Archivierter Artikel vom 21.10.2021, 12:55 Uhr
Rheinland-Pfalz

Sturmtiefs „Ignatz“ und „Hendrik“: Was die Windböen in Rheinland-Pfalz angerichtet haben

Umgeknickte Bäume, ein kaputtes Windrad und eine Kollision zwischen Schiff und Brücke: Die ersten Herbststürme, der bis Mittwoch tobende „Ignatz“ und der seit Donnerstag wütende „Hendrik“, bringen auch Rheinland-Pfalz schwere Böen. Verletzte gibt es bislang nicht. Noch hat der Deutsche Wetterdienst aber keine Entwarnung gegeben.

Das zerstörte Windrad bei Zilshausen.

Philipp Lauer

Der Sturm riss eines der Rotorblätter ab.

Philipp Lauer

Das zerstörte Windrad bei Zilshausen.

Philipp Lauer

Einige Trümmerteil dürfte mehrere Meter lang sein.

Philipp Lauer

Das zerstörte Windrad bei Zilshausen.

Philipp Lauer

Sturm reißt Rotorblatt von Windrad im Rhein-Hunsrück-Kreis

In der Nähe von Zilshausen hat das Sturmtief „Ignatz“ ein Windrad zerstört. Der Sturm riss eines der Rotorblätter ab. Es stürzte zu Boden. Unterhalb der Anlage lagen die unterschiedlich großen Trümmer weit verteilt, das größte Trümmerteil dürfte mehrere Meter lang sein. Kleinere Teile finden sich noch mehrere hundert Meter weit entfernt. Weitere Infos gibt's hier:


Schiff rammt Eisenbahnbrücke bei Koblenz-Güls

Am frühen Donnerstagmorgen gegen 3.34 Uhr ist ein Fahrgastkabinenschiff auf der Mosel mit der Eisenbahnbrücke in Koblenz Güls kollidiert. Grund war offenbar eine Sturmböe. Durch die Sturmböe hat das Schiff das Brückenjoch zu nahe am Brückenpfeiler durchfahren und es kam trotz Notmanöver zu einem Zusammenstoß. Mehr Informationen dazu gibt es hier:


Pavillon wird im Kreis Neuwied in Stromleitung geweht

Auch im Kreis Neuwied hat es in der Nacht und am Vormittag ordentlich gerappelt. Bäume wurden entwurzelt, Straßenmeistereien und Feuerwehren waren schon früh im Einsatz. Gegen 6.50 Uhr wurde gemeldet, dass in der Bäckergasse in Melsbach ein Pavillon gegen eine Stromleitung geflogen sei. Die Feuerwehr und der Stromversorger wurden mit der Beseitigung beauftragt. Es kam zeitweise zu einem Stromausfall“, meldete die PI und ergänzt: „Bei keinem der gemeldeten Ereignisse kam es zu einem Personenschaden.“ Weitere Infos gibt es hier:


Auch im Landkreis Birkenfeld gab es Stromausfälle

Die Sturmtiefs haben auch im Kreis Birkenfeld viele Bäume umknicken lassen. Außerdem sei es zu Stromausfällen gekommen, heißt es von Polizei und Feuerwehr. „Die Probleme auf den Straßen haben sich in erster Linie auf die Höhenzüge im Hunsrück konzentriert“, sagt Eckhard Hecht, Leiter der Masterstraßenmeisterei (MSM) Kirn. Mehr zu der Lage im Kreis Birkenfeld gibt es hier:


Bahnpendler müssen sich auf Wartezeiten einstellen

Im ganzen Land kommt es seit der Nacht zu Zugausfällen und -verspätungen. Nachdem der Fernverkehr wegen Sturmschäden in Nordrhein-Westfalen am Donnerstagmorgen komplett eingestellt worden war, rollen seit dem Mittag auf einigen Strecken wieder erste Fernzüge. Wie die Deutsche Bahn am Mittag mitteilte, werde der Zugverkehr auf ersten Strecken nach und nach wieder aufgenommen. Es komme jedoch weiter zu Ausfällen und Verspätungen in weiten Teilen Deutschlands. Wie lange die Behinderungen andauerten, sei noch nicht abzusehen.

So dauern die Aufräumarbeiten auf der Strecke Düsseldorf und Köln weiter an, auch sei die ICE-Strecke nach Wuppertal noch nicht befahrbar, sagte ein Sprecher. Der Sturm hatte seit der Nacht Äste und Bäume auf Gleise oder in Oberleitungen geweht. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurde der Bahnverkehr nach Bahn-Angaben bis auf Weiteres eingestellt.

Die Bahn riet, sich vor Fahrtantritt zu informieren. Wer seine für diesen Donnerstag geplante Reise verschieben wolle, könne bereits gebuchte Fernverkehrstickets eine Woche bis nach Störungsende flexibel nutzen.


Naturdenkmal im Kreis Altenkirchen umgeweht

Die Unwettersituation im Kreis Altenkirchen hat sich bereits gegen 11.30 Uhr wieder entspannt, sagt Kreisfeuerwehrinspekteur Ralf Schwarzbach. Die Feuerwehren sind über alle Verbandsgemeinden hinweg zu insgesamt elf Einsätzen ausgerückt. Auslöser waren umgestürzte Bäume und abgerissene Stromleitungen. Es gibt keine Verletzten und auch keine größeren Schäden. Allerdings muss die Gemeinde Friesenhagen den Verlust eines überregional bekannten Naturdenkmals hinnehmen. Die Linde an der St. Anna Kapelle, die bereits in Überlieferungen über die Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts im Wildenburger Land erwähnt wird, wurde vom Sturm umgeweht.


Auch im Westerwald stürzen jahrhundertalte Bäume

Im Westerwaldkreis sind seit 4.30 Uhr Feuerwehren, Polizei und Straßenmeistereien im Dauereinsatz. Bislang gibt es jedoch keine verletzten Menschen zu beklagen. Den spektakulärste Einsatz dürfte bisher die Ransbach-Baumbacher Feuerwehr gehabt haben. Dort ist eine Zelthalle, die von einer Firma als Lager genutzt wurde, auf das Dach der Firma geflogen. In Gershasen hielt eine 400 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Linde den Windböen nicht stand.


Über ein Dutzend Bäume auf den Straßen im Rhein-Lahn-Kreis

Im Rhein-Lahn-Kreis hat es bisher kaum Schäden gegeben. Ledigilich der Verkehr wurde an vielen Stellen eingeschränkt: Zahlreiche Bäume haben den starken Windböen am Donnerstag nicht standgehalten und landeten auf Straßen.


Unfall wegen umgestürztem Baum in Cochem

Auch auf den Straßen des Dienstgebietes der Polizeiinspektion Cochem kam es am heutigen Morgen zu diversen Verkehrsbeeinträchtigungen durch herabfallende Äste und querliegenden Bäumen. Dabei wurde lediglich ein Verkehrsunfall mit einem herabstürzendem Baum verzeichnet. Zu Personenschäden kam es nicht.


Störungen im Bahn- und Schiffsverkehr

In der Verbandsgemeinde Weißenthurm hatte die Feuerwehr bis zum Nachmittag vergleichsweise wenig Dramatisches über die Auswirkungen des Sturmtiefs „Hendrik“ zu berichten.


Hendrik ging die Puste aus: Orkantief richtet im Naheland keine größeren Schäden an

Entwurzelte Bäume, herrenlose Mülltonnen, lose Dachtraufe. Sturm Hendrik fegte am Donnerstag durchs Naheland und über die Höhen, richtete aber keine größeren Schäden an, Personen kamen nicht zu Schaden.