HELFT UNS LEBEN
Familienferiendorf kann weiter Kraftort für viele sein
Manuela Lewentz-Twer und Lars Hennemann (links), Vorstand von HELFT UNS LEBEN, der Hilfsorganisation der Rhein-Zeitung, lassen s
Manuela Lewentz-Twer und Lars Hennemann (links), Vorstand von HELFT UNS LEBEN, der Hilfsorganisation der Rhein-Zeitung, lassen sich von Hausleiter Michael Nagel das Familienferiendorf in Hübingen zeigen. Zur Rettung der Einrichtung hat HELFT UNS LEBEN 45.000 Euro beigesteuert.
Olaf Nitz/Nitz Fotografie

Die Hilfsorganisation der Rhein-Zeitung HELFT UNS LEBEN hat großen Anteil an der Rettung der Einrichtung. Die Betriebskosten müssen aus eigener Kraft gestemmt werden, der Hausleiter ist zuversichtlich, die nötige Übernachtungszahl zu erreichen.

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Das Familienferiendorf in Hübingen kann weitermachen. Zur Rettung hat auch HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation der Rhein-Zeitung, maßgeblich beigetragen: Anlässlich der Spende von 45.000 Euro haben HELFT UNS LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und der stellvertretende Vorsitzende Lars Hennemann, Chefredakteur der Rhein-Zeitung, die Einrichtung in Hübingen besucht und sie sich von Hausleiter Michael Nagel vorstellen lassen.

Mit seiner Begeisterung für das Feriendorf, in dem Familien mit geringem Einkommen, aber auch mit behinderten Kindern, „Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, ebenso ihre Freizeit genießen können wie Chöre, Selbsthilfegruppen und Vereine, reißt Nagel die beiden Vertreter der Hilfsorganisation regelrecht mit. „In den dreieinhalb Jahren, die ich jetzt hier bin, habe ich so tolle Geschichten erlebt“, sagt der Hausleiter und erzählt auch gern einige davon.

Langjährige Gästegruppe kennt „Hübingen-Effekt“

Von einer Familie mit vier Kindern etwa, die vom Familienferiendorf (FFD) aus erstmals Ausflüge mit den beiden gesunden Kindern machen konnte, während die beiden schwerstbehinderten Kinder von Mitgliedern des hauseigenen pädagogischen Teams eins zu eins betreut wurden. Oder von der Gruppe stotternder Menschen, die schon seit mehr als 15 Jahren ihre Jahrestreffen in der Einrichtung verbringt und dort den „Hübingen-Effekt“ erlebt: „Sie berichten, dass sie schon, wenn sie auf das Gelände fahren, flüssiger sprechen, weil sofort ein Entspannungseffekt einsetzt“, freut sich Nagel.

Manuela Lewentz-Twer und Lars Hennemann zeigen sich interessiert, wie das FFD in die finanziellen Schwierigkeiten geraten ist und wie es weitergehen wird, da die Einrichtung nun vorerst gerettet ist, indem sie 350.000 Euro an Spenden für den Sanierungsplan einsammeln konnte. Wichtigste Zukunftsstütze sei die Zusage einer „Institution, die nicht genannt werden möchte“, der geretteten Einrichtung für die anstehenden Sanierungsarbeiten weitere 700.000 Euro zur Verfügung zu stellen, sagt Nagel.

„Da haben wir mit unserer Spende ja genau richtig gehandelt.“
Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN

Der FFD-Trägerverein hoffe und glaube daran, so Nagel, dass das rheinland-pfälzische Familienministerium diesen Betrag verdoppelt. „Da haben wir mit unserer Spende ja genau richtig gehandelt“, zeigt sich Manuela Lewentz-Twer überzeugt und Nagel antwortet: „Wir sind sehr dankbar dafür, Sie hatten großen Anteil daran, dass wir die 350.000 Euro einwerben konnten.“ Das Aufbringen dieser Summe war seitens des Insolvenzverwalters Bedingung für die Fortsetzung der Sanierungsversuche.

Der Hausleiter erklärt auch, wie es zu den finanziellen Schwierigkeiten der Einrichtung kam: berichtet von der alten Heizung mit Nachtspeicheröfen, die sich nicht mehr steuern ließ, und von der laut Gutachter notwendigen Entscheidung für moderne Infrarotpaneele. Davon, dass ein Teil des dafür benötigten Geldes so spät ausgezahlt wurde, dass ein ganzes Quartal an Übernachtungen ausfiel: „Das war ein wesentlicher Bestandteil der Schieflage.“ Ein weiteres Problem sei gewesen, dass trotz Preissteigerungen das Betriebskonzept beibehalten wurde.

„Wir haben jetzt ein neues Konzept entwickelt, das uns Hunderte an Arbeitsstunden spart.“
Michael Nagel, Hausleiter des Familienferiendorfs Hübingen

„Wir haben jetzt ein neues Konzept entwickelt, das uns Hunderte an Arbeitsstunden spart“, berichtet Nagel. So würden die Gäste jetzt gebeten, die Tische im Speisesaal – „den der Architekt als schönsten Panorama-Speisesaal des Westerwaldes gestaltet hat“ – nach dem Essen selbst abzuwischen. Die Kinderbetreuung werde von vier auf drei Altersgruppen umstrukturiert. Und Gruppen kümmerten sich nun selbst um Getränke und Möblierung ihrer Veranstaltungsräume. Kleine Änderungen für die Gäste – großer Effekt für die Einrichtung, so die Kalkulation.

„Ich gehe davon aus, dass die Zukunft gesichert ist, wenn wir genügend Übernachtungen haben“, sagt Nagel. 23.000 Übernachtungen, antwortet er auf Nachfrage der Spender, braucht das FFD zum Break Even, also 23.000 belegte Betten pro Jahr für die Schwarze Null bei den Betriebskosten. „Wir möchten weiter Anlaufstelle sein für Menschen, die Kraft sammeln wollen für den Alltag“, sagt Michael Nagel.

Gästehäuser bekommen Namen besonders großzügiger Spender

Besonders großzügigen Spendern biete das Familienferiendorf an, schildert der Hausleiter, ein Gästehaus, das mit ihrer Unterstützung saniert werden kann, nach ihnen oder ihrer Organisation zu benennen und gestalten – eine Idee, die bei den HELFT UNS LEBEN-Vorständen direkt auf Gegenliebe trifft. „Da machen wir mit“, sagt Manuela Lewentz-Twer spontan zu und bespricht sofort mit Nagel, wie die Gestaltung aussehen soll. Eine der 40 Unterkünfte auf dem Gelände des Familienferiendorfs in Hübingen wird also schon bald nach HELFT UNS LEBEN benannt werden.

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