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Simmertal/Martinstein

Langer Stau: Autofahrer pöbelten Arbeiter an

Sebastian Schmitt

Die Verbandsgemeindewerke Kirn-Land haben am gestrigen Dienstag auf der B 41 drei Schachtdeckel von einer Baufirma erneuern lassen. Das ging nicht ohne Ampel – und die sorgte für Staus, was die Autofahrer gewaltig nervte. Die Ampelregelung war aber unumgänglich, betont Fachmann Mario Wagner auf Anfrage unserer Zeitung.

Den ganzen Dienstag über gab es lange Staus auf der B 41. Arbeiter einer Spezialfirma kümmerten sich um die Erneuerung dreier Kanaldeckel und mussten sich dafür von vielen Fahrern beschimpfen lassen.  Foto: Sebastian Schmitt
Den ganzen Dienstag über gab es lange Staus auf der B 41. Arbeiter einer Spezialfirma kümmerten sich um die Erneuerung dreier Kanaldeckel und mussten sich dafür von vielen Fahrern beschimpfen lassen.
Foto: Sebastian Schmitt

Um kurz vor 12 Uhr staute sich der Verkehr zurück bis zur Abfahrt Weiler und bis zur Abfahrt Kirn-Mitte – bei Wartezeiten von mehr als 20 Minuten machte sich vielerorts Frust breit. An klappernde Kanaldeckel hat man sich irgendwie schon gewöhnt, ist das doch seit gefühlt 100 Jahren so. In der Region könnte das oftmals die Nachtruhe störende Geräusch aber bald der Vergangenheit angehören. Wenn die drei auf der B 41 in einer Tagesaktion eingebauten Schächte das halten, was versprochen wird, dann sollen solche auch andernorts eingebaut werden.

Zurück zum Anfang: Um kurz nach 8 Uhr haben sich Maschinen auf der B 41 zwischen Simmertal und Martinsstein positioniert. In auffälligem Gelb gekleidete Männer fahren ein Ungetüm, an dem ein riesiger Bohrer befestigt ist, über einen Schachtdeckel der Kanalisation. Dann hebt sich das Ungetüm, drückt den Bohrer in den Asphalt, es staubt und knirscht. 30 Minuten geht das so, dann kommt ein Arbeiter mit einem Presslufthammer, und schon liegt der alte, klappernde Schachtring frei, wird zerteilt und entsorgt. Sorgfältig fegen die Männer das Loch um den Kanalschacht sauber, und noch während sie reinigen, kommt eine Maschine angefahren, hat einen neuen Schachtrahmen fest im Griff und setzt ihn auf das Loch. Der Rahmen ist konisch geformt, läuft genau wie das gebohrte Loch nach unten spitz zu. Genau das ist der Trick bei der Sache: Wenn der Gully durch ein Auto belastet wird, wirken die Kräfte nun nicht mehr senkrecht nach unten und zermalmen irgendwann den Mörtel, mit dem der Schachtrahmen festgemauert ist. Die Kräfte gehen durch die konische Form zu 80 Prozent in die Seite, in den Straßenbelag. Dadurch halten die Rahmen wesentlich länger – sacken nicht ab und fangen nicht an zu klappern.

Die Fachleute der Kirner Firma Mario Wagner Erdbau haben solche Schachtrahmen bereits mehrfach im Kirner Stadtgebiet eingebaut. Sie richten den Rahmen, der zunächst noch an einer Spezialkonstruktion über dem Kanalloch hängt, mit der Straßenoberfläche aus und gießen dann einen Spezialmörtel zwischen Rahmen, Kanalschacht und Straßenbelag. Der ist so flüssig, dass er jeden Hohlraum ausfüllt, und wird innerhalb weniger Minuten fest. Anschließend wird noch ein 150 Grad heißer Spezialasphalt als Deckschicht darüber gegossen. Kurz vor 15 Uhr hoben die Arbeiter wegen des Verkehrschaos die Ampelreglung frühzeitig auf. „Wir mussten warten, bis der Asphalt befahrbar war. Leider sind wir von unzähligen Autofahrern auf das Übelste beschimpft worden“, berichtet Mario Wagner. Kurz vor Mittag, als der Stau seinen Höhepunkt erreichte, kam die Kirner Polizei den Arbeitern zu Hilfe und regelte zeitweilig den Verkehr. Die kleine Baustelle zeigt wieder einmal beeindruckend, welche Verkehrsmenge täglich dieses Nadelöhr auf der B 41 passiert. Dies war jedoch wieder nur eine kleine Vorschau darauf, was Autofahrer in den nächsten drei Jahren beim Umgehungsbau in Hochstetten-Dhaun erwartet.

Von unserem Reporter
Sebastian Schmitt

Kirn
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