Mainz (dpa) – Erst der Blitzstart, dann der Ausgleich des FSV Mainz 05 – und am Ende jubelt Bayer Leverkusen doch über einen knappen Auswärtssieg. Durch das 4:3 (2:2) meldet sich die «Werkself» eindrucksvoll aus der XXL-Länderspielpause zurück und verlängert zugleich die Heimflaute der Rheinhessen, die seit sechs Bundesliga-Spielen auf ein Erfolgserlebnis in der MEWA Arena warten.
Die Grundlage legte Bayer vor 33.000 Zuschauern in der Anfangsphase: Robert Andrich traf in seinem 200. Bundesliga-Spiel bereits nach fünf Minuten mit Wucht und Patrik Schick machte den frühen Doppelschlag gefühlvoll perfekt (9.). Mainz kam durch die beiden Treffer von Anthony Caci zwar noch vor der Pause zum Ausgleich (33./42.). Doch die Gäste streiften die zwischenzeitlich spürbare Verunsicherung wieder ab und jubelten nach einem heftig diskutierten Kopfballtor von Jarell Quansah sowie Moussa Diabys Treffer zum 4:2 (55./65.). Der eingewechselte Benedict Hollerbach erzielte nur noch das 3:4 (90. +2).
Leverkusen distanziert den FSV
Beide Mannschaften waren mit sieben Punkten in den fünften Spieltag gestartet. Doch Leverkusen nahm nach der dreiwöchigen Unterbrechung den Rhythmus schnell wieder auf und setzte sich durch den dritten Saisonsieg vom FSV ab und in der Spitzengruppe fest.
«In Mainz musst du perfekt spielen, wenn du einen Sieg einfahren willst. Und das ist unser Ziel», hatte Bayer-Coach Carles Martínez erklärt. Sein Team setzte die Vorgabe vor allem in den ersten Minuten um. Andrich, der zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf stand und Ezequiel Fernandez verdrängte, zog in seinem Jubiläumsauftritt von der Strafraumkante per Volley ab und ließ Alexander Schwolow keine Abwehrmöglichkeit. Der Mainzer Keeper vertrat wie schon beim 4:3 bei Borussia Mönchengladbach den verletzten Stammtorwart Robin Zentner.
Zwar hatte FSV-Trainer Urs Fischer gesagt, es sei «mal wieder an der Zeit», einen Heimsieg einzufahren. Zunächst wirkten die Gastgeber aber überfordert und konnten die vom Schweizer geforderten «Basics» nicht abrufen. Die Aufgabe wurde nach Schicks 2:0 noch größer. Der Tscheche entwischte seinen Bewachern und stellte eine vereinsinterne Bestmarke ein. Nach Dimitar Berbatov 2005/06 und Stefan Kießling 2009/10 ist Schick nun der dritte Leverkusener Torjäger, der nach fünf Spieltagen fünf Treffer auf dem Konto hat.
Nach einer halben Stunde wachten dann auch die Gastgeber auf. Sie setzten sich immer wieder in der gegnerischen Hälfte fest – mit Erfolg: Nach einem Eckball stellte Caci den Anschluss her und nur neun Minuten später schlenzte der Franzose den Ball ins lange Eck.
Auch nach der Pause wirkten die Mainzer noch beflügelt. Doch Quansah, dessen Treffer wegen eines möglichen Handspiels von Vorlagengeber Schick überprüft wurde, und Diaby brachten Leverkusen wieder in Führung. Auf den erneuten Zwei-Tore-Rückstand fanden die Mainzer erst in der Nachspielzeit noch eine Antwort: Hollerbachs Anschluss reichte für ein Last-Minute-Remis aber nicht aus.
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