40.000
Aus unserem Archiv

Kreuznacher Schwätzchen: Beim Zwitschern und Streiten immer schön entspannt bleiben

Immer schön entspannt bleiben! Das ist heutzutage kein schlechtes Motto – egal, ob man sich über die Weltpolitik sorgt (Viele vergleichen die Zuspitzung in Syrien schon mit der Kubakrise von 1962) oder über die kommunalpolitischen Eiferer aufregt.Verblüffend

Am Donnerstag im städtischen Bauausschuss bekamen sich vor allem mal wieder die Herren Werner Klopfer (CDU), Erich Menger und Günter Meurer (beide SPD) so lautstark in die Wolle, dass Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meuer fast verzweifelt nach ihrer Glocke verlangte, um die erhitzen Streithähne zur Ordnung zu läuten. Nun muss man ihnen zugutehalten: Kommunalpolitiker haben es nicht immer leicht, Journalisten aber auch nicht. Das zeigt diese Episode. Anruf genügt? Von wegen! Bei ihrer Recherche widerfuhr einer Kollegin Unerwartetes, als sie beim erhofften Gesprächspartner anrief: Die erste Reaktion verblüffte dann doch etwas. „Dazu kann ich Ihnen nichts sagen.“ Darauf meine Kollegin: „Ich habe Ihnen doch noch keine Frage gestellt.“ Man einigte sich auf diese Vorgehensweise: Er macht sich schlau, die Kollegin schickt ihm per E-Mail ein paar Fragen. Nicht die schlechteste Variante! So mancher Politiker sollte sich daran ein Beispiel nehmen und erst losplappern, wenn er etwas zu sagen weiß. Das gilt auch fürs Twittern und Zwitschern – vor allem vorm Frühstück. Auch da gibt es wahrlich genug Experten.

Ungelöstes Bilderrätsel

Wer ist dieser Mann?  Foto: Stefan Kühlen
Wer ist dieser Mann?
Foto: Stefan Kühlen

Der Kreuznacher Kunstmaler August Bechter (1890–1965) fertigte von einigen berühmten Kreuznachern Porträts an. Bechters Tochter Gudrun Thoennes hat in ihrer Sammlung nun das Porträt eines Mannes entdeckt, dessen Name nicht bekannt ist. Im „Schwätzchen“ vom 31. März baten wir daher unsere Leser zu helfen, das Geheimnis zu lüften. Doch bislang ohne Erfolg.

Peter Roth 1948  Foto: Sammlung Kaul
Peter Roth 1948
Foto: Sammlung Kaul

Zwar meinte Hans Welschbach (79), dass es sich möglicherweise um Peter Roth (1896–1962), bekannt als das Kreuznacher Original „Es Vendilche“ handeln könnte, doch dem ist wohl nicht so. Roth, der am Gensinger Weg eine „Althandlung“ betrieb, lebte zwar in der Zeit von Bechter, doch dem porträtierten Mann sieht er nicht ähnlich, wie ein Blick in das Buch von Steffen Kaul „Archivbilder Bad Kreuznach“ zeigt, in dem das Original auf zwei Bildern 1948 auf dem Bahnhofsvorplatz zu sehen ist. Den Spitznamen hat er seiner ersten Frau zu verdanken, die aus Köln kam: Als er an seinem „Weenche“ (Wägelchen) ein Rad verlor, sagte sie zu ihm: „Et Vendilche is ebjejange!“Das andere Rätsel bleibt ungelöst. Doch wenn selbst Koryphäen der Kreuznacher Lokalhistorie wie Marita Peil, Dr. Martin Senner, Steffen Kaul oder Ralf Schaller – die sich sonst garantiert schon längst gemeldet hätten – nicht wissen, wer der Mann auf dem Bechter-Portät war, dann wird er wohl ein Unbekannter bleiben.

