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    Mit Kauf von Parkflächen endet die Ära Jakob Müller

    Eine Ära in Kirn geht zu Ende: Die Stadt kauft für rund 50 000 Euro die letzten Flächen der früheren Lederfabrik Jakob Müller und setzt den Schlusspunkt der städtebaulichen Entwicklung an der "Einkaufsmeile" Kallenfelser Straße.

    Früher und heute: Bürgermeister Martin Kilian zeigt Fotos vom einstigen Jakob-Müller-Imperium (links) und was mit dem Einkaufszentrum draus wurde. Mit dem Kauf der letzten Grundstücke ist die Müller-Ära beendet.  Foto: Armin Seibert
    Früher und heute: Bürgermeister Martin Kilian zeigt Fotos vom einstigen Jakob-Müller-Imperium (links) und was mit dem Einkaufszentrum draus wurde. Mit dem Kauf der letzten Grundstücke ist die Müller-Ära beendet.
    Foto: Armin Seibert

    Von unserem Redakteur Armin Seibert

    Bürgermeister Martin Kilian informierte im Gespräch mit unserer Zeitung darüber dass die Jakob-Müller-Nachfolger (Weltkonzern Renolit in Worms) insbesondere die Parkflächen am Kreisel Berger Weg/Kallenfelser Straße zum Kauf angeboten hätten. Das war jetzt Thema im Haupt- und Finanzausschuss.

    Kilian: "Wir haben diese Parkplätze für Gymnasium und Schwimmbad bislang kostenfrei bewirtschaften können. Wir wollen die Parkmöglichkeiten erhalten und eine Bebauung verhindern. Deshalb haben wir jetzt gekauft." In das Gesamtpaket eingebunden ist der Grund und Boden der Jakob-Müller-Straße und der Spielplatz an der Mühle. Damit haben die Müller-Nachfolger in Kirn "reinen Tisch" gemacht, sich von allen Immobilien - auch den Miethäusern - getrennt. Das sei seines Wissens nach auch überwiegend sozialverträglich gelungen, was die bisherigen Mieter anbetrifft.

    Der Grundstückskauf sei im Rückblick betrachtet mehr als nur ein einfaches Grundstücksgeschäft, sondern ein größerer Einschnitt, bewertet Kilian die Transaktion. Er war als Verwaltungsmitarbeiter und Bauamtsleiter jahrelang mit in die "Konversion" einbezogen. Damals wurde versucht, das riesige Müller-Imperium, wo einst bis zu 2000 Menschen Lohn und Brot fanden, für produzierendes Gewerbe interessant zu machen. Später war eine Kunsthochschule im Gespräch. "Da haben wir viel Herzblut reingesteckt", sagt Kilian.

    Er erinnert daran, dass der Müller-Komplex über Nutzflächen von 20 000 Quadratmetern verfügte. Mit riesigen Sälen. Zum Vergleich: Das ist zehn mal so groß wie die Fundgrube, das Outlet-Center von Müller&Meirer. Als eine Umnutzung aussichtslos blieb, waren Abriss und Neugestaltung mit Kaufhäusern und Parkflächen die Alternative. "Eine gute Lösung", wie Kilian meint, auch das bringe Arbeitsplätze und Menschen in die Stadt.

    Der "Hochwasserengel" fristet ein Schattendasein auf dem Kirner Friedhof. Er soll renoviert und freigestellt werden, an die Katastrophe 1875 erinnern.
    Der "Hochwasserengel" fristet ein Schattendasein auf dem Kirner Friedhof. Er soll renoviert und freigestellt werden, an die Katastrophe 1875 erinnern.
    Foto: as

    Die Kaufsumme für den Grunderwerb muss mit Investitionskrediten finanziert werden. In diesem Bereich hat man dank der gesparten 200 000 Euro für den Kirn-Sulzbacher Bahnsteig-Umbau (wir berichteten) etwas Freiraum. Man möchte versuchen, als Alternative zum Baugebiet auf Loh noch weitere Bauflächen in der Stadt zu erschließen, weil in Kirn-Sulzbach, im Fröschenpfuhl und im Steineberg (Richtung Oberhausen) nur wenig Möglichkeit besteht, das Gebiet weitgehend ausgereizt ist. An die größere Erschließungsfläche in Kirn-Sulzbach will sich die Stadt wegen der schwierigen Erschließung nicht wagen.

    Thema im Ausschuss war auch die Renovierung des sogenannten Friedensengels. Die Figur stand einst vor dem Gerichtsgebäude (heute Dröscherhaus) und soll beim verheerenden Hochwasser im August 1875 sechs Kirnern das Leben gerettet haben. Sie hielten sich an der Sandsteinskulptur fest. Es gab Pläne, den Engel an seinem alten Platz aufzustellen. Doch jetzt bleibt er auf dem Friedhof, informiert Kilian. Grundlage sei ein Beschluss der Stadtverordneten von 1875. Den hat Archivar Paul Hornemann "ausgegraben". Darin heißt es, dass der Engel an den Gräbern der Hochwasseropfer stehen solle. Die Figur soll jetzt für rund 6000 Euro renoviert werden. Das Umfeld mit den Grabmalen will man so herrichten, dass es auch ein Anlaufpunkt für Stadtrundgänge werden kann.

    Hochwasser ist und bleibt ein aktuelles Thema in der Stadt: Kirn gehört zur Schutzgemeinschaft obere Nahe. Das Land habe empfohlen, über den technischen Hochwasserschutz hinaus mit Arbeitsgemeinschaften und Workshops eine Sensibilisierung der Flussanlieger und auch der Unternehmen zu erwirken, sagt Kilian. Es geht darum, die Alarmierungssysteme auf den Prüfstand zu stellen und zu schauen, ob die vor fast 20 Jahren getroffenen Vorkehrungen noch optimal funktionieren.

    Sind die Einrichtungen plausibel? Liegt alles noch griffbereit, passt alles noch? Bei der Prüfung soll das Mainzer Büro Icon helfen. Das Land bezuschusst die Maßnahme mit 90 Prozent. Kilian kündigt an, dass es im Gesellschaftshaus Vorträge geben wird, dass Anlieger auch Rundgänge vor Ort mit den Experten buchen können. Da gibt es Informationen zum Objektschutz oder zu Versicherungsmöglichkeiten. Kilian: "Nix Großes, aber wichtig!"

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