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Ein Stück Freiheit kann man mieten! (Teil 2)

Im ersten Teil unserer Reise hatten wir erlebt, wie sehr hier alles vom Meer abhängt, das mit einem Unterschied von bis zu 15 Metern zwischen Ebbe und Flut enorm beeindruckend ist. Jetzt geht es weiter auf der Wohnmobil-Reise in die Normandie.

Von Jutta Schützdeller

Barfleur
Barfleur, am obersten östlichen Zipfel des Cotentin gelegen, ist ein malerisches, kleines Fischerdorf, dessen Rhythmus von den Gezeiten bestimmt wird.
Foto: Tanja Striesow

3. Etappe: Von Hummern und anderen Meerestieren

Nach so viel Weltkrieg zieht es uns nach Barfleur, einem winzigen Küstenstädtchen an der Spitze des Cotentins. Hier wird der enorme Tidenhub für uns erstmals ganz deutlich, denn bei Ebbe liegt das gesamte Hafenbecken trocken. In der Normandie beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut zuweilen bis zu 15 Metern, die beeindruckende Kulisse von kilometerweiten freiliegenden Stränden ist gerade hier besonders sehenswert. Die Menschen leben mit und vom Meer und so freuen wir uns an diesem Abend über frische Meeresfrüchte.

Barfleur steht im Ruf, dass man hier den besten Hummer essen kann und wir machen die Probe aufs Exempel. Der Campingplatz, auf dem wir unsere Wohnmobile abgestellt haben, liegt nur wenige Gehminuten vom kleinen Hafen entfernt, an dem sich einige Restaurants angesiedelt haben, die vor allem Meeresfrüchte anbieten. Besonders Hummer und Jakobsmuscheln werden hier gefangen und gesammelt und so nimmt es nicht Wunder, das wir sie zu einem akzeptablen Preis auf der Speisekarte finden. Nach dem Essen tut uns der kurze Verdauungsspaziergang gut. Heute beschließen wir den Abend mit einem Glas Wein im vollintegrierten Mobil und begutachten neugierig das Innere.

Wo sind die Unterschiede zwischen den beiden Modellen unserer Wohnmobile? Beiden Mobilen liegen Fahrzeugchassis von namhaften Herstellern zu Grunde. Während der Hymer auf einem FIAT aufgesetzt ist, basiert der Bürstner auf einem Citroen. Beim vollintegrierten Modell wird das Wohnmobil vom Chassis, also der Bodenplatte an beginnend komplett neu aufgebaut, vom ursprünglichen Fahrzeug ist nichts mehr zu sehen. Das Führerhaus des vollintegrierten Reisemobils ist geräumig und hat einen einzigartigen Look durch sein großes Armaturenbrett. Ein vollintegriertes Wohnmobil hat in der Regel keine oder nur eine Türe im Führerhaus. Hinein und hinaus geht man durch die Tür gleich im Wohnbereich.

Das teilintegrierte Modell kann seine Herkunft nicht verleugnen, dem Führerhaus sieht man sein Transporter-Erbe deutlich an. Der Wohnbereich eines teilintegrierten Modells beginnt sichtbar hinter der Führerkabine, in den letzten Jahren hat man diesen Übergang aber so gestalten können, dass er fast nicht mehr spürbar ist. Bei beiden Mobilen lassen sich Fahrer- und Beifahrersitz drehen und zu einem Teil des Essbereiches machen. Auch das vollintegrierte Modell hat seinen Schlafbereich im hinteren Teil, allerdings sind die Grundrisse der Mobile vielfältig und wer sich mit dem Gedanken trägt, zum Wohnmobilisten zu werden, dem stehen nahezu unbegrenzt viele Varianten zur Auswahl. Für uns endet der Abend mit der Erkenntnis, dass es für beide Varianten des Wohnmobils Liebhaber gibt und die Frage nach integriert und teilintegriert eine Grundsatzfrage ist, die wohl für immer in Camperkreisen diskutiert werden wird.

