Kulturgut Wein 
Bopparder Winzer spricht über „anarchistischen Wein“
Kristine Bäder und René Harth haben in Folge neun von "Kork & Schrauber", dem Weinpodcast der Rhein-Zeitung, Florian Weingart (M
Kristine Bäder und René Harth haben in Folge neun von "Kork & Schrauber", dem Weinpodcast der Rhein-Zeitung, Florian Weingart (Mitte) zu Gast.
Christian Mack

Florian Weingart versteht sich weniger als Weinmacher denn als Bewirtschafter von Land – mit Fokus auf Riesling und Spätburgunder, Biodiversität und bewussten Verzicht auf gängige Konventionen. Darüber spricht er im Podcast „Kork & Schrauber“.

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Ist Wein anarchisch? Und wo liegen die Grenzen menschlichen Einflusses im Weinberg und im Keller? In der neuen Folge von „Kork & Schrauber“, dem Weinpodcast der Rhein-Zeitung, spricht der Winzer Florian Weingart aus Boppard über Wein als Kulturgut – und über seine Idee vom „anarchistischen Wein“.

Das Weingut Weingart liegt am Mittelrhein, etwas außerhalb von Boppard. Vor gut zehn Jahren hat die Familie den Betrieb bewusst aus dem Ort in die Weinberge verlagert und damit einen Ort geschaffen, der dem eigenen Selbstverständnis entspricht. Konsequent zeigt sich das auch beim Verkostungsraum: ein umgebauter Bauwagen – bewusst schlicht und funktional. Er steht exemplarisch für einen Gegenentwurf zu aufwendig gestalteten Vinotheken und inszenierten Erlebniswelten. Rund um das Weingut wächst mehr als nur Wein. In den vergangenen Jahren hat Weingart über 100 Bäume gepflanzt und erinnert damit an die historische Vielfalt der Region, in der Obstbau lange eine wichtige Rolle spielte.

Und auch sonst ist in diesem Weingut einiges anders. Die Überschrift „Nachdenken“ gehört nicht standardmäßig zum Internetauftritt eines Weinguts. Bei Florian Weingart finden sich unter dieser Rubrik zahlreiche Essays über Wein als Genussmittel, Produkt und Kulturgut. Unter dem Titel „Anarchistischer Wein“ schreibt Weingart beispielsweise: „Das Kulturgut Wein entzieht sich dem Verfügungsrecht des Menschen.“ Dahinter steht die Idee, dass Wein sich nicht vollständig kontrollieren lässt, sondern immer auch von Jahrgang, Lage und Natur geprägt wird.

Was er damit genau meint und warum er diese Gedanken öffentlich macht, erklärt Weingart im Gespräch mit den Hosts Kristine Bäder und René Harth. Im Zentrum steht die Frage, wie groß der Einfluss des Winzers tatsächlich ist – und wo der Wein beginnt, eigene Wege zu gehen. Jetzt als neue Folge des Weinpodcasts Kork & Schrauber.

Kork & Schrauber

Folge 1, 25. April: Zur Lage des Deutschen Weins – Steffen Schindler

Folge 2, 9. Mai: Aufsteiger am Mittelrhein – Christina Muders vom Weingut Fetz

Folge 3, 23. Mai: Wein, Kirche und Kellergeheimnisse – die Bischöflichen Weingüter Trier

Folge 4, 6. Juni: Deutscher Freundeskreis der Weinetiketten-Sammler – Prof. Euler

Folge 5, 20. Juni: Gelebte Nachhaltigkeit im Weinbau – Sonja Ostermayer

Folge 6, 4. Juli: Kein Wein – Alternative zum entalkoholisierten Wein – Wolfgang Schäfer

Folge 7, 18. Juli: Neu an der Saar – Peter Thehlen, Weinmanufaktur Petershof

Folge 8, 1. August: Neuerfindung nach der Katastrophe an der Ahr – Oliver Swiatek

Folge 9, 15. August: Anarchistischer Wein – Florian Weingart

Folge 10, 29. August: Renommee von der Nahe Stefan Rumpf vom Weingut Kruger-Rumpf

Alle Folgen gibt es unter www.rhein-zeitung.de/korkschrauber

Ressort und Schlagwörter

Rheinland-PfalzWeinbau

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