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Marktplatz: Geschäftsleute haben Bauchweh

Sebastian Schmitt

Bangen am Kirner Marktplatz: Was könnte die derzeit diskutierte Umkehrung der Fahrtrichtung samt Verhinderung der Blockumfahrt bringen? Während das Thema im Rathaus positiv gesehen wird, macht sich bei den Geschäftsleuten am Marktplatz Skepsis breit.

Die geplante neue Verkehrsführung über den Kirner Marktplatz, die zu einer Verkehrsberuhigung führen würde, wird von den dort ansässigen Geschäftsleuten mit Skepsis betrachtet. Spontane Besuche sonntäglicher Motorradfahrer würden damit beispielsweise erschwert.  Foto: Sebastian Schmitt
Die geplante neue Verkehrsführung über den Kirner Marktplatz, die zu einer Verkehrsberuhigung führen würde, wird von den dort ansässigen Geschäftsleuten mit Skepsis betrachtet. Spontane Besuche sonntäglicher Motorradfahrer würden damit beispielsweise erschwert.
Foto: Sebastian Schmitt

Dass der Kirner Marktplatz bei einheimischen Kunden beliebt ist, steht außer Frage. Aber natürlich auch bei Touristen, wie man am Sonntagnachmittag an den vielen Motorrad- und Fahrradfahrergruppen sehen konnte. Dies soll auch so bleiben, hier sind sich alle einig. Viel diskutiert wird über den Markplatzbrunnen, einige Bürger, aber auch Gastronomen hätten gern ein in den Boden integriertes Wasserspiel, wie zum Beispiel die Hunsrückstadt Kirchberg eines besitzt. Dabei steigen Wasserfontänen aus dem Boden durch ein Gitter in verschiedene Höhen. Wenn Märkte oder Veranstaltungen stattfinden, kann ein solches Wasserspiel auch einfach abgeschaltet werden.

Doch viel mehr als den Brunnen interessiert die Bürger die neue Verkehrsführung. Elsbeth und Yvonne Krämer vom gleichnamigen Blumengeschäft am Marktplatz haben seit den Verkehrsänderungsplänen beide Existenzangst: „Eine Beruhigung der Innenstadt ähnlich wie in Bad Sobernheim und Idar-Oberstein sehen wir sehr kritisch.“ Die Anzahl der Kunden, die dadurch geringer wurde, habe sich in diesen beiden Städten nicht mehr normalisiert.

Die Planer wollen den Verkehr „umdrehen“. Verbesserungspotenzial bieten Steinweg und die rechte Hahnenbachstraße, die Anliegerstraße bleiben soll. Der Verkehr soll durch die Nahegasse in Richtung Steinweg, Abfahrt Langgasse, mit deutlicher Abgrenzung gegen den fahrenden (Breite: 3,30 Meter) und ruhenden Verkehr laufen. Zwischen der Gaststätte Pumpe und dem Blumenhaus Krämer in Richtung Brücke/Übergasse sind Poller geplant, die sich mittels Fernbedienung, beispielsweise für Feuerwehr oder Anlieferverkehr, versenken lassen. „Wir haben so viele ältere Menschen, die mit ihrem Pkw oder dem Nahverkehrsbus auf den Marktplatz kommen, um ihre Geschäfte zu erledigen. Man sieht es an der Apotheke und unserem Blumenladen, die Leute wollen mit dem Pkw anfahren und keine weiten Fußwege in Kauf nehmen“, sagen Elsbeth und Yvonne Krämer. Auch die Verlegung der Bushaltestelle vom Marktplatz an das Parkhaus sehen die Unternehmerinnen kritisch,

Ayfer Conrad, die in ihrem Restaurant Troja am Marktplatz griechische Spezialitäten anbietet, sieht dies ähnlich – ein komplett autofreier Marktplatz wie in Bad Sobernheim oder Idar-Oberstein wäre für sie eine Katastrophe. „Uns wird es ähnlich ergehen. Kein Mensch läuft hierher, viele Touristen kommen als Motorrad- und Autofahrer auf den Marktplatz und sind begeistert.

„Als die Innenstadt Kirns vor vielen Jahren neu gestaltet wurde, gab es die autofreie Idee bereits, damals scheiterte diese Gott sei Dank. Ob der Verkehr jetzt links oder rechts rum läuft, ist mir egal, ein Probebetrieb wäre wünschenswert. Vor allem sollen möglichst viele Kurzzeitparkplätze entstehen“, sagt Eckhardt Wacker, Inhaber der Neuen Apotheke. „Die Bushaltestelle vom Marktplatz zu entfernen, finde ich gar nicht gut. Es kommen aus dem umliegenden Gemeinden viele ältere und gehbehinderte Menschen mit dem Bus, diesen ist ein Fußweg nicht zuzumuten.“ Er ist sich sicher: „Die Pläne werden trotz Protesten durchkommen.“ Trotz seiner Kritik möchte er der Kirner Verwaltung ein großes Lob aussprechen, denn Kirn habe sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt.

Von unserem Reporter Sebastian Schmitt
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