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  • Kameradschaften trafen sich zum "Führer-Thing" in der Weinbergstraße 17

    Rheinland-Pfalz. Das 2006 gegründete "Aktionsbüro Mittelrhein" galt als sehr aktiv in der ultrarechten Szene von Rheinland-Pfalz.

    Es agierte faktisch wie eine Freie Kameradschaft, organisierte Demonstrationen, bekämpfte die Antifa, nahm wohl an paramilitärischen Trainingscamps teil und gab politische Schulungen. Bundesweit gibt es etwa 160 Freie Kameradschaften - so eine Schätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz aus dem Jahr 2008.

    Die Aktionsbüroler versuchten, die Neonazis aus dem Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler und Nordrhein-Westfalen zu vernetzen. Darum luden sie laut Anklage alle drei Monate befreundete Kameradschaftsführer zu einem Geheimtreffen ins "Braune Haus" in der Weinbergstraße 17.

    Sie nannten die Treffen "Führer-Thing" - Thing ist das germanische Wort für Volksversammlung. Am "Führer-Thing" nahmen laut Anklage die Vertreter der Kameradschaft Aachener Land teil, außerdem rechte Aktivisten aus Köln, Pulheim und Wuppertal.

    "Aktionsbüros" gibt es bis heute in Thüringen und Sachsen.

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