Koblenz

Acht Gründe: Deshalb hat Koblenz das Barcamp gebraucht

Ein Barcamp? Was für Koblenzer Ohren noch fremd oder nach Theke klingt, hat am Wochenende 200 Menschen fasziniert. Nach der Resonanz wird es eine Wiederholung geben, haben die Veranstalter beschlossen, die Koblenzer Social-Media-Agentur 247Grad, das Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation und die Rhein-Zeitung. Acht Gründe, wieso ein Barcamp in Koblenz überfällig war.

Lesezeit: 10 Minuten

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Sascha Foerster aus Bonn war einer der aktivisten Teilnehmer, bot mehrere Sessions und brachte sich auch in anderen Sessions kenntnisreich ein. Foto: Sascha Ditscher

Die Vorschläge mit den Sessions werden auf Zettel geschriebenund dann an die Wand gepinnt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

„Wen interessiert das?“ Foto: Sascha Ditscher

Themenvorschläge landen an der Pinnwand – hier angepinnt von RZler Lars Wienand (rechts), der über Recherchieren in Sozialen Netzwerken sprach, und Michael Koch, der Marketing auf und mit Facebook aufgriff. Foto: Sascha Ditscher

Aus anderer Perspektive. Foto: Sascha Ditscher

Altersgemischt: Inge Mohr stellt sich als „Silvernerd“ vor, kündigt ihre Session über die „Familie 2.0“ an. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Schlangestehen für die Vorstellung des eigenen Themas. RZ-Chefredakteur wird gleich sein Thema „Klicks sind Glasperlen“ vorstellen. Foto: Sascha Ditscher

Das Interesse daran ist groß. Er wird direkt danach im großen Saal auch damit den Reigen der Sessions eröffnen. Foto: Sascha Ditscher

Johannes Korten von der GLS-Bank, die das Barcamp noch finanziell unetrstützte, stellt sein Thema vor: Wenbig später berichtet er, wie die Bank massenhaft an Followern zulegte, als sie Occupy-Demonstranten in Frankfurt Duschmöglichkeiten anbot. Mit Haltung gewinnt die Bank Aufmerksamkeit und Kunden. Foto: Sascha Ditscher

Organisator Sascha Böhr geht rund, jeder Teilnehmer stellt sich über das Mikro kurz vor. Nach der ersten Runde bieten Teilnehmer ihre Themen für Sessions an, schreiben sie auf Zettel. Die anderen Teilnehmer bekunden durch Handzeichen, wie groß das Interesse ist. Entsprechend werden auf dem Plan die Räume verteilt. Foto: Sascha Ditscher

Der Plan ist festgezurrt, Christoph Krause und Christian Lindner legen letzte Hand an. Foto: Sascha Ditscher

Er steckte dahinter, dass der Plan mit den Sessions auch in kürzester Zeit digital vorlag: hatte ein entsprechendes Programm geschrieben – und hielt dann darüber später auch eine Session. Zudem führte er in Sketchnotes ein: Die Technik, schnelle Skizzen aus Text, Bild und Strukturen zu erstellen. Für viele Teilnehmer absolut neu und ein Gewinn. Foto: Sascha Ditscher

Die einen blicken noch auf den Plan, die anderen ziehen schon los. Foto: Sascha Ditscher

Von unserem Redakteur Lars Wienand

1 – Weil es ein Wunder ist: Die Veranstalter stellen für 20 Euro Teilnahmegebühr Räume, Technik und Getränke und Essen, alles andere findet sich: Es gibt kein Programm vorab. Das Konzept ging auch in Koblenz auf. Binnen einer Stunde stellen sich die Teilnehmer in drei Schlagworten vor, einige schlagen ihre Themen vor. Und dabei kamen 50 Sessions an zwei Tagen heraus.

Und auch noch eine digitale Übersicht der Sessions, für die ein Teilnehmer ein Programm geschrieben hatte.

