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Im Biergarten: Zeltgottesdienst immer beliebter

Wo während der Kerbetage in Kirn die aktuellen Hits geschmettert werden und sich viele Menschen ein frisch gezapftes Bier schmecken lassen, da gab es am Sonntagmorgen leisere Töne. Auf der Bühne in Weikerts Biergarten agierte nicht weniger professionell die Kirchencombo der evangelischen Kirchengemeinde, und das Publikum feierte gemeinsam den traditionellen Zeltgottesdienst.

Von unserer Mitarbeiterin Rosemarie Hartung

Es herrschte zwar nicht so ein Gedränge wie bei den Abendveranstaltungen, aber rund 170 Besucher war gekommen, um den Gottesdienst, der ja schließlich nur einmal im Jahr in diesem Ambiente stattfindet, mitzuerleben.

"Wir haben 2006 mit rund 40 Besuchern mit dem Kerbe-Gottesdienst begonnen. Im Laufe der Jahre wurden es dann mehr, und heute ist auffällig, dass viele junge Leute ebenfalls daran teilnehmen", erzählt Frank Ensminger, Küster der evangelischen Kirchengemeinde erfreut.

"So ist Versöhnung!" war das Motto des Gottesdienstes, den Pfarrer Volker Dressel abhielt. "Versöhnung ist gar nicht so einfach, weil man oft darauf wartet, dass der Andere den ersten Schritt macht. Aber Gott gibt uns die Kraft, auch den ersten Schritt zu machen", so der Pfarrer zu seiner Gemeinde. In der Festpredigt erzählte er eine spannende Geschichte von Zwillingsbrüdern, die von Kampf und Versöhnung handelte, die natürlich perfekt zum Thema passte und nach langen Wirren glücklich ausging. Die Schlussfolgerung des Pfarrers daraus war: "Für mich sind drei Dinge wichtig. Zum einen, den Mut zu haben, aufeinander zuzugehen, ein Leben im Segen Gottes, und manchmal hilft auch ein Geschenk, das die Reue symbolisch ausdrückt".

Wie er mit diesem Thema umgeht, dazu stellte sich auch der neue Kirner Bürgermeister, Martin Kilian, den Fragen Dressels. Lilian sagt: "Es ist nicht immer einfach für mich und immer wieder eine Herausforderung. Aber ich bin Christ und nehme das auch in den Alltag mit. Das hilft mir." Auf die Frage, wie sich die vielen Völker in den Kriegsgebieten wieder versöhnen könnten, antwortete Kilian, dass erfahrene Staatsmänner versuchen müssen, alle Parteien an den Verhandlungstisch zu bekommen. Gespräche seien unerlässlich.

Zum Abschluss forderte der Pfarrer alle auf, noch ein wenig miteinander zu feiern: "Denn das ist nach einem ,normalen' Gottesdienst nicht so möglich wie hier und heute auf dem Kirmesplatz."

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