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    Geschürter Hass in Ruanda- Eine Chronologie

    60er- bis 80er-Jahre: Immer wieder kommt es zu massiven Gewaltausbrüchen gegen die ruandische Tutsi-Bevölkerung.

    Schwere Machetenhiebe haben das Gesicht von Innocent Gakwerere (32) aus Ruanda gezeichnet. Die Schatten der Vergangenheit wird er wohl nie wieder los. Dieses Bild von Thomas Lohnes ist unter anderem in der Ausstellung "Zurück ins Leben" im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Bad Kreuznach zu sehen.
    Schwere Machetenhiebe haben das Gesicht von Innocent Gakwerere (32) aus Ruanda gezeichnet. Die Schatten der Vergangenheit wird er wohl nie wieder los. Dieses Bild von Thomas Lohnes ist unter anderem in der Ausstellung "Zurück ins Leben" im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Bad Kreuznach zu sehen.
    Foto: Thomas Lohnes

    70er-Jahre: Massaker an Hutu im Nachbarland Burundi. Rund 100 000 bis 150 000 Menschen werden dabei getötet. Als Vergeltung richtet sich im Oktober 1972 erneut eine Welle der Gewalt gegen die ruandischen Tutsi.

    4. Oktober 1990: Beginn des Bürgerkrieges. Von Uganda aus greift die Tutsi-Rebellenarmee RPF die Regierungsarmee im Norden Ruandas an. Ziel der Aktion ist es, den "unfähigen" Präsidenten Juvénal Habyarimana zu stürzen. Dieser ruft jedoch ausländische Staaten um Hilfe. Mit Unterstützung von Truppen aus Belgien, Frankreich und Zaire gelingt es, die Rebellen zurückzuschlagen.

    4. August 1993: Arusha-Friedensabkommen zwischen dem Habyarimana-Regime und RPF.

    6. April 1994: Beim Landeanflug auf den Flughafen von Kigali wird die Präsidentenmaschine von Unbekannten mit Boden-Luft-Raketen abgeschossen. Alle Passagiere - darunter Präsident Habyarimana und sein burundischer Amtskollege Cyprien Ntaryamira - und die Crew kommen ums Leben. Etwa 30 Minuten nach dem Attentat beginnen in Kigali die Morde an oppositionellen Hutu und prominenten Tutsi. Zu den ersten Opfern der sich rasch auf das ganze Land ausbreitenden Gewalttaten gehört Premierministerin Agathe Uwilingiyimana. Bis zum 21. April 1994 wird die Zahl der Opfer auf 250 000 geschätzt.

    18. April 1994: Nach der Absetzung des Tutsi-Präfekten in der südruandischen Region Butare beginnen auch dort die Massentötungen durch Milizen.

    Juli 1994: Im Bürgerkrieg siegt die unter der militärischen Führung von Paul Kagame agierende Rebellenarmee RPF über die Regierungstruppen und beendet den Völkermord. Viele Täter und die Mitglieder der Regierung setzen sich ins Ausland ab.

    Die juristische Aufarbeitung des Völkermords geschah durch den Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) in Arusha/Tansania sowie durch die nationale Gerichtsbarkeit Ruandas. Bis 2004 gab es durch ordentliche ruandische Gerichte etwa 10 000 Urteile, ein Fünftel davon waren Freisprüche, 10 Prozent Todesurteile. Der Internationale Strafgerichtshof fällt seit der Aufnahme seiner Tätigkeit im November 1995 bis Anfang März 2012 in 69 Fällen Urteile, darunter zehn Freisprüche.

    RZ-Archiv/Frank Girmann

    Ruanda: Der falsch verstandene Konflikt 20 Jahre Völkermord: Ruandas Narben, die bis heute schmerzen
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