2 – Weil es klüger macht: „Barcamps sind Bildungsveranstaltungen“, sagt Stefan Evertz, Digitalberater aus Köln. Er war bei mehr als 80 Barcamps und hat 30 mitorganisiert – „und ich bin auf so vielen, weil ich da vieles lerne. Ich nehme immer etwas mit.“ In Koblenz war es für ihn etwa der Austausch über Snapchat oder Vortrag und Live-Demonstration von 3D-Druck. Das sahen auch andere so:

3 – Weil es Werbung für Koblenz ist: Schon kurz nach Beginn rückte das Barcamp überregional in den Blickpunkt: Als es losging, wurde auf Twitter in Deutschland über kein Thema mehr geschrieben als über das „#bcko15“ – das Erkennungswort, unter dem fast 4000 Kurznachrichten geschrieben wurden. Mit-Initiator und -Organisator Sascha Böhr meinte: „Koblenz ist positiv aufgefallen und für viele auf der digitalen Landkarte gelandet.“ Der Ruf vom digitalen Koblenz kann auch Firmen nutzen. Ein Ausfall war die Koblenz Touristik: Keine Resonanz auf Böhrs Bitte um Stadtpläne.

Zum Start des zweiten Barcamp-Tages ging es in die Luft.

RZ-Redakteurin Jennifer de Luca demonstrierte die Drohne und erklärte Fallstricke. Foto: Sascha Ditscher

Und alle Handykameras folgen der Drohne. Foto: Sascha Ditscher

Blick in Sessions beim Barcamp Koblenz. Foto: Sascha Ditscher

Volles Haus, als Christoph Krause über 3D-Druck sprach und ihn demonstrierte. Foto: Barcamp Koblenz

Blick in Sessions beim Barcamp Koblenz. Foto: Sascha Ditscher

RZ-Chefredakteur Christian Lindner sprach darüber, dass guter Journalismus seinen Wert auch – selbstverständlich auch im Internet. Foto: Sascha Ditscher

Blick in Sessions beim Barcamp Koblenz. Foto: Sascha Ditscher

Blick in Sessions. Foto: Sascha Ditscher

Blick in Sessions. Foto: Sascha Ditscher

Blick in Sessions. Foto: Sascha Ditscher

Blick in Sessions beim Barcamp Koblenz. Foto: Sascha Ditscher

Blick in Sessions beim Barcamp Koblenz. Foto: Sascha Ditscher

4 – Weil es wie ein Klassentreffen ist: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer waren zum ersten Mal auf einem Barcamp – und kannten dennoch oft schon viele Teilnehmer. Man folgt sich auf Twitter, auf Instagram, liest die Blogs. „Barcamps sind eine äußerst gelungene Verlängerung von Twitter und Facebook“, sagt Barcamp-Dauergast Evertz. Christian de Vries, Leiter Online des Medienhauses „Der neue Tag“ (Weiden/Oberpfalz), stimmt zu: „Es entstehen stabile Beziehungen für ein gutes Netzwerk.

5 – Weil es zum Mitmachen ermuntert: Reisebloggerin Jana Zieseniß (sonneundwolken.de) aus Rengsdorf erzählte anderen von ihrem Umgang mit dem Fotonetzwerk Instagram – und war dann schnell überredet, dazu selbst eine Session anzubieten. So spontan war auch Christian Bell, Oberstleutnant beim Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr in Mayen. „Ohne Absprache“ mit Vorgesetzten lud er nach seinen Eindrücken vom Freitag am Samstag zu einer Session „Bundeswehr: Ein bisschen Lügen wird man doch dürfen?“ Er bestritt die These und umriss, wie er als Direktor einer Arbeitsgruppe von 28 Nationen um Konzepte für moderne Kommunikation ringt. „Wenn Ihr Zitate aus dem Kontext reißt, könnte mich ein Verfahren wegen Dienstpflichtverletzung erwarten.“

