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    Mainz

    Schiffstaufe in Mainz: A-Rosa hat jetzt eine "Flora"

    In Mainz wurde heute die "A-Rosa Flora" getauft, das elfte Schiff der A-Rosa-Flotte. Unser Redakteur Michael Defrancesco ermöglicht uns mit seinen Fotos einen Blick ins moderne Innere.

    Von unserem Reise-Chef Michael Defrancesco

    Die Flusskreuzfahrtbranche macht Verluste. Im zweiten Jahr in Folge sanken die Umsätze auf dem Fluss (2012 ein Minus von 5,2 Prozent, 2013 ein Minus von 6,9 Prozent), während die Kollegen der Hochseekreuzfahrt von Gewinn zu Gewinn schipperten. In diesen Zeiten lädt A-Rosa nach Mainz ein, um das elfte Schiff zu taufen, die „Flora“. Eine reine Trotzreaktion?

    Nein, viel mehr. A-Rosa-Chef Jörg Eichler will sich nicht damit abfinden, dass der Totengesang auf seine Branche angestimmt wird. Er will das Ruder herumreißen. Das bedeutet zum einen: Es müssen dringend neue Zielgruppen erschlossen werden. Das, was die Hochseekreuzfahrt geschafft hat – vom Seniorenausflugsimage wegzukommen –, das ist den Flusskreuzern bislang nicht gelungen. Eichler hat deshalb Paare ab 40 und Familien als neue Kunden ins Visier genommen und richtet das Unternehmen entsprechend aus: Familienkreuzfahrten auf dem Fluss werden angeboten – mit Besuch im Europa-Park –, Familienkabinen wurden erstmals auf dem neuen Schiff gebaut, der Wellness-, Spa- und Fitnessbereich nimmt einen großen Raum ein.

    Um die Kunden zu erreichen, wurde Yvonne Catterfeld als Markenbotschafterin verpflichtet. Wenn sie auch – wie sie in einem Pressegespräch zugeben musste – bislang noch nicht A-Rosa gefahren ist, so scheint sie dennoch die perfekte Wahl zu sein: Sie liebt ihr Leben auf dem Hausboot und ist in der Zielgruppe eine Sympathieträgerin.
    Des Weiteren will Eichler nicht am Preiskampf der Konkurrenten teilnehmen: „Wir senken nicht den Preis, sondern wir erhöhen die Leistung“, sagt er und bietet auf seinen Schiffen All-inclusive-Pakete an. Seit Ende vergangenen Jahres stemmt sich A-Rosa also gegen den Minustrend der Branche – mit Erfolg, wie der Chef mitteilt. So sei bereits jetzt ein Umsatzplus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, die Schiffe seien um 10 Prozent besser ausgelastet, und man habe bereits jetzt 65 Prozent des Jahresziels erreicht, was die Buchungen angeht. Das klingt gut, doch Eichler weiß, dass eine stabile Trendwende dauert.

    Den Städten am Rhein kann es nur recht sein, wenn die Flusskreuzer nicht den Bach hinuntergehen. A-Rosa läuft Mainz beispielsweise 98-mal im Jahr an und bringt rund 20 000 Besucher in die Landeshauptstadt. Das freute denn auch den Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, der ebenso wie zwei Mainzelmännchen zur Taufe gekommen war. Die Markenbotschafterin kam indes nicht: Yvonne Catterfeld muss sich erst einmal um die Geburt ihres eigenen Babys kümmern.

     

    Schiffstaufe der A-Rosa Flora in Mainz
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