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Kreis Bad Kreuznach

Neuer Aufgabenzuschnitt an Kreisspitze: Jugend und Finanzen an Dickes, Jobcenter und Gesundheit an Nies

Kreis Bad Kreuznach. Neue Chefin, neue Organisation: Das Hauptamt, das Kreisjugendamt, die Kämmerei, Bauen (mit den 23 vom Kreis getragenen Schulen) und Umwelt sind ab jetzt Sache von Landrätin Bettina Dickes (CDU).

Bis 2. April Wahlkampf-Kontrahenten, jetzt harmonisches Führungsduo: In der ersten Kreistagssitzung unter Leitung der neuen Landrätin Bettina Dickes  gab es keine Misstöne – zumindest nicht von den beiden Spitzen. Auch der Kreistag hielt sich bei der Premiere zurück.  Foto: Stefan Munzlinger
Bis 2. April Wahlkampf-Kontrahenten, jetzt harmonisches Führungsduo: In der ersten Kreistagssitzung unter Leitung der neuen Landrätin Bettina Dickes gab es keine Misstöne – zumindest nicht von den beiden Spitzen. Auch der Kreistag hielt sich bei der Premiere zurück.
Foto: Stefan Munzlinger

Erster Kreisbeigeordneter Hans-Dirk Nies (SPD), der das Sozialamt und die Abfallwirtschaft führt, hat jetzt auch die Themen Gesundheit und Jobcenter (Kreisanteil) bei sich, gibt aber Veterinärwesen und Landwirtschaft ab. Der Geschäftsbereich 3 mit Kommunalaufsicht und Recht, Sicherheit, Ordnung und Verkehr sowie neu Veterinärwesen und Landwirtschaft obliegen Regierungsdirektorin Bettina Zachau. Geschäftsbereich 4 mit Demografie, Gleichstellung, Integration und Inklusion hat Zweite Kreisbeigeordnete Gerlinde Huppert-Pilarski (Grüne, Langenlonsheim).

Und was ändert sich dadurch für de Bürger? Nichts, denn die Neuorganisation des 600 Mitarbeiter starken Selbstverwaltungsapparates wird weder an den Öffnungszeiten rütteln noch an der Nähe zum „Souverän“. Im Gegenteil: Mit Bürgerbeauftragtem Harald Skär haben die 154.000 im Kreis KH lebenden Menschen jetzt einen „Bürgeranwalt“ an ihrer Seite, der Vorgänge und (erfüllbare!) Wünsche beschleunigen helfen soll.

Kosteneffizienz und Bürgerzufriedenheit, darum gehe es in einer Verwaltung, so FDP-Fraktionschef Thomas Bursian im Kreistag. Was sich Bursian wünscht: E-Government (elektronische Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung) und ein Controlling der Ablauforganisation im Kreisjugendamt. Dass die Stelle des Kreispressesprechers mit Benjamin Hilger (CDU, Warmsroth) neu besetzt sei, habe einige der Fraktionen überrascht, stellte Bursian fest.

Kaum jemand sei über diese Personalie vorab ins Bild gesetzt worden, hieß es auch aus der Kreisverwaltung. Ohnehin: Sollte ein Verwaltungsmitarbeiter zugleich CDU-Fraktionssprecher in einem VG-Rat (hier: Stromberg) sein? Ferner: Dass ein erkrankter Amtsleiter erst nach dem Beschluss von der Neuorganisation der Geschäftsbereiche erfahre, sei „unglücklich“.

Auch mit neuer Aufgabenverteilung: „Die Arbeit muss geschafft werden“, sagte CDU-Fraktionschef Markus Lüttger, „eine Ablauforganisation alleine ist es nicht.“ Was er sich wünscht: Der Arbeitsstau im Rechtsamt müsse rasch beseitigt werden. Dass Hans-Dirk Nies das Kreisjugendamt verliere, sei „bedauerlich“, meinte SPD-Fraktionschef Carsten Pörksen, die Genossen stimmten dem neuen Organisationsplan dennoch zu.

Ihm jetzt auch noch das Großthema Umwelt zuzuordnen, überlaste das schon mit den Schulen stark geforderte Bauamt, meinte Ewald Götz (Die Linke): „Und mehr Personal kann sich der Kreis nicht leisten.“ Nicht glücklich ist auch Ludger Nuphaus von den Grünen mit der Fusion von Bauamt und Umweltamt mit seiner eigenständigen und schlagkräftigen Truppe, die nun in den Bausachen unterzugehen drohe. Das beantwortete Landrätin Bettina Dickes mit dem Hinweis, dass Bauen und Umwelt meist inhaltliche Schnittpunkte hätten und auch damit, nach wie vor eine Umweltstiftung für den Kreis gründen zu wollen.

Übrigens: Noch hat die Landrätin ihr umgestaltetes Büro nicht bezogen, agierte bislang aus einem Nachbarraum des Nies'schen Büros.

Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

Kirn
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