Mainz (dpa/lrs) – Regenwasser besser speichern und mehr Brauchwasser einsetzen – das sind nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Christine Schneider Lehren aus dem Dürresommer 2026. «Es wird keine schnellen Maßnahmen geben», sagte die CDU-Politikerin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Und es wird auch nicht die eine Maßnahme geben.»
Geeignete Maßnahmen seien regional sehr unterschiedlich. «Ziel muss es sein, möglichst viel Wasser in der Fläche zu halten, in denen es regnet, damit wir in Zeiten, in denen es knapp wird, genug zur Verfügung haben.» Für die Wasserspeicherung böten insbesondere die Wälder große Kapazitäten.
Machbarkeitsstudie in der Vorderpfalz zu Uferfiltrat
Ihr Ministerium überlege auch gemeinsam mit den Wasserversorgern verschiedene Möglichkeiten. Ein Beispiel: «In der Vorderpfalz wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, wie wir 20 Prozent des Uferfiltrats des Rheins nutzen können, um Grundwasser einzusparen.»
Schneider sieht auch den Einzelnen in der Pflicht. «Wir müssen uns vor Augen führen, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass wir sauberes Trinkwasser immer und jederzeit zur Verfügung haben und uns auch selbst fragen, wo kann ich in knappen Zeiten Wasser sparen?»
Schon Kinder für den sparsamen Umgang mit Wasser sensibilisieren
«Ich bin grundsätzlich eher für eine Politik der Anreize, anstatt dass der Staat alles reglementiert.» Bei privaten Pools etwa gebe es beim Wasserverbrauch große Unterschiede, «welche, die immer wieder befüllt werden und welche, die ein sehr gutes Recycling-System haben».
Wichtig sei es, schon Kinder für den Umgang mit Wasser zu sensibilisieren. Dafür gebe es beispielsweise in Koblenz das Projekt «Mosellum»bei dem Vorschul- und Schulkinder im Umgang mit Wasser geschult würden. «Wir müssen dafür ein viel stärkeres Bewusstsein schaffen.»
Es werde Trinkwasser auch da genutzt, wo vielleicht Brauch- oder Regenwasser verwendet werden könne – etwa bei der Toilettenspülung: «Das sind sicherlich Dinge, die wir in die Zukunft denken müssen, auch bei der Erstellung von Bebauungsplänen.»
© dpa-infocom, dpa:260901-930-612382/1












