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    Mainz

    Kabarettarchiv – Das "Gedächtnis der Satire" feiert den 50. Geburtstag

    Loriot, Wolfgang Neuss, Jürgen von Manger, Hanns Dieter Hüsch - sie alle haben Millionen zum Lachen gebracht. Noch etwas haben sie gemeinsam: Sie sind mit vielen anderen im Deutschen Kabarettarchiv in Mainz verewigt. Das "Gedächtnis der Satire" wird 50 Jahre alt.

    Ein Blick in das Kabarettarchiv im Proviantmagazin.  Das "Gedächtnis der Satire" feiert in diesem Jahr seinen 50.  Geburtstag. Zu den Exponaten zählen fast 30.000 Bücher, nahezu 20.000  Plakate, viele Bilder und besondere Unikate.
    Ein Blick in das Kabarettarchiv im Proviantmagazin. Das "Gedächtnis der Satire" feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Zu den Exponaten zählen fast 30.000 Bücher, nahezu 20.000 Plakate, viele Bilder und besondere Unikate.
    Foto: dpa

    Mainz - Zum Jubiläum des Deutschen Kabarettarchivs in Mainz gibt es ein ganz besonderes Geschenk aus Berlin: Das Goldene Buch aus der "Katakombe", dem Berliner Kabarett von Werner Finck, ist bei der Geburtstagsfeier am Dienstagabend überreicht worden. In dem Buch finden sich unter anderem Einträge von Bertholt Brecht und Carl Zuckmayer. Zur Feierstunde hat SWR 2 am Dienstag eine Folge der "HörBar" im Archiv, das im Proviantmagazin beheimatet ist, aufgezeichnet. Zu Gast waren unter anderem Kabarettist Klaus Peter Schreiner und der Kabaretthistoriker Volker Kühn. Die Sendung ist am 26. November zu hören.

    Zu den Exponaten im Kabarettarchiv zählen derzeit fast 30 000 Bücher, nahezu 20 000 Plakate, viele Bilder und besondere Unikate - wie die Orgel von Hüsch, auf der der Liedermacher bei seinem letzten Auftritt 2001 spielte, oder die Schildmütze von Jürgen von Manger alias Adolf Tegtmeier. Ein schmucker Salon ist eingerichtet mit Möbeln der Chansonsängerin Helen Vita.

    Archivleiter Jürgen Kessler war lange Jahre Manager und Vertrauter von Hüsch - und Manager von Dieter Nuhr, Gastgeber des "Satire-Gipfels" in der ARD. Kessler hat Hüsch bis zu dessen Tod begleitet. Als der Kabarettist, Schriftsteller und Liedermacher vom Niederrhein 2001 einen Schlaganfall auf der Bühne erlitt, war sein Manager dabei und musste die Orgel einpacken, die jetzt im Mainzer Archiv zu sehen ist. Außerdem können die Besucher Fotos, Tonaufnahmen, Noten und Karikaturen bewundern.

    Das "Gedächtnis der Satire" ist seit dem Jahr 2004 im Proviantmagazin zu Hause. Seitdem gibt es auch die Sterne der Satire - die in der Fußgängerzone das Archiv mit dem Unterhaus verbinden. Dort sind etwa Heinz Erhardt, Dieter Hildebrandt, Karl Valentin, Liesl Karstadt, Loriot, und viele andere im Trottoir verewigt. Zurzeit sind 73 Sterne eingelassen. Zuletzt wurde hier im April der Schweizer Franz Hohler mit einem Stern gewürdigt.

    Das Kabarett in Deutschland ist in diesem Jahr stolze 110 geworden. Als Geburtsstunde gilt die Eröffnung des "Überbrettls" in Berlin von Ernst von Wolzogen am 18. Januar 1901. Die erste Blüte erlebte das Kabarett in der Weimarer Republik. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand allmählich eine freie Kabarettszene. Zu bekannten Kabaretts zählen das Kom(m)ödchen in Düsseldorf, die Münchner Lach- und Schießgesellschaft oder Die Stachelschweine aus Berlin. Ein Ableger des Archivs in Bernburg in Sachsen-Anhalt widmet sich dem Kabarett in der DDR.

    Das französische Cabaret feiert bereits 130. Geburtstag. Das Deutsche Kabarettarchiv nimmt das zum Anlass und organisiert im Maison Heinrich Heine in Paris eine Ausstellung. Am 17. November beginnt sie - im November 1881 eröffnete Rodolphe Salis in Paris den Club "Le Chat Noir" - "Die schwarze Katze".

    Für den rheinland-pfälzischen Kulturstaatssekretär und Vize-Stiftungschef des Archivs Walter Schumacher, der gestern zur Jubiläumsfeier das Grußwort sprach, lebt das Kabarett weiter: "Es gab noch nie so viel Kabarett im Fernsehen." Auch für Archivleiter Kessler ist das Kabarett kein Auslaufmodell. "Das Kabarett ist immer totgesagt worden und lebt immer irgendwie weiter." Er zieht allerdings eine Grenze zwischen politischem Kabarett und Comedy. "Da geht's nur um Kult und Quote, um Spaß und Tralala".

    Hinweis: Die Sendung SWR2 HörBar "50 Jahre Kabarettarchiv" wird am Samstag, 26. November, ab 22.03 Uhr in SWR 2 gesendet. Marc-Oliver von Riegen

    Kabarettarchiv: So fing alles an
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