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    Koblenz

    Ein Junge gerät in einen Strudel der Gewalt

    Fremdenfeindlichkeit, Mitläufertum und eine verworrene Liebesgeschichte: Das Stück "Bis in die Wüste", das vor vier Jahren den baden-württembergischen Jugendtheaterpreis gewann, hat viele Facetten. Am Freitag, 16. April, 20 Uhr, feiert es nun in den Kammerspielen des Theaters Koblenz Premiere - mit jungen Menschen des Jugendclubs auf der Bühne.

    Auf einer fast leeren Bühne spielt das Stück "Bis in die Wüste".
    Auf einer fast leeren Bühne spielt das Stück "Bis in die Wüste".
    Foto: Foto: Theater Koblenz/Gri

    Koblenz - Fremdenfeindlichkeit, Mitläufertum und eine verworrene Liebesgeschichte: Das Stück "Bis in die Wüste", das vor vier Jahren den baden-württembergischen Jugendtheaterpreis gewann, hat viele Facetten. Am Freitag, 16. April, 20 Uhr, feiert es nun in den Kammerspielen des Theaters Koblenz Premiere - mit jungen Menschen des Jugendclubs auf der Bühne.

    Für Regisseurin Anna Zimmer ist "Bis in die Wüste" von Jean-Michel Räber in erster Linie ein klassisches Stück über die Pubertät: "Es geht vor allem um die Identitätsfindung von Jugendlichen, und deshalb ist es auch so facettenreich."

    Erzählt wird die Geschichte größtenteils in der Retrospektive. Der 18-jährige Asche (Felix Krieger) erinnert sich, wie es zu der Katastrophe, in die außer ihm auch noch seine Freunde Bodo, Kalle und Sonja verwickelt sind, kommen konnte - ein Mensch ist tot. "Die Form der Erinnerung bringt es mit sich, dass das Stück trotz aller Probleme auch eine gewisse Leichtigkeit besitzt, denn die Erzählweise verläuft nicht chronologisch", erklärt Zimmer. Und es gibt Parallelen zwischen den Generationen, die dem Stück ebenfalls eine ironische Wendung geben.

    Denn nicht nur Asche, der ein Verhältnis mit Sonja, der Freundin seines besten Freundes Bodo, anstrebt, ist in eine Liebesgeschichte involviert. Gleichzeitig kriselt auch die Ehe von Asches Eltern: Sein Vater hat eine Affäre mit einer anderen Frau.

    Gespielt wird "Bis in die Wüste" von sechs Koblenzer Jugendlichen, die für dieses Stück bei einem Casting ausgesucht wurden. Für den Jugendclub am Theater ist dies bereits die dritte Produktion. In seiner Erzählweise erinnert das Stück an einen Film, zumal viele verschiedene Handlungsorte genannt werden. "Bei gewissen Rückblenden zeigen wir deshalb auch einen Film, den wir vorher gedreht haben", sagt Zimmer. Allerdings ist in diesem Film nicht Koblenz Drehort, sondern es handelt sich vielmehr um Szenen, die in einem Studio ohne Requisiten gedreht wurden.

    Fast ohne Requisiten kommt auch das Theaterstück selbst aus. "Es gibt ein paar Sessel, die sich farblich unterscheiden, das sind aber eigentlich die einzigen Requisiten", so Zimmer. Und auch das Bühnenbild ist absolut reduziert - eine leere Spielfläche, die sich auf zwei Ebenen verteilt. "Diese Reduktion kommt dem Stück zugute, da so mehr Gewicht auf die Dialoge und Monologe der Jugendlichen gelegt wird", meint Zimmer. Ein großes Thema dieser Texte ist das Hineinrutschen in eine fremdenfeindliche Ideologie. Ursachen dieses Abdriftens sind vor allem Anpassung aus Bequemlichkeit sowie fehlende Zivilcourage.    (pka)

     Karten: Tel. 0261/129 28 40

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