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    Rheinland-Pfalz

    Wenn Vater oder Mutter kein Unterhalt zahlen: 19 000 Scheidungskinder sind auf Staat angewiesen

    Jedes dritte Kind erhält nach einer Trennung der Eltern nicht die nötige Zahlung für seinen Unterhalt: Rund 19.000 Kinder in Rheinland-Pfalz sind deswegen auf eine staatliche Unterhaltszahlung angewiesen, wie das Familienministerium in Mainz mitteilt. Wenn Vater oder Mutter keinen Unterhalt zahlen, tritt der Staat in Vorleistung. Nach der aktuellsten Erhebung von Ende 2016 ist jedes dritte bis zu zwölf Jahren alte Kind von Alleinerziehenden von dem sogenannten Unterhaltsvorschuss abhängig.

    Bis zu 268 Euro im Monat zahlt der Staat als sogenannten Unterhaltsvorschuss, wenn ein Elternteil von Scheidungskindern dafür nicht aufkommen kann oder will. Davon betroffen sind in Rheinland-Pfalz rund 19.000 Kinder – Tendenz steigend.  Foto: dpa
    Bis zu 268 Euro im Monat zahlt der Staat als sogenannten Unterhaltsvorschuss, wenn ein Elternteil von Scheidungskindern dafür nicht aufkommen kann oder will. Davon betroffen sind in Rheinland-Pfalz rund 19.000 Kinder – Tendenz steigend.
    Foto: dpa

    „Die Zahlen sind erschreckend“, sagt der Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbunds, Christian Zainhofer. „Es ist immer schlecht, wenn ein Kind von Unterhaltsvorschuss leben muss, und die Eltern nicht in der Lage sind, den Unterhalt für ein Kind zu zahlen.“ Grund dafür sei allerdings in den wenigsten Fällen etwa Böswilligkeit eines Elternteils, sondern schlicht die eigene Zahlungsunfähigkeit. „Das sieht man an den geringen Rückholquoten – bei vielen ist einfach nichts zu holen.“ Wie die Bezeichnung Unterhaltsvorschuss schon vermuten lässt, soll der säumige Elternteil diesen zurückzahlen. Aber nur knapp 30 Prozent der Vorschüsse wurden im vergangenen Jahr tatsächlich beglichen. Auch das Ministerium teilt die Einschätzung, dass Väter und Mütter oft finanziell nicht dazu in der Lage sind. Wenn sie sich weigern, obwohl sie zahlen könnten, kann sich der Staat das Geld auch auf dem Wege einer Zwangsvollstreckung zurückholen.

    Immerhin geht es um beträchtliche Summen. In Rheinland-Pfalz wurden 2016 insgesamt rund 37 Millionen Euro an Unterhaltsvorschuss gezahlt, etwa eine Million mehr als ein Jahr zuvor. Die Kosten werden zu jeweils 30 Prozent vom Land und den Kommunen getragen, der Bund steuert die restlichen 40 Prozent bei.

    In den meisten Fällen sind es die Väter, die ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen. Nach einer Schätzung des Ministeriums sind 90 Prozent der Alleinerziehenden, die Unterhaltsvorschuss erhalten, Mütter. Lediglich 10 Prozent gehen an Väter. Das entspricht etwa den Daten aus der Mikrozensus-Erhebung aus dem vergangenen Jahr. Von den landesweit 598.400 Familien – im Verständnis der Statistiker sind das alle Eltern-Kind-Gemeinschaften in einem gemeinsamen Haushalt – hatten Alleinerziehende einen Anteil von 22,5 Prozent. Von ihnen waren 84,1 Prozent alleinerziehende Mütter.

    Je nach Alter des Kindes beträgt der Vorschuss 150 bis 268 Euro im Monat. Familien können die Leistungen in der Kreis- oder Stadtverwaltung beantragen. Zudem hilft das Jugendamt, Unterhaltsansprüche geltend zu machen und den säumigen Elternteil zum Zahlen zu bringen – auch bevor der Staat den Unterhalt vorstreckt.

    Von Katharina Weygold

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