Wie entsteht eine Tageszeitung? Und wie kommen die Inhalte hinein? Beim Schulprojekt „Kreide trifft Druckerschwärze“ geht es just um diese Fragen. Doch der Bogen wird auch weiter gespannt: Welchen Pfad schlagen die Rhein-Zeitung und ihre Heimatausgaben im digitalen Zeitalter ein? Die 250 Schüler, die im Rahmen des Projekts im Medienzentrum unserer Zeitung zu Gast waren, brachten viele Fragen mit nach Koblenz. Mit ihren Schulklassen nehmen sie am Programm „RZ-Klasse“ teil, bei dem sie über mehrere Wochen hinweg täglich die Zeitung lesen beziehungsweise Zugang zum E-Paper erhalten.
„Ziel ist es, Medienkompetenz und Demokratieverständnis schon bei jungen Menschen zu fördern“, sagt die Projektleiterin Sabine Westermayer. Sie freue sich sehr, dass das Angebot im gesamten Verbreitungsgebiet auf viel Zuspruch stoße. Von Hamm an der Sieg bis Kirn an der Nahe, von Kirchwald in der Vordereifel bis Hilgert im Westerwald nahmen insgesamt zwölf Schulen beim jüngsten Projektdurchlauf im April und Mai teil.




„Wir stellen den Schulen eigenes Material mit Hilfestellungen und Anregungen für den Unterricht zur Verfügung“, erklärt Westermayer. Teil des Projekts ist auch der bei Schülern sehr beliebte Besuch in Koblenz, bei dem eine Führung durch das Druckhaus sowie die Vorstellung der Redaktionsarbeit auf dem Programm stehen. Ende April waren die Grundschüler an der Reihe, Anfang Mai folgten schließlich Schulklassen von weiterführenden Schulen.
Wie eine Zeitung entsteht, konnten sich viele kaum vorstellen. Der Anblick der tonnenschweren Rollen im Papierlager und der riesigen Druckmaschinen brachte viele Kinderaugen zum Staunen. Ebenso groß war das Interesse an digitalen Inhalten wie Podcasts, Social-Media-Videos oder Livetickern, die längst ebenfalls zum Portfolio der Rhein-Zeitung und ihrer Heimatausgaben gehören. Dabei stellten die Kinder und Jugendlichen auch kritische Fragen – etwa wie sich eine Tageszeitung gegen die schier unendliche Konkurrenz im Netz behaupte.




Vertieft wurden auch Fragen, die bereits zuvor im Unterricht thematisiert worden waren: Was ist eigentlich eine Nachricht? Welches Gefahrenpotenzial steckt in Fake News? Und anhand welcher Kriterien entscheiden Journalisten, was wichtig ist? In Diskussionsrunden mit Volontären unserer Zeitung wurde intensiv über solche Fragen gesprochen. Einige Schüler zeigten auch Interesse am Beruf des Redakteurs. „Wie lange braucht ihr, um einen Artikel über das Fußballspiel vom Wochenende zu schreiben?“, erkundigte sich etwa ein Achtklässler der Realschule plus an der Römervilla in Mülheim-Kärlich.
Beim siebten Koblenzer Kultursymposium diskutieren Akteure aus Politik, Medien und Kulturszene zur „Rolle der Medien in Zeiten von Fake News und Künstlicher Intelligenz“ – Breiter Konsens über die dringende Notwendigkeit von mehr Medienkompetenz.
Wie umgehen mit der „digitalen Aufregung“?
Projektleiterin Westermayer sagt zum Mehrwert des Medienprojektes: „Tägliches Zeitungslesen schafft nachweislich deutliche Wissenszuwächse, verbessert das Sprachvermögen und die Konzentrationsfähigkeit.“ Im Zeitalter einer durch Künstliche Intelligenz und soziale Medien verursachten Informationsflut sei eine seriöse Berichterstattung umso wichtiger.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.rz-klasse.de
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Für 9. Juni und 16. Juni sind noch Plätze frei
Das Projekt „RZ-Klasse“ mitsamt Druckhausführung und Kennenlernen der Redaktionsarbeit wird regelmäßig angeboten. Für die Veranstaltungstage im Juni sind noch Anmeldungen möglich. Für Grundschulen ist der 16. Juni vorgesehen, eine Woche zuvor am 9. Juni sind Klassen weiterführender Schulen eingeladen. Die Teilnahme an dem medienpädagogischen Projekt inklusive der Lieferung von Zeitungen an die Schulen, einem E-Paper-Zugang sowie des Besuchs in Koblenz ist kostenfrei. Lediglich der Transfer ins Medienzentrum muss selbst gestemmt und organisiert werden. Anmeldungen sind möglich bei Sabine Westermayer, telefonisch erreichbar unter 0261/892-453 oder per Mail an sabine.westermayer@rhein-zeitung.net kij











