KI-Pioniere wie zum Beispiel der britische Wissenschaftler Stuart Russell sehen ihre eigene technologische Schöpfung mittlerweile ganz schön kritisch. Wenn es uns nicht analog etwa zur Atomkraft gelinge, für die Gefahren von KI ein ausreichendes Verständnis zu entwickeln, dann drohe uns am Ende sogar die Auslöschung durch KI. So wie der Mensch andere Spezies ausgelöscht habe, ohne dass diese auch nur verstanden hätten, was da mit ihnen geschehe.
„Schreckensszenarien sind übertrieben.“
„Das sind Szenarien wie in den Matrix- oder Terminator-Filmen, die ich so nicht teilen kann“, betont Kölbach. Untergangs- oder auch nur Schreckens-Szenarien halte er für übertrieben. Auch Modellrechnungen wie diejenige aus dem Citrini-Report, gemäß denen die KI massenweise Jobs überflüssig machen und damit schwere volkswirtschaftliche Schäden anrichten könne, halte er in dieser Pauschalität für übertrieben. Mit dem Citrini-Report befasst sich der „Business-Talk“ übrigens in einer eigenen Folge (Folge 12), die ebenfalls bereits abrufbar ist.
Im Umgang mit KI komme es darauf an, dass man eine eigene, aktive Haltung entwickele. Deutschland und Europa könnten dabei durchaus noch prägend wirken, auch wenn die großen KI-Anbieter zurzeit eher aus den USA oder aus China kämen. „Man kann KI ein eigenes Regelwerk mitgeben. Diese Regeln können durchaus auch aus unserem Kulturkreis kommen“, so Kölbach.

„Deutschland kann eine Vorreiterrolle einnehmen.“
Insbesondere Deutschland könne dabei eine Vorreiterrolle einnehmen. Kölbach zieht dabei eine Parallele zur deutschen Wirtschaftsgeschichte: „Wir waren sehr erfolgreich mit der sozialen Marktwirtschaft und sind es bis heute. Warum soll es uns nicht möglich sein, auch so etwas wie eine soziale KI zu entwerfen?“ Das Wettrennen um die Zukunft der KI und ihrer Einsatzmöglichkeiten habe gerade erst so richtig begonnen. „Wir sind im erst vierten Jahr, in dem das alles so richtig durch die Decke geht. Da hat man noch Möglichkeiten. Der Weltuntergang muss jedenfalls nicht zwangsläufig stattfinden.“
Der „Business Talk“ – die Folgen und Themen im Überblick
Der „Business Talk“ ist ein Podcast-Projekt von Rhein-Zeitung und Westerwaldbank. In ihm diskutieren Dr. Ralf Kölbach (Vorstandssprecher der Bank) und Chefredakteur Lars Hennemann, wie die globale Welt die Wirtschaft der Region beeinflusst. Eine neue Folge gibt es immer am dritten Freitag jedes Monats.
Die letzten Folgen im Überblick:
- Folge 11: In dieser Folge geht es um das Thema Energiepreise (online)
- Folge 12: In dieser Folge geht es um das Thema Zukunft der KI (online)
- Folge 13: In dieser Folge geht es um das Thema Arbeitsmarkt (online)
- Folge 14: In dieser Folge geht es um das Thema Künstliche Intelligenz (online)











