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    Kirn: Mehr als 600 Zuschauer beim Martinsumzug

    Der Kirner St. Martin auf seinem Pferd war am Sonntagabend der unangefochtene Star. Erst boten Reiterin und Pferd eine perfekte schauspielerische Leistung, im Anschluss alarmierten sie die Feuerwehr, als Kristina Kreucher zufällig einen Brand im Außengelände der Fundgrube am Westring entdeckte.

    Foto: sebastian schmit

    Der Martinsumzug in Kirn findet etwas später als an anderen Orten statt. Am Sonntag war die Kirner Feuerwehr wieder zeitig auf den Beinen, um ab 8 Uhr 900 Martinswecke, 800 Schokobrötchen und 100 Rosinenbrötchen zu backen. Mehr als 600 Besucher hatten sich den Termin am Abend in den Kalender eingetragen.

    Angeführt von St. Martin hoch zu Ross, erreichte der Umzug das große Feuer auf dem Kirner Festplatz.
    Angeführt von St. Martin hoch zu Ross, erreichte der Umzug das große Feuer auf dem Kirner Festplatz.
    Foto: sebastian schmit

    „Früh am Morgen hatte ich mir schon Gedanken gemacht, wie ich das komplette Spektakel absagen könnte: Erst gab es Dauerregen und später zum ersten Mal bei unseren langjährigen Martinsumzügen Schnee. Aber pünktlich um 15 Uhr zum Aufbau blieb es trocken“, erläuterte Kirns Wehrleiter Michael Wildberger.

    Viele Menschen folgten der 21-jährigen Kristina Kreucher von den Pferdefreunden aus Löllbach, die beim Umzug in Kirn den St. Martin spielte. Ihr Pferd Bonny nahm den Trubel gelassen, führte die Kinderschar brav an. Das Duo war kurzfristig eingesprungen. Am Kopf des Zuges wiesen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit brennenden Fackeln den Weg. Der Musikverein aus Schmidthachenbach übernahm unter der Leitung von Siegfried Veek die musikalische Begleitung.

    Der Umzug führte vom Parkplatz des Edeka-Markts über die Kallenfelser Straße und die Realschule auf Kyrau zum Busbahnhof, wo bereits ein großes Martinsfeuer brannte. Mehrere Sattelzüge Paletten waren dort abgeladen und für das Martinsfeuer aufgetürmt worden.

    Gemeinsam mit dem Musikverein stimmten die kleinen und großen Besucher Martinslieder an, die den Auftakt zu einer Spielszene bildeten. „Ob Soldat oder Bettler, vor Gott sind wir Brüder“, sagte St. Martin, nachdem er seinen Mantel mit dem Bettler (Samira Errakba) geteilt hatte.

    Pfarrer Volker Dressel erzählte die Legende und hielt die Andacht unter dem Motto „Mut zum Teilen“. „Die Kirner Feuerwehr hat wohl wieder einmal das größte Feuer im Landkreis entzündet“, begann der Pfarrer, und die zahlreichen Besucher spendierten den Feuerwehrleuten einen kräftigen Applaus.

    Während Groß und Klein gebannt der Geschichte St. Martin von Tours, des Schutzheiligen der Reisenden, lauschten, bereiteten gegenüber auf dem Platz die Helfer der Kirner Feuerwehr ihren Stand vor. Die Organisatoren rund um Wolfgang Pretsch werteten den Umzug als Erfolg. Nicht zuletzt deshalb, weil die Martinsgeschichte in der Bevölkerung offensichtlich einen großen Stellenwert genießt. Wehrleiter Michael Wildberger dankte außer seinen Kameraden auch den Firmen Maas und Simona AG, die bei der Vorbereitung des Feuers halfen.

    Finanziert wird der Martinszug durch die Spenden, die bei der jährlichen „Aktion Tannenbaum“ eingenommen werden. Im Januar werden wieder viele Helfer im Einsatz sein, um die ausgedienten Weihnachtsbäume einzusammeln und zu entsorgen.

    Doch für Kristina Kreucher war der Abend noch nicht zu Ende. Sie lud ihr Pferd nach der Ankunft auf dem Busbahnhof ein und machte sich mit ihrem Team auf den Heimweg. „Bei der Fahrt durch die Altstadt bemerkte ich im Augenwinkel einen Feuerschein auf dem Außengelände der Fundgrube, war mir aber nicht sicher“, erzählte sie. Also habe man mit dem Pferdeanhänger am Auto in den Kieselkreisel noch einmal umgedreht. „Dann riefen wir den Kirner Feuerwehrmann auf seinem Privathandy an, der uns für St. Martin kontaktiert hatte“, sagte Kreucher.

    Die Kirner Feuerwehr hat für solche Notfälle ihre Hausaufgaben gemacht: Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16 samt Drehleiter steht beim Martinsumzug abfahrtbereit auf Kyrau bereit. So hatten es die Wehrleute nicht schwer auszurücken, als um 19.20 Uhr der Anruf einging. So fuhren sie ruck, zuck mit Blaulicht und Sirene in Richtung Innenstadt. Die Feuerwehrmannschaft hatte sich im Vorfeld allerdings abgesprochen, und so blieben noch genug Helfer zurück, um die Gäste am Martinsfeuer weiter zu verpflegen.

    An der Einsatzstelle angekommen, sahen die Rettungskräfte, dass mehrere Kunststoffverpackungen und Blumentöpfe im Außenbereich des Schnäppchenmarktes Fundgrube auf einem Regal brannten. Die Brandschützer leuchteten den Bereich aus, und der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Es entstand kein größerer Schaden. Beim Löschen entdeckte die Feuerwehr eine zerbrochene Flasche. Die Polizei geht davon aus, dass ein Rollcontainer von Unbekannten vorsätzlich in Brand gesetzt wurde. Ob die Flasche mit Brandbeschleuniger gefüllt war, wird noch ermittelt.

    Nach etwa 40 Minuten war der Einsatz beendet. Eine Stunde später wurde die Kirner Wehr am Sonntagabend erneut auf das Gelände der Fundgrube alarmiert. Diesmal konnten die Rettungskräfte jedoch kein Feuer entdecken.

    Die Polizei Kirn bittet Zeugen, die im Umfeld des Schnäppchenmarkts am Sonntagabend Beobachtung gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 06752/1560 bei der Polizei Kirn zu melden.

    Von unserem Reporter
    Sebastian Schmitt

    u102-brand

    Gegen Ende der Feier musste die Feuerwehr zu einem Brand an der Fundgrube ausrücken.

    Fotos: Sebastian Schmitt
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