40.000
Aus unserem Archiv
Koblenz

Koblenzer Museumsnacht feiert zehnten Geburtstag

Nachts im Museum: Was Hollywood inzwischen schon zu zwei Filmen inspirierte, ist in Koblenz ein etabliertes Veranstaltungskonzept. Am 4. September geht die „Lange Nacht der Museen“ bereits in ihre zehnte Auflage. Wir sprachen mit der Projektleiterin Silke Raß über Programm und Reiz der Museumsnacht.

Koblenzer Museumsnacht feiert zehnten Geburtstag
Kunstgenuss nach Sonnenuntergang: So wie hier in einer der Galerien in der Mehlgasse genießen die Koblenzer ihre Museumsnacht.
Foto: Koblenz-Touristik

Bei der Koblenz-Touristik laufen alle Fäden der Museumsnacht zusammen. Genauer: bei Silke Raß. Sie ist die Projektleiterin – und selbst fasziniert von der Veranstaltung, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung zeigt.

Frau Raß, wenn Sie jemandem, der noch nie von der Koblenzer Museumsnacht gehört hat, die Veranstaltung ans Herz legen wollten – wie würden Sie das tun?

Wir haben 21 Häuser dabei – und ich finde es immer ganz schwer, da irgendwelche Highlights herauszugreifen. Die Programme, die in den Häusern bei der Museumsnacht geboten werden, sind sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Wenn wir als Veranstalter im Vorfeld in die Programme schauen, fragen wir uns manchmal selbst, was da im Einzelnen wohl dahinterstecken könnte. Wir sind also ebenso gespannt wie die Besucher.

Neben den einzelnen Programmpunkten ist es aber doch vor allem das besondere Erlebnis „Museum bei Nacht“, das die Leute lockt, oder?

Ja, natürlich. Die Museumsnacht dauert von 19 bis 1 Uhr in der Nacht. Und in dieser Zeit nutzen die beteiligten Museen und Galerien die Gelegenheit, sich einmal abseits vom Standard zu präsentieren. Es gibt Musik, Vorträge – es wird wieder sehr abwechslungsreich.

Kann man als Besucher alle 21 Stationen schaffen?

Nein, sicher nicht. Ich bin schon froh, wenn ich vier oder fünf Häuser schaffe. Man sollte sich also schon vorher anschauen, was einen interessiert. Dazu gibt es in diesem Jahr eine Neuerung, nämlich eine eigene Homepage für die Museumsnacht. Unter www. museumsnacht-koblenz.de gibt es alle Infos zum Ablauf der Museumsnacht, dort kann man sich also umfassend informieren, auch wenn man es vorher nicht schafft, sich ein Programmheft in unseren Tourist-Infos oder den Museen abzuholen.

Oder man lässt sich einfach treiben.

Oder das. Man kann sich natürlich auch überraschen lassen. Vielleicht sollte man sich einen Startpunkt heraussuchen – und der Rest ergibt sich. Um von Museum zu Museum zu kommen, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen kostenlosen Bus-Shuttle-Service, auch die Rheinfähre ist wieder im Eintrittspreis von 10 Euro enthalten. Und dann gibt esauchdiekostenlosen Shuttle-Pkw, erkennbar am Logo der Museumsnacht. Da muss man nur zum Fahrer gehen, sein Eintrittsarmbändchen zeigen, und dann fährt der einen gern zum Museum oder zur Galerie der Wahl.

Die Festung ist wegen der Umbauarbeiten nicht dabei.

Richtig, deshalb ist auch die Sesselbahn zur Festung nicht enthalten. Das Landesmuseum auf der Festung wird zwar derzeit umgebaut, lässt es sich aber nicht nehmen, bei der Museumsnacht dabei zu sein. Es gestaltet nämlich gemeinsam mit der Galerie Handwerk das Programm dort in der Rizzastraße.

Am 4. September erleben wir die zehnte Museumsnacht. Wie hat sich die Veranstaltung über diesen Zeitraum entwickelt?

Sehr gut. Wenn Sie nur mal nach den Besucherzahlen schauen: Als wir anfingen, waren es etwa 1700 bis 1800. Inzwischen sprechen wir von 3000 bis 3500, darunter viele von auswärts. Einige Besucher fragen auch schon Wochen oder gar Monate vorher bei uns in der Tourist-Info nach. Ich denke, die Vielseitigkeit des Programms macht einfach den Reiz aus – von der Wehrtechnischen Studiensammlung, wo man sich Nachrichten verschlüsseln lassen kann, bis zur klassischen modernen Kunst im Ludwig Museum. Oder auch die Mehlgasse in der Altstadt: Dort schließen sich seit einigen Jahren ein paar Galerien zur Museumsnacht zusammen. Und dann erleben wir es häufig, dass Menschen da durchschlendern, sich wundern, wie viel da los ist, erfahren, dass es sich um die Museumsnacht handelt – und dann beschließen, einfach auch mal hinzugehen. Es gibt also auch spontane Besucher.

Wo wird diese zehnte Museumsnacht eröffnet?

Bei der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein (AKM) im Haus Metternich. Bei der Eröffnung dabei sein werden unser Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Dr. Dieter Marcos vom Mittelrhein-Museum und Georg Ahrens von der AKM.

Denken Sie jetzt schon an die elfte Museumsnacht im nächsten Jahr?

Noch nicht, jetzt müssen wir erst mal die zehnte auf die Beine stellen. Aber es wird auf jeden Fall eine elfte geben, im Buga-Jahr natürlich auch mit etwas Besonderem. Was genau, darüber denken wir in den nächsten Monaten intensiv nach. Die Museen und Galerien sind da auch stets ganz begeistert mit dabei – schließlich ist es für sie eine Möglichkeit, auch ein Publikum jenseits ihrer Stammklientel kennenzulernen.

Das Gespräch führte Tim Kosmetschke

Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
Claus Ambrosius 

Leiter Kultur

Claus Ambrosius

 

Kontakt per Mail

Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

Redakteurin Kultur

Anke Mersmann

 

Kontakt per Mail

Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

Redakteurin Kultur

Melanie Schröder

 

Kontakt per Mail

Anzeige
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!