HELFT UNS LEBEN im Westerwald
Neues Auto gibt Axel Sabel mehr Freiheit
Große Freude in Oberelbert (von links): Manuela Lewentz-Twer besucht Kerstin Sabel, die Töchter Johanna und Helena sowie Vater A
Große Freude in Oberelbert (von links): Manuela Lewentz-Twer besucht Kerstin Sabel, die Töchter Johanna und Helena sowie Vater Axel Sabel, dem das neue Auto eine große Hilfe im Alltag sein wird.
Mirco Klein

Mit einem neuen Fahrzeug unterstützt HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation der Rhein-Zeitung und ihrer Heimatausgaben, Familie Sabel aus Oberelbert im Westerwald. Dank großzügiger Spenden unserer Leserinnen und Leser.

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Es ist ein bewegender Moment: Als Axel Sabel mit dem Auto in Ransbach-Baumbach ankommt, ist er den Tränen nahe. Ganz allein ist der Familienvater die 14 Kilometer lange Strecke vom heimischen Oberelbert aus zu seinem Arzt gefahren. Es ist die erste Autofahrt, die er nach elf Jahren ganz allein unternommen hat. Elf Jahre war der Westerwälder, der seit einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt, auf die Hilfe seiner Familie angewiesen, wenn er zu Ärzten, Physiotherapeuten oder Freunden fahren wollte. Immer musste ihn jemand begleiten, ihm helfen, den Rollstuhl im Kofferraum ein- und auszuladen.

Doch nun beginnt eine neue Zeit – für ihn, aber auch für seine Liebsten. Endlich mehr Freiheit, endlich mehr Unabhängigkeit! „Ich bin froh und dankbar, das neue Auto selbstständig nutzen zu können“, freut sich Axel Sabel.

Große Hilfe im Alltag

Möglich wurde der Kauf des neuen VW Caddy Maxi mit Spezialumbau im Gesamtwert von 68.000 Euro dank großzügiger Spenden unserer Leserinnen und Leser an HELFT UNS LEBEN, der Hilfsinitiative der Rhein-Zeitung. Der Verein unterstützt seit 1979 Kinder und Familien im nördlichen Rheinland-Pfalz, die in Not geraten sind. „Ein schwerer Schicksalsschlag kann jeden treffen. Und genau dann beginnt die Arbeit unseres Vereins“, sagt Manuela Lewentz-Twer, die Erste Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und verdeutlicht: „Wir wollen Menschen die Tür zu einem besseren Leben öffnen“.

Und das ist auch diesmal gelungen. Denn der Wagen ist für Axel Sabel eine große Hilfe im Alltag. Dabei kommt moderne Technik zum Einsatz. Der VW wurde mit einem sogenannten Ladeboy ausgestattet. Dieses Verladesystem im Wert von 24.000 Euro ermöglicht es, sobald Axel Sabel vom Rollstuhl auf den Fahrersitz des Autos gerutscht ist, per Fernsteuerung den nun leeren Rollstuhl automatisch ins Fahrzeuginnere hinter den Fahrersitz zu befördern – und umgekehrt. „Das ist eine riesige Erleichterung“, verdeutlicht der 52-Jährige.

Der neue VW Caddy mit moderner Technik ermöglicht Axel Sabel, künftig wieder alleine Autofahren zu können. Das freut nicht nur s
Der neue VW Caddy mit moderner Technik ermöglicht Axel Sabel, künftig wieder alleine Autofahren zu können. Das freut nicht nur seine Familie (von links) Helena, Max, Kerstin und Johanna, sondern auch Manuela Lewentz-Twer, Fred Pretz sowie Mark Beck, den Inhaber des Autohauses Wöll in Katzenelnbogen, und seine Mitarbeiterin Anna Gröning.
Mirco Klein

Das alte Auto der Familie war inzwischen 13 Jahre alt, größere Reparaturen hätten nun angestanden, die sich bei dem hohen Kilometerstand nicht mehr lohnten. Vor wenigen Tagen konnte Manuela Lewentz-Twer ein neues Fahrzeug an Familie Sabel in Oberelbert übergeben. „Das fühlt sich an wie Geburtstag und Weihnachten zusammen“, strahlt Axel Sabel im Beisein seiner Kinder Helena, Johanna und Max. „Wir sind sprachlos und dankbar zugleich“, betont Mutter Kerstin Sabel.

Die Familie ist in der Nachbarschaft beliebt. Und so war es auch einer der Nachbarn, der ihr etwas Gutes tun wollte. Dieser Herr kontaktierte seinen früheren Kollegen und langjährigen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, Fred Pretz, der selbst einige Jahre im Vorstand von HELFT UNS LEBEN aktiv war. Der zögerte nicht lange und meldete sich bei Manuela Lewentz-Twer, um ihr persönlich vom Schicksal der Familie Sabel zu erzählen.

Folgenschwerer Unfall

Rückblick: Das Leben von Axel Sabel änderte sich im Juli 2015 schlagartig. Damals wollte der Familienvater eine kleine Runde mit dem Roller drehen. Es kam zu einem folgenschweren Sturz. Die Ursache ist ungeklärt. Axel Sabel hat keine Erinnerung an das Geschehen. Die Verletzungen waren schwer. Infolge des Unfalls ist er querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Das Unglück stellte das Leben der Familie mit drei kleinen Kindern auf den Kopf. Doch die hielt in der schwereren Zeit zusammen und führt heute ein „normales Leben“, weiß Mutter Kerstin und betont: „Es hätte damals alles noch schlimmer kommen können. Wir haben immer versucht, das Beste aus der Situation zu machen“.

Nach dem Unfall fand Axel Sabel, der vormals bei einem Tiefbauunternehmen auf Baustellen im Einsatz war, eine neue Arbeit. Beim Baustoffhändler Höber im benachbarten Niederelbert ist er als Kundenberater tätig. Und mit dem neuen Auto von HELFT UNS LEBEN kann er nun auch täglich zur Firma fahren. Ganz allein.

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