Vergönnt

An Pfingsten wird 55 Jahre Städtepartnerschaft mit Bourg-en-Bresse in Bad Kreuznach groß gefeiert. Einer der Sponsoren die Sparkasse Rhein-Nahe. Deren Vorstandsvorsitzender Peter Scholten hat einen persönlichen Bezug zur Partnerschaft. „Ich habe selbst ja auch lange Jahre in Frankreich gelebt und die französische Lebensart schätzen gelernt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass mir an Bourg-en-Bresse ganz besonders die guten ,Bressehühner' gefallen, die wir mit unseren Gastgebern zusammen schon des Öfteren kosten durften.“ Eins, das verriet er am Rande des Pressegespräches zum Programm der Geburtstagsparty, blieb ihm bislang aber vergönnt: Schon vor ein paar Jahren war er bei der Prämierung der Bressehühner dabei – „ein wunderbares Erlebnis“, doch in die Jury hat er es nicht geschafft, erzählt Scholten. Dabei: „Ich würde die Bressehühner nicht nur essen, sondern gern auch mal prämieren.“ Apropos Bressehühner: Schon zum 50. Partnerschaftsjubiläum 2013 warf der Bad Kreuznacher Journalist, Zeichner und Karikaturist Fred Lex mit seinen herrlichen, allzu menschlichen Alltagskarikaturen einen humorvollen und liebevollen Blick zurück auf die 50-jährige Freundschaft zwischen dem berühmten Bresse-Huhn und dem nicht ganz so berühmten Kreuznacher Kauzenburg-Kauz. Fünf Jahre später hat er auch das offizielle Festlogo gezeichnet, auf dem Huhn und Kauz unter der Fahne Europas über die Bourger Kirche Brou und die Kreuznacher Brückenhäuser fliegen.

Ungewöhnlich

Wir bleiben in der Partnerstadt. Auch bei der 34. Auflage des „Foire aux Vins Ceyzériat“, dem Weinsalon im Vorort von Bourg-en-Bresse, präsentierte das Weingut der Familie Kaul aus Hackenheim seine Produkte. Neu vorgestellt wurde der Orange – ein Weißwein, der wie ein Rotwein ausgebaut wurde und aufgrund seiner Farbe auch als die vierte Weinfarbe bezeichnet wird. Das Interesse der weinaffinen Franzosen war groß. „Mittlerweile wissen schon viele Stammkunden unser Angebot von Nahe- und Rheinhessenwein zu schätzen, und neben Spätlese und Eiswein ist der Orange eben ein Wein, den es so in Frankreich nicht gibt. Als Essenbegleiter und Lagerwein trifft er allerdings genau die Vorlieben der französischen Weinliebhaber. Interessant und ungewöhnlich für viele war die Geschichte und die Art der Herstellung dieser Spezialität“, bilanzierte Inhaber Peter Kaul. So herrschte teilweise großer Andrang am Kaul-Weinstand. Der Weinsalon in Ceyzeriat bietet neben Weinen aus verschiedenen französischen Anbaugebieten, Käse- und Wurstspezialitäten, Olivenöle, sowie Austern und Schnecken zum „Vorort genießen“.

Der neue Bücherschrank auf dem Eiermarkt.  Foto: Harald Gebhardt
Der neue Bücherschrank auf dem Eiermarkt.
Foto: Harald Gebhardt

Literarisch

Am Eiermarkt – auf dem historischen Platz in der Kreuznacher Neustadt wird sich an Pfingsten übrigens ein Großteil des Programms der Städtepartnerschaft abspielen – steht seit Gründonnerstag nun auch ein Bücherschrank. Unter dem Motto „Geben und nehmen“ können sich Lesefreunde bedienen, auch wenn man natürlich an die Qualität der Literatur nicht unbedingt hohe Erwartungen stellen sollte. Zum Schmökern und Entspannen langt's. Auch Stadtsprecher Hansjörg Rehbein will den Büchervorrat auffüllen.

Klangvoll

Wie viele klangvolle Namen der Literaturgeschichte dann dort zu finden sind, ist offen. In jedem Fall klangvoll ist dieses Angebot: Die Badgesellschaft lädt für Dienstag, 17. April, 18.30 Uhr, zu einem neuen Erlebnis in die Totes-Meer-Salzgrotten in den Crucenia-Thermen ein: Achim Wendling, Klangtherapeut und Klangpädagoge, entführt die Besucher in eine Welt der vollkommenen Ruhe und Entspannung für Körper und Geist. Während des 45-minütigen Aufenthaltes tanken die Ruhe Suchenden neue Lebensenergie auf und vergessen ihre Alltagssorgen durch die sanften, wohltuenden Klänge. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Anmeldung: Telefon 0671/991128.

Kreuznacher Schwätzchen
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
E-Mail

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
UMFRAGE (beendet)
Markt am Samstag?

Das Mainzer Markt-Frühstück ist ein Kult-Event. Wäre das auch etwas für Bad Kreuznach?

Ja, unbedingt!
69%
Nein, eher nicht.
31%
Stimmen gesamt: 109
Anzeige
Regionalwetter
Mittwoch

16°C - 29°C
Donnerstag

16°C - 31°C
Freitag

19°C - 31°C
Samstag

16°C - 26°C
epaper-startseite