Wohnmobile am Meer
Foto: Tanja Striesow

4. Etappe: Von frischen Äpfeln und Fischern ohne Boot

Der nächste Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück und dem Besuch einer Ciderie. Die Normandie ist eben nicht nur Schauplatz historischer Ereignisse, sondern auch ein Landstrich, der kulinarisch reich beschenkt ist. Das milde, durch den Golfstrom begünstigte Klima lässt nicht nur Palmen gedeihen, sondern bringt auch reiche Apfel und Birnenernte hervor. Der normannische „Cidre“ ist ebenso weltbekannt wie sein hochprozentiger Verwandter, der „Calvados“, der seinen Namen vom Landstrich erhielt, aus dem er stammt. In kleinen (oder größeren) Betrieben werden die üppigen Apfelernten zu wohlschmeckenden Getränken wie dem bekannten Cidre, einem Aperitif namens „Pommeau“, zu Likör oder eben dem unvergleichlichen Calvados verarbeitet. Wir versorgen uns mit etwas Cidre und machen uns auf den Weg an die westliche Küste der Normandie, die sich deutlich von der Ostküste unterscheidet. Kaum hundert Kilometer voneinander entfernt ticken im Westen die Uhren vollkommen anders. Hier besticht die Küste mit endlosen Sandstränden, malerischen Dünenlandschaften, dem Anbau von Karotten und Lauch und der Zucht eines ganz besonders begehrten Tieres:

Der Auster.

Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut fasziniert auch hier. Nachdem wir in Gouville-sur-Mer eingefahren sind und uns auf dem Campingplatz direkt hinter der Strandstraße einquartiert haben, führt uns unser erster Weg ans Wasser. Also im Prinzip, denn als wir eintreffen, ist es gerade „nicht da“. Dafür aber französische Urlauber, die hier einer der liebsten Beschäftigungen nachgehen: Pèche a pièd.

Das bedeutet nichts anderes als „Fischen zu Fuß“ und gibt dem Menschen die Gelegenheit, zu seinen Wurzeln als Jäger und Sammler zurückzukehren. Mit einem Eimerchen und einer Harke bewaffnet marschieren alltäglich Urlauber und Anwohner in die Gezeitenzone, sobald sich das Wasser zurückzieht und kämmen den Untergrund durch. Warum sie das tun wird deutlich, wenn man sich einem von ihnen nähert. Hier werden kleine Herzmuscheln aus dem Untergrund gegraben, es finden sich in den Eimern kleine Krebse, Meeresschnecken und anderes Getier und wer besonderes Glück hatte, der hat in seinem Eimerchen eine Auster liegen, die bei einer der nahen Austernbänke aus dem Netz geschlüpft ist und sich an anderer Stelle verankert hatte. Um den Bestand der Meeresfauna nicht zu gefährden, gibt es strenge Regeln für das „Fischen zu Fuß“. Auf Tafeln am Strand ist nicht nur zu lesen, was man alles vor Ort erbeuten kann, sondern auch, wie viel man davon mitnehmen darf.

Durch einen Schauer laufen wir wieder zurück zum Wohnmobil und freuen uns über die gut funktionierende Heizung, die uns hilft, schnell wieder warm zu werden. Heute Abend gibt es ein großes Festessen. Dank der Keile in der „Garage“ des Mobils können wir unser rollendes Haus gerade ausrichten, sodass beim Braten das Öl nicht in einer Seite der Pfanne zusammenläuft. Wir bereiten eine Fischpfanne zu, bei der verschiedene Fischsorten, Tintenfisch, Jakobsmuscheln und Scampi gemeinsam mit frischem Gemüse in einer Sahnesauce serviert werden. Dazu gibt es Duftreis. Die Küche bietet ausreichend Platz und dank der Dachlüftung sind die Gerüche im Nu verschwunden. Die Fischpfanne übrigens auch. Der romantischste Moment des Tages ist dann der Sonnenuntergang, der von allen Teilnehmern der Reisegruppe ausgiebig fotografiert wird.

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Tanja Striesow

Tanja Striesow

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