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Koblenz

Hören, wie sich Beethoven entwickelte

Das wird ein Fest für Beethoven-Fans: Gleich an zwei Abenden, am 24. und 25. Februar, interpretiert das Morgenstern-Trio im Zuge der Koblenzer Kammerkonzerte (fast) alle Werke, die der Komponist für diese Besetzung geschrieben hat. In Koblenz findet die erste Aufführung des Projekts statt.

Das Morgenstern-Trio, Catherine Klipfel (Klavier), Stefan Hempel  (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello) gestalten einen  kammermusikalischen Beethoven-Marathon.
Das Morgenstern-Trio, Catherine Klipfel (Klavier), Stefan Hempel (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello) gestalten einen kammermusikalischen Beethoven-Marathon.

Koblenz – Das wird ein Fest für Beethoven-Fans: Gleich an zwei Abenden, am 24. und 25. Februar, interpretiert das Morgenstern-Trio im Zuge der Koblenzer Kammerkonzerte (fast) alle Werke, die der Komponist für diese Besetzung geschrieben hat. Unsere Zeitung sprach mit der Pianistin Catherine Klipfel, die im Trio mit dem Geiger Stefan Hempel und dem Cellisten Emanuel Wehse musiziert, über das ambitionierte Vorhaben. In Koblenz findet die erste Aufführung des Projekts statt.

Frau Klipfel, von wem stammt die Idee für dieses Projekt?

Das lässt sich gar nicht so genau sagen, ich glaube, das ist eine Gemeinschaftsproduktion von Herrn Lehmann, dem Vorsitzenden der Kammerkonzerte Koblenz, und uns, weil wir uns einmal darüber unterhalten haben, dass wir so etwas gern machen würden. Es ist natürlich nicht ganz einfach, dafür einen Veranstalter und vor allem auch das nötige Publikum zu finden. Für uns Musiker sind solche Gesamtaufführungen in jedem Fall ausgesprochen interessant und spannend.

Was reizt Sie daran, Beethovens wichtigste Werke in Sachen Klaviertrio, op. 1 und op. 70, so komprimiert aufzuführen?

Es ist eine fantastische Möglichkeit, die Entwicklung eines Komponisten im Laufe seines Lebens mitzuerleben. Zwischen dem frühen op. 1, bei dessen Entstehung Beethoven gerade mal Anfang 20 war, und dem späten op. 70 liegt eine gewaltige Entwicklung in der Dramatik, in der Konzeption der Trios. Da wird er immer origineller und risikofreudiger, immer extremer. Das ist einmalig, wenn man diese Entwicklung in zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Konzerten nachvollziehen kann.

Warum berücksichtigen Sie nicht die B-Dur-Trios op. 11 und op. 97?

Das würde dann wirklich den Rahmen sprengen, dann müssten wir noch ein drittes Konzert anfügen.

Die Beethoven-Trios sind ja ohnehin so etwas wie ein roter Faden in einigen Ihrer Konzertprogramme. Weshalb gerade sie?

Wir sind von Beethoven fasziniert, weil er so unglaublich vielschichtige und spannende Werke komponiert hat. Es gibt die Gattung natürlich auch schon vor ihm, denken Sie nur an die Trios von Haydn, aber alle Stimmen emanzipiert und das Schema wirklich durchbrochen, nach dem die Geige halt oben spielt, das Klavier begleitet und das Cello sich auf den Bass beschränkt, das hat eben erst Beethoven.

Gibt es ein Trio, das Sie besonders bevorzugen?

Darüber haben wir uns untereinander auch schon unterhalten, sind aber zu keiner Antwort gekommen. Manchmal schien es so, als wäre das vielleicht das dritte des op. 1, das c-Moll-Trio oder das erste des op. 70, das „Geister-Trio“, aber letztlich sind die Werke viel zu unterschiedlich, als dass man sie überhaupt miteinander vergleichen könnte.

Was würden Sie als den typisch Morgenstern'schen Interpretationsansatz bezeichnen? Ist es eine gewisse Spontaneität?

Wir gehen bei unserer Interpretation nicht vom Vergleich mit anderen Ensembles aus, deshalb lässt sich das kaum beantworten. Spontaneität spielt eine gewisse Rolle, es muss etwas in dem Augenblick der Aufführung passieren, mit uns, mit dem Publikum. Man muss 110-prozentig bei der Sache sein, aber das sind andere Ensemble ssicher ebenfalls.

Die Fragen stellte Lieselotte Sauer-Kaulbach

Die Konzerte beginnen am 24. und 25. Februar jeweils um 20 Uhr im Görreshaus. Karten bei der Koblenz-Touristik und bei Piano Thilemann, Koblenz

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