6 – Weil das Klima so positiv ist: Bells Hinweis verstanden alle Teilnehmer richtig, folgten teils sehr kritisch, aber gespannt – und gingen mit Tweets zum Vortrag sehr zurückhaltend um. Böse oder gehässige Reaktionen blieben bei dem Barcamp völlig aus. Es wird sich grundsätzlich geduzt, jeder spricht jeden an, wenn er eine Frage hat. Und die Sessions sind so angelegt, dass sich keiner vor einer Wortmeldung scheut. Bundeswehr-Offizier Bell lernte auch Leute kennen, die er zu einer Social-Media-Tagung des Militärs einladen will. Und dann gab es sogar eine Session, in der die Teilnehmer Gags zu schreiben lernen konnten. Und fürs Gruppenfoto einer Drohne zu winken – auch ein Spaß.

Pizza, Pasta – und Burger. Und Wassereis, und Getränke bis hin zu Cocktails. In den Karten für 10 Euro pro Tag war die Versorgung mit Essen und Getränken inklusive.

Gut aufgehoben von Anfang an: Am Bahnhof wurden Teilnehmer mit einem Shuttle abgeholt. Foto: Torsten Maue

Und im Foyer wartete dann schon Spaß mit Selfies: Die Social-Media-Agentur 247Grad einen Selfieautomaten aufgestellt. Foto: Barcamp Koblenz

... und der wurde reichlich genutzt. Die Bilder sind hier noch zu finden.

Pizza, Pasta – und Burger. Und Wassereis, und Getränke bis hin zu Cocktails. In den Karten für 10 Euro pro Tag war die Versorgung mit Essen und Getränken inklusive.

Pizza, Pasta – und Burger. Und Wassereis, und Getränke bis hin zu Cocktails. In den Karten für 10 Euro pro Tag war die Versorgung mit Essen und Getränken inklusive.

Pizza, Pasta – und Burger. Und Wassereis, und Getränke bis hin zu Cocktails. In den Karten für 10 Euro pro Tag war die Versorgung mit Essen und Getränken inklusive.

Konzentriertes Arbeiten zwischendurch auch auf dem Gang. Foto: Sascha Ditscher

Barcamp-Besucher Christof Wolf, der beruflich mit Social Media wenig zu tun hat, aber begeisterter Nutzer und oft mit großartigen Fotos vertreten ist, fotografiert RZ-Redakteurin Jennifer de Luca, die Fotograf Sascha Ditscher filmt. Foto: Christof Wolf

In einem Hinterzimmer hatte die Handwerkskammer dem RZ-Team für den Liveticker von beiden Tagen und das Schneiden der Videos ein kleines Büro eingerichtet – mit schneller Internetverbindung, was ganz zu Beginn ein Problemchen gewesen war. Foto: Barcamp

7 – Weil es neue Impulse bringt: Julia Groß, Leiterin des Multikanalmanagements bei der Westerwald Bank, war gekommen, um sich „Ideen für neue innovative Services“ zu holen. Bekam sie. Als sie dann als Zuhörerin in einer Session von einer Studie der Bank unter jungen Leuten und deren Verhältnis zu Sicherheit berichtete („wir haben lange auf die falschen Produkte gesetzt, jungen Leuten kommt es nicht auf Bequemlichkeit an“), meldeten sich bei ihr andere Unternehmen, um auch von den Erkenntnissen zu profitieren.

8 – Weil es Vorurteile abbaut: Kompetenzzentrum-Leiter Christoph Krause war von der Idee des Barcamps sofort begeistert, im Umfeld hatte es aber Sorge gegeben, „was für Leute da kommen“ ins mit teurer Technik gespickte Zentrum. Völlig unbegründet, aber selbst Krause war dann noch überrascht, “wie ernsthaft hier alle bei der Sache sind„. Umgekehrt staunten viele, beim Handwerks auf so viel Zukunftsorientierung zu stoßen. Krause selbst faszinierte in zwei Sessions als Experte für 3D-Druck – und stellte fest: Die vermeintlich nerdigen Gäste staunten wie sonst die Zuhörer auch.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Hier sammeln wir die Berichterstattung von Teilnehmern: