Ludwigshafen/Mainz (dpa/lrs) – Einen ernsthaften Neustart für die Karolina-Burger-Realschule plus und keinen kurzfristigen Aktionismus fordert der Elternbeirat Rheinhessen-Pfalz. Es müsse wieder einen sicheren und geregelten Schulalltag in Ludwigshafen mit klaren und verlässlichen Strukturen geben, sagte Regionalelternsprecherin Justyna Winkler der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um das Wohl der Schülerinnen und Schüler.
«Der Name einer Schule darf nicht zu einem negativen Stempel werden, der jungen Menschen bei Bewerbungen oder beim Übergang in ein Berufsleben Nachteile bringen könnte.» Die Kinder und Jugendlichen dürften niemals das Gefühl haben, sich für die eigene Schule rechtfertigen oder sogar schämen zu müssen, mahnte Winkler.
Viele Krankmeldungen von Lehrkräften
Die Realschule in der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz geriet wiederholt wegen Polizeieinsätzen in die Schlagzeilen. Im Januar wurde an drei Tagen in Folge Reizgas versprüht, im vergangenen Oktober kam es zu einem Großeinsatz der Polizei. Im Mai 2025 soll eine Schülerin mit einem Messer eine Lehrerin attackiert haben. Zuletzt hielten Fehlalarme die Feuerwehr in Atem, 14-Jährige prügelten sich auf dem Gelände.
Nachdem sich zum Start in das neue Schuljahr etwa ein Drittel der Lehrkräfte krankgemeldet hatte, zog die Schulaufsicht die Notbremse und kündigte eine Neuaufstellung der Schulleitung sowie ein Maßnahmenpaket für Veränderungen an. Die Probleme in Ludwigshafen seien innerhalb der bestehenden Strukturen nicht zu lösen, das Land müsse übernehmen und Lösungen ermöglichen, begründete Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig den Schritt.
Ministerin im Ausschuss, ADD-Präsident in der Schule
Die CDU-Politikerin wird sich heute zu den Plänen für die Brennpunktschule im Bildungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags äußern. In der Karolina-Burger-Realschule plus werden zeitgleich der Chef der Schulaufsicht, ADD-Präsident Andreas Kruppert, und Bildungsstaatssekretärin Jenny Groß in einer Gesamtkonferenz das Maßnahmenpaket präsentieren.
Die Situation an der Schule dürfe jedoch nicht auf einzelne Personen oder allein auf einen Wechsel der Schulleitung reduziert werden, betonte Elternsprecherin Winkler. Ebenso werde regelmäßige Polizeipräsenz nicht als nachhaltige Lösung angesehen. Stattdessen seien eine Stärkung der Schulsozialarbeit und der dauerhafte Einsatz von multiprofessionellen Teams erforderlich.
Vertrauen muss wieder wachsen
Ergänzend brauche es eine enge Zusammenarbeit mit Schulpsychologie, Förderpädagogik, weiteren Fachkräften und eine aktive Unterstützung von der Schulaufsicht, sagte Winkler. Für eine positive Entwicklung und das Herstellen von Vertrauen sei vor allem auch eine offene und rechtzeitige Kommunikation sowie die Transparenz von Entscheidungen nötig.
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