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Messebauer ohne Messen

Diezer Messebauer r2m erfindet sich temporär komplett neu!

Frühling ist normalerweise Hochkonjunktur im Messebau und bereits im Februar laufen alle Vorbereitungen auf Hochtouren, damit die Messestände der Kunden passgenau und mit allen erdenklichen Anforderungen auf den Messen hochglänzend parat stehen. Bei Matthias Rether, dem 39-jährigen Geschäftsführer von r2m Büro für Veranstaltungen (r2m) aus Diez, herrschte genau diese Hochkonjunktur. Die Auftragsbücher der seit 15 Jahren am Markt bestehenden Messebaufirma waren voll bis zum Jahresende 2020 mit nationalen und internationalen Messeterminen. Das war im Februar 2020 – etwa vor einem Jahr. Mit Beginn der Corona-Pandemie und dem ersten Lockdown im März war das erfolgreiche Geschäftsmodell des mittelständischen Unternehmens mit 15 Mitarbeitern auf einen Schlag dahin. Alle Messen wurden abgesagt. Das fertig produzierte Standmaterial für Kunden wie Deutsche Bahn, Österreich Werbung (für eine Reisemesse) sowie verschiedene mittelständische Unternehmen musste wieder aus den Lastern geladen werden.

„Ich dachte immer, mit unserem breiten Kundenstamm und unserem guten Namen in der Branche sind wir krisensicher“, berichtet Rether, der auch Mitglied des Stadtrats Diez ist. „Aber dass quasi von jetzt auf gleich die komplette Branche und damit unser Kerngeschäft wegbricht, hat uns schon vor große Herausforderungen gestellt.“ Zunächst war das Team noch gut zwei Monate mit der Rückabwicklung der Messen beschäftigt. Dann stellte Rether seinen KollegInnen die Frage: „Was sollen wir jetzt tun? Alles zuschließen, Hilfen in Anspruch nehmen und abwarten – oder wir gehen alle auf etwas reduziertes Gehalt und ich suche uns Beschäftigung?“ Der einstimmige Beschluss des gesamten Teams war: Wir wollen arbeiten, beschäftigt sein!

Die absolute Stärke des Teams ist seine schnelle Anpassungsfähigkeit, beschreibt Rether seine MitarbeiterInnen. In ihrem Gewerk sind sie mit wechselnden Anforderungen, schwierigen Situationen und kurzfristigen Aufträgen, die kreative Lösungen erfordern, durchaus vertraut. Diese Stärken und die handwerklichen sowie planerischen Kompetenzen des Teams galt es nun anders zu nutzen. Dabei machte Rether die Not ein Stück weit zur Tugend; nahm die Pandemie auf der einen Seite Möglichkeiten für Geschäfte, sorgte sie auf der anderen für neuen Bedarf an Schutzmaßnahmen. Und so entstand die neue Produktlinie r2m Care mit einem breiten Angebot an Notfallinfrastruktur wie Trennwände, Desinfektions-Spender, Spuckschutz-Wände oder Hinweisschilder etwa zu Abstandsregeln. „Hier war unsere eigene kleine Schreinerei sehr hilfreich“, erklärt Rether.

Zudem berichtet er von Hausräumungen, Innenausbauten, Terrassenbau oder dem Marktumbau von Supermärkten, der nur sonntags erfolgen konnte. „Das ist für uns kein Problem, wir arbeiten oft am Wochenende.“ Nachdem dann die Weihnachtsmärkte ausfielen, ging ein weiterer wesentlicher Teil des üblichen Geschäfts verloren. Große Weihnachtsmärkte in Städten und auch Einkaufszentren bestückt r2m regulär zum Jahresende – zumindest einige Aufträge für Weihnachtsbeleuchtung waren geblieben. „Wir wollten das Jahr einfach nur kostendeckend schaffen, Gewinn war nicht die Absicht“, ist Rethers Aussage.

R2m bietet aktuell vor allem temporäre Raumlösungen, etwa für Co-Working, Büros oder Ladengeschäfte. Unter anderem renovierte das Team in den Wintermonaten städtische Sozialwohnungen und baute für den Kreis das „Innenleben“ des Impfzentrums Lahnstein – ebenfalls natürlich in Rekordzeit. Die Aufträge fielen Rether dabei nicht einfach so zu, sondern er nutzte sein Netzwerk, telefonierte viel und bot seine Hilfe und Dienstleistung aktiv an. Auf die vorsichte Frage, ab wann wieder mit „Messebau“ gerechnet wird, antwortet Rether kurz und knapp: „2022; aber wir sehnen uns danach, denn das ist eigentlich das, was wir alle so unglaublich gerne machen. Für den Moment ist halt erstmal noch Anderes dran“, sagt er ganz realistisch. Bis auf temporäre Leistungen wegen Kurzarbeit hat die Firma r2m in der gesamten Corona-Zeit bisher keine staatlichen Hilfen in Anspruch genommen!

r2m Büro für Veranstaltungen

Inhaber: Matthias Rether | Wilhelmstraße 53 | 65582 Diez

Tel: 06432 64505-0 | Mobil: 0177 8239093
info@r2m.de | facebook.de/r2mdiez

Veränderungen gestalten – vier Phasen, die es zu bewältigen gilt!

Menschen mögen es gewöhnlich gar nicht, wenn Pläne durchkreuzt oder getroffene Entscheidungen rückgängig gemacht werden müssen. In der seit 11 Monaten andauernden Pandemie-Situation hat jeder seine eigene Geschichte durchkreuzter Pläne und nicht ausführbarer Entscheidungen zu erzählen. In jedem Fall wurde jeder einzelne in seiner Flexibilität herausgefordert, denn für alle Menschen galt es, ungewollte Veränderungen zu managen. Der Umgang mit diesen im Grunde nicht gewollten Veränderungen folgt dabei einem Muster in 4 Stufen. Zunächst ist da immer die Störung einer Zufriedenheit, einer Ist-Situation, in der man sich wohl fühlt. Die Veränderung kommt plötzlich und unerwartet und führt zunächst zu Verunsicherung, zuweilen Angst – um den Arbeitsplatz, ob man den neuen Herausforderungen gewachsen ist usw. Die nächste Stufe ist Verwirrung. Die Veränderung wird als störend, ungewollt und unnötig empfunden. Wut mischt sich mit Unzufriedenheit, Chaos und Ärger. In Unternehmen trifft man daher bei geplanten Veränderungen in Prozessen, Strategien oder Strukturen fast immer auf massiven Widerstand, weil doch alles gut ist und läuft. Wie lange die Phase der Verwirrung andauert, ist in starkem Maße von der Intensität der Kommunikation seitens der Führung abhängig und ebenso von den Möglichkeiten jedes Einzelnen in der Krise, selbst (wieder) Gestalter zu sein. Je schneller Menschen ein „Ja“ zu der Veränderung finden und überlegen, welche Rolle sie in dem Neuen einnehmen können, umso schneller stellen sich Hoffnung, Erleichterung und der Wille, in dem Neuen zu lernen und Gestalten, ein. Diese vierte Phase nennt man Erneuerung. Und auch diese Erneuerung führt dann irgendwann zur Zufriedenheit, wo sich der Kreis des Modells schließt; und mit der nächsten Veränderung wieder neu beginnt.