40.000
  • Startseite
  • » Panorama
  • » Linzer Vater köpft sein Kind mit Kettensäge
  • Aus unserem Archiv
    Linz/Bonn

    Linzer Vater köpft sein Kind mit Kettensäge

    Mit zwei Kettensägen hat ein 24 Jahre alter Handwerker aus Linz (Kreis Neuwied) seinen eigenen Sohn geköpft und anschließend seinem eigenen Leben ein Ende gemacht. Die Brutalität dieses Verbrechens hat selbst hartgesottenen Ermittlern der Bonner Polizei zunächst die Sprache verschlagen.

    Eine Plane verhüllt das Grauen: Ein Polizist sichert das Auto, in  dem bei Hennef ein 24-Jähriger aus Linz seinen Sohn und sich getötet hat.
    Eine Plane verhüllt das Grauen: Ein Polizist sichert das Auto, in dem bei Hennef ein 24-Jähriger aus Linz seinen Sohn und sich getötet hat.

    Linz/Bonn - Mit zwei Kettensägen hat ein 24 Jahre alter Handwerker aus Linz (Kreis Neuwied) seinen eigenen Sohn geköpft und anschließend seinem eigenen Leben ein Ende gemacht. Die Brutalität dieses Verbrechens hat selbst hartgesottenen Ermittlern der Bonner Polizei zunächst die Sprache verschlagen.

    Die Staatsanwaltschaft geht beim Motiv von einem Streit um das Sorge- und Umgangsrecht aus.

    Laut Staatsanwaltschaft stellt sich der Fall so dar: Es herrschen frühlingshafte Temperaturen, als der Vater beschließt, mit seinem drei Jahre alten Sohn ein Eis essen zu gehen. Der 24-Jährige ist zu Besuch bei seiner gleichaltrigen Frau.

    Das Paar lebt in Scheidung, der Sohn bei der Mutter, die von Linz ins nordrhein-westfälische Eitorf gezogen ist. Den Ausflug in den Eissalon in Eitorf nutzt der Mann aus Linz offenbar nur als Vorwand: In einem abgelegenen Waldstück zwischen Eitorf und Hennef im Rhein-Sieg-Kreis tötet er erst seinen Sohn und dann sich selbst.

    Am Mittwochmittag hatte ein Spaziergänger bei Hennef-Süchterscheid ein abgestelltes Auto im Wald gesehen – und einen Schock bekommen. Der Ford Focus war blutverschmiert.

    „Es hat sich uns ein furchtbares Bild geboten“, sagte Georg Jahn, Kriminalhauptkommissar und Leiter der Mordkommission, die die Hintergründe der unfassbaren Tat untersucht, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Bonn. Als Tatwerkzeuge vermuten die Ermittler zwei Kettensägen, die am Tatort gefunden wurden.

    Das brutale Vorgehen des 24-Jährigen lässt auch Oberstaatsanwalt Robin Faßbender nicht unberührt: Mit der ersten Motorsäge soll der Mann nach derzeitigen Kenntnissen seinen Sohn, der auf dem Beifahrersitz saß, enthauptet haben.

    Anschließend nahm er das zweite Gerät, setzte sich auf den Fahrersitz und versuchte, sich selbst auf die gleiche Weise umzubringen. Die schweren Verletzungen, die er sich zufügte, überlebte er nicht. Die Obduktionen dauern allerdings noch an.

    Noch am Dienstag hatte sich die 24 Jahre alte Mutter bei der Polizei gemeldet. Dabei berichtete sie, dass ihr Exmann vor zwei Wochen eine Drohung ausgesprochen hatte, sie und den gemeinsamen Sohn umzubringen. Auch das für Eitorf zuständige Kreisjugendamt habe sie über die massive Drohgebärde informiert.

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb jetzt gegen die Behörde, wie Faßbender bestätigte. Dort gab es am Donnerstagmorgen eine Durchsuchung. „Es geht um den Verdacht einer fahrlässigen Tötung durch Unterlassung“, erklärte er.

    Durch Gewalttaten oder andere Straftaten sei der Exmann bislang nicht aufgefallen, berichtete Jahn. Ausnahme: „Es gab einen Vorfall. Wir können aber noch nicht sagen, ob es sich um häusliche Gewalt handelte.“ Die Mutter des getöteten Kindes werde derzeit von der Polizei betreut.

    Von unserem Redakteur Mario Quadt

    Bluttat mit Kettensägen: Jugendamt wehrt sich - Keine HinweiseDrama um Linzer Vater - Ermittlungen gegen Polizei und JugendamtVater und Sohn tot im Wald
    Panorama
    Meistgelesene Artikel