem einzigen Satz, zudem wird noch auf die falsche Webadresse simmertal.de verwiesen – die gehört immer noch der Firma DomCollect aus der Schweiz. Die korrekte Adresse lautet bereits seit einiger Zeit www.gemeinde-sim mertal.de. Die ist aber auch nicht in der deutschsprachigen Wikipedia verzeichnet, dort ist nur der Link auf die VG zu finden.
In Hochstetten-Dhaun sieht's kaum besser aus. Immerhin: Alle Ortsteile sind erwähnt, die Geschichte der Gemeinde beginnt jedoch in der Wikipedia erst 1969, dem Jahr, in dem Hochstetten-Dhaun aus Hochstetten, Hochtädten, St. Johannisberg, Karlshof und Dhaun entstand. An Sehenswürdigkeiten sind Schloss Dhaun und die Stiftskirche St. Johannisberg aufgelistet, doch nur das Schloss hat einen eigenen Eintrag. Zur Stiftskirche erfährt man nichts außer dem Namen. Der englische Beitrag gleicht dem Simmertals: ein Satz. Nur wenige Fotos sind von beiden Gemeinden bei Wikipedia zu sehen. Für all jene, die weder Simmertal noch Hochstetten-Dhaun kennen, entsteht der Eindruck, dass es dort nur wenig Interessantes gebe. Was schade ist, weil es einfach nicht stimmt. Aber dann müssten sich die Wikipedia-Einträge schnell ändern. stb

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