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    Klinik-Übernahme durch Diakonie „ganz spontan“

    Mit einem dreistündigen Festprogramm im Gesellschaftshaus feiert das Kirner Krankenhaus heute sein 100-jähriges Bestehen.

    Das Krankenhaus in Kirn stand nach seinem Bau 1912 allein auf weiter Flur.
    Das Krankenhaus in Kirn stand nach seinem Bau 1912 allein auf weiter Flur.
    Foto: rainer Gräff

    Kirn - Mit einem dreistündigen Festprogramm im Gesellschaftshaus feiert das Kirner Krankenhaus heute sein 100-jähriges Bestehen.

    Krankenhaus Kirn heute. Die Diakonie plant jetzt eine Sanierung und Erweiterung für sechs Millionen Euro.
    Krankenhaus Kirn heute. Die Diakonie plant jetzt eine Sanierung und Erweiterung für sechs Millionen Euro.
    Foto: rainer Gräff

    Seit 21 Jahren ist die Bad Kreuznacher Diakonie Träger der traditionsreichen Einrichtung und seit zehn Jahren wird die Klinik als Verbundkrankenhaus gemeinsam mit dem Bad Kreuznacher Krankenhaus betrieben. Im nächsten Jahren werden mit dem sechsten Bauabschnitt noch einmal sechs Millionen Euro investiert und die Generalsanierung damit vorerst abgeschlossen.
    Im Rückblick wird klar, dass die 100-Jahr-Feier keineswegs selbstverständlich ist. Bürgermeister Fritz Wagner erinnert sich im Gespräch mit unserer Zeitung an einen Entscheidenden Moment.

    Bei einer Sitzung der rheinland-pfälzischen Krankenhausgesellschaft war er als Mitglied des Gemeinde- und Städtetages dabei und saß neben dem damaligen Diakonie-Verwaltungsrdirektor Walter Rippel. Wagner: „In einem Anfall von Spontanität habe ich ihn gefragt, ober sich vorstellen könnte, dass die Diakonie das Kirner Krankenhaus übernimmt. Er sah mit an, runzelte die Stirn und sagte: Ich kann!“
    Damit waren die Tage des Kommunalen Kirner Krankenhauses gezählt. Ob das Krankenhaus weiter bestanden hätte, steht in den Sternen. Wagner erinnert an die Anfänge. Schon im 14. Jahrhundert sei Kirn als Hospital-Standort bekannt gewesen.

    Dann baute die Stadt 1912 ein Krankenhaus, dass den damaligen Bürgermeister Richard Tschepke seinen Posten und womöglich später auch das Leben kostete. Wagner weiß: Geplant waren 20 Betten, aber es wurden 26 und die Kosten wurden um 30 Prozent überschritten.

    Deshalb geriet Tschepke mit Teilen des Stadtrats in Streit und trat am 1. April 2013, ein Jahr nach der Krankenhauseröffnung zurück. Der Stadtrat versuchte sein bisheriges Oberhaupt auch noch regresspflichtig zu machen. An der Aufregung darüber sei Tschepke verstorben, obwohl die finanziellen Forderungen abgewiesen worden waren.
    Als waschechter Kirner Bub ist Fritz Wagner im Kirner Krankenhaus geboren worden, wurde auch mehrfach dort als Patient behandelt. „Das Krankenhaus hat in seinen 100 Jahren gute und schlechte Zeiten erlebt“, weiß Wagner. Zu den schlechte gehört, dass das auf über 160 Betten angewachsene Haus in den 80er Jahren von den Krankenkassen sträflich vernachlässigt worden sei. Über die Pflegesätze war der Betrieb kaum aufrecht zu erhalten.

    Die Folge: Man machte sich auf die Suche nach einem Partner. Mit Erfolg. Wagner: „Das Schönste war damals für mich, dass die über 100 Arbeitsplätze erhalten blieben und die ärztliche Versorgung noch ausgebaut werden konnte. Das Krankenhaus wurde modernisiert und ist auf dem aktuellen Stand der Technik.“
    Diakonie-Geschäftsführer Winfried Mottweiler betont, dass es sehr schwierig sei, Krankenhäuser wirtschaftlich zu führen und nennt Zahlen: 43 Prozent aller Krankenhäuser schreiben Defizite und bei den Häusern mit weniger als 250 Betten sind es sogar 57 Prozent.

    Mottweiler: „In den beiden kommenden Jahren wird es eher noch schwerer und die Minuszahlen werden noch steigen.“
    Deshalb sei es unabdingbar, die Krankenhäuser in Kirn und Bad Kreuznach im Verbund zu führen. Mottweiler: „Kirn allein ginge gar nicht.“ So arbeitet man insbesondere bei Orthopädie und Chirurgie zusammen, steuert die Anästhesie von Bad Kreuznach aus. Auch bei der Verwaltung gibt es Synergieeffekte.
    Aber in Kirn wird auch weiter investiert. So soll der sechste Abschnitt der Generalsanierung jetzt beginnen. Die Provisorien werden eingerichtet, damit die Kernsanierung 2013 beginnen kann. Die Diakonie will dabei 5,8 Millionen Euro für die Notfallbilanz, die Röntgendiagnostik und den Funktionsbereich der inneren Medizin investieren.

    Es sei auch geplant, eine neue Schmerztherapie-Abteilung zu etablieren und eine medizinische Trainingseinheit einzurichten. Die Diakonie geht davon aus, dass das Land 90 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt. Auch das Personalwohnheim und der Verwaltungstrakt werden umgebaut. In der Verwaltung wird für die Bauzeit die Ambulanz untergebracht. Armin Seibert

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