40.000
  • Startseite
  • » Kultur
  • » Ute Bernhards Kunst aus Worten in Schönschrift
  • Aus unserem Archiv
    Koblenz

    Ute Bernhards Kunst aus Worten in Schönschrift

    „Ankunft der Künstlerin“ steht da, dazu ein Datum. Immer und immer wieder, in dünner Bleistift-Schönschrift, zweimal pro Zeile. Das Datum wechselt, Ute Bernhard hat die mit weißer Acrylfarbe getünchten und zum Tableau arrangierten Holzkästen, die von Freitag, 16. April, an in der Metzgalerie in Pfaffendorf zu sehen sind, über Monate hinweg nach und nach beschriftet. Immer wieder mit denselben Worten: „Ankunft der Künstlerin“.

    Ute Bernhard hat  auch die Schaufensterscheibe im vorderen Raum der Metzgalerie zu einem Kunstwerk  gemacht – auch hier mit Worten in Schönschrift. 
    Ute Bernhard hat auch die Schaufensterscheibe im vorderen Raum der Metzgalerie zu einem Kunstwerk gemacht – auch hier mit Worten in Schönschrift. 
    Foto: Metzgalerie/A. Eberhardt

    Das Werk ist typisch für die Künstlerin, die seit einigen Jahren in Koblenz lebt und arbeitet und nun auch ausstellt. „Schreibfluss“ ist der Titel der Schau in der Metzgalerie – das passt. Sprache ist der Kern ihrer Kunst, aufgebracht auf unterschiedlich große und verschieden farbige Kästen. Zwischen Konzeptkunst, Malerei, Grafik und Poesie ist das einzuordnen. „Das Vergehen der Zeit und die Selbstreflexion über das Arbeiten als Künstlerin“, nennt sie selbst als ihre Themen. Die „Ankunft“, die in dem einen Tableau immer wieder vorkommt, ist ihre lyrische Umschreibung für das erstmalige „Betreten“ der Leinwand: „Da ist dann alles möglich. Oder auch nichts.“

    Gegenüber hängt ein Tableau aus dunkelgrauen Kästen, beschrieben in derselben Schönschrift, diesmal jedoch mit weißer Farbe. Sie benutzt einen Pinsel dafür, den sie immer wieder frisch in die Farbe tauchen muss. Mit jedem Buchstaben wird die Deckkraft geringer. Dadurch entsteht in den Worten ein Verlauf, eine grafische Wirkung. Die Worte bilden eine Struktur. „Zwischen Strenge und Intuition“, ordnet sie ihre Arbeitsweise ein – die Größe und Farbe der Holzkästen gibt sie selbst als Struktur vor. „Das Finden der Worte hat aber etwas Poetisches.“

    Die Metzgalerie ist ein Ort, der die ausstellenden Künstler oft zu einer speziellen Arbeit herausfordert. Auch Ute Bernhard, die an der Kunstakademie in Karlsruhe studierte, hat extra für den vorderen Raum, in dem früher Wurst und Fleisch verkauft wurden, etwas geschaffen: Sie nutzt einzelne Fliesen sowie das große Schaufenster als „Leinwand“, hat mit Windowcolor Worte darauf geschrieben und eine Frauenfigur aufgebracht. So wie sie bei einigen ihrer Arbeiten einen Teil der monochromen Farbfläche frei lässt, hat sie auch die Scheibe nur zum Teil belegt. Wie eine Jalousie senkt sich der Schreibfluss von oben herab. Und stoppt.

    Die Frauenfigur taucht als Umriss ebenfalls auf weiteren Arbeiten auf, Bernhard sieht in ihr ein „Selbstporträt, das aber auch ironisch ist“. Die Figur tanzt etwa durch den Schreibfluss oder wird zugedeckt – von Ute Bernhards Worten.            Tim Kosmetschke

     

    Die Ausstellung wird am morgigen Freitag um 19 Uhr in der Metzgalerie (Emser Straße 74, Koblenz-Pfaffendorf) eröffnet. Zu sehen: 17., 18., 24. und 25. April, jeweils 11 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 0261/18110. Infos: www.utebernhard.de

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
    Claus Ambrosius 

    Leiter Kultur

    Claus Ambrosius

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Anke Mersmann

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Melanie Schröder

     

    Kontakt per Mail

    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!