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    Rengsdorf

    Mit dem Flügel vom Chanson zum Kabarett-Chaos

    Einfach mal abheben und die Welt und all ihre kleinen Problemchen von oben sehen - wer wünscht sich das nicht? Das Rezept von Jutta Wilbertz und Norman Eric Kunz dafür ist einfach: "Dann schnall ich mir den Flügel um", meinen die beiden lapidar und denken dabei weniger an Federschwingen als an das Tasteninstrument.

    "Dann schnall ich mir den Flügel um": Norman Eric Kunz und JuttaWilbertz haben da so ihre Methoden, das Alltagschaos von oben zu betrachten. 
Foto: Angela Göbler
    "Dann schnall ich mir den Flügel um": Norman Eric Kunz und JuttaWilbertz haben da so ihre Methoden, das Alltagschaos von oben zu betrachten.
    Foto: Angela Göbler - ago

    Rengsdorf - Einfach mal abheben und die Welt und all ihre kleinen Problemchen von oben sehen - wer wünscht sich das nicht? Das Rezept von Jutta Wilbertz und Norman Eric Kunz dafür ist einfach: "Dann schnall ich mir den Flügel um", meinen die beiden lapidar und denken dabei weniger an Federschwingen als an das Tasteninstrument. An dem nahm Kunz nämlich im Saal der Rengsdorfer Verbandsgemeindeverwaltung zum Chanson-Kabarett Platz, bei dem Sängerin Wilbertz locker-lässig vom Messie-Dasein bis zu coolen Vampiren im Wohnzimmer flügelte.

    Der ganz normale Wahnsinn fängt bei Jutta Wilbertz schon in der Handtasche an: Da trägt sie nämlich so ziemlich alles mit sich herum, vom Würstchenglas bis zur Seidenstrumpfhose. Und während sie sich zu Hause in der eigenen Messie-Wohnung geborgen fühlt, plagt die Chansonnette vor der Haustür die Angst vor Ängsten im Allgemeinen und ganz besonders die Höhenangst - oder war es Tiefenangst? Wie schön wär es da, einfach abzuheben wie eine kleine, pummelige Hummel, die eigentlich viel zu schwer sein sollte für die winzigen Flügelchen und trotzdem munter herumschwirrt.

    Und während Jutta Wilbertz, den Hummelflügelschlag mit beiden Armen imitierend, um den Flügel flattert, träumt Norman Eric Kunz vom Fitness-Studio und dem Traum-Body. Midlife-Crisis? Ja, kann schon sein, die ist schließlich wie ein "dicker Elefant", der alles niederrennt. Luftig und locker verknüpfen Wilbertz und Kunz Chansons und Kabarett, verquirlen Salsa-Rhythmus mit ewiger Liebe, Alltagschaos und leidenschaftlichem Künstlertum - und trafen damit sichtlich den Nerv von rund 60 Rengsdorfer Zuschauern.

    Jutta Wilbertz ist den Rengsdorfern übrigens schon lange keine Unbekannte mehr, denn auch als Krimi-Autorin war sie hier schon zu Gast und wetzte 2006 in der "Ladies Crime Night" die Dolche. In manchen Chansons merkt man das kriminelle Potenzial der Chansonnette: Das "Girl von Ipanema" bleibt nämlich auf der Strecke und landet hüftwackelnd und braun gebrannt direkt von der Ausflugsjacht im haiverseuchten Salzwasser. Aber wer wird sie schon vermissen, "diese Pute", wenn der Salsa-Takt gleich die nächste Schönheit beschwört? "Wir wünschen uns eben alle Freunde mit Flügeln", sinnieren Wilbertz und Kunz zum Schluss. "Aber ein Klavier tut es manchmal auch."

                                                                           Von unserer Mitarbeiterin Angela Göbler

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