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Koblenz

Wenn Capitoni liest

Als Comedian ist Roberto Capitoni nicht nur in der Rhein-Mosel-Stadt eine Größe. In diesem Jahr ging er unter die Buchautoren und verfasste den vergnüglichen Band „Ich mach dir Betonschuhe“. Erstmals las der Wahl-Koblenzer jetzt aus seinem Werk und eröffnete damit die Herbstsaison auf der Reuffel-Literaturbühne.

Als Comedian ist Roberto Capitoni nicht nur in der Rhein-Mosel-Stadt eine Größe. In diesem Jahr ging er unter die Buchautoren und verfasste den vergnüglichen Band „Ich mach dir Betonschuhe“. Erstmals las der Wahl-Koblenzer jetzt aus seinem Werk und eröffnete damit die Herbstsaison auf der Reuffel-Literaturbühne.

Koblenz – Onkel Luigi aus Palermo ist der heimliche Star an diesem Abend. Der korpulente Sizilianer liebt Pasta und seine Heimat über alles, trägt stets eine dunkle Sonnenbrille und macht seinem Neffen Roberto, Halbitaliener aus Isny, eines Tages ein Angebot, das dieser nicht ablehnen kann: eine gemeinsame Reise vom Allgäu nach Sizilien – und das in einem winzigen Fiat.

Roberto Capitoni – gekleidet in ein italienisches Fußballtrikot – legt los, sobald er an dem kleinen Stehtisch auf einem Barhocker Platz genommen hat. Der Comedian schlägt die erste Seite auf und schlüpft in die Rollen seiner Protagonisten. Jeder der Figuren verleiht er dabei mithilfe seiner wandlungsfähigen Stimme und ausgeprägten Mimik einen eigenen Charakter.

Seine Paraderolle ist ohne Zweifel „Onkel Luigi“: Mit kehliger Stimme und unverkennbar drohendem Unterton lässt der Comedian seine Figur in radebrechendem Deutsch herrlich verquere Sätze sagen wie „Breche du mich nix unter!“ und sorgt so für Amüsement im Publikum.

Dann wieder lässt er seinen Luigi dem Publikum mitteilen, was dieser von Deutschland und seinen Einwohnern hält, die alle aussehen wie „blasse Bratwürste mit Füßen“ und nicht in der Lage sind, ordentliche Pasta zu kochen. Hin und wieder zeigt sich auf sympathische Art und Weise, dass die Lesebühne für Capitoni noch unbekanntes Terrain ist. So merkt man ihm anhand kleiner Versprecher an, dass es dem auf der Bühne so spontanen Comedian nicht immer leichtfällt, sich an den vorgegebenen Text zu halten. Auch die Übergänge zwischen den gelesenen Passagen scheinen sich noch ein wenig in der Probephase zu befinden. Doch mit seiner Erfahrung im Unterhaltungsbereich nimmt Capitoni auch derartige Hürden ganz locker und landet mit seiner ersten Lesung einen beachtlichen Erfolg. Christiane Hausding

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