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Linz

Sex mit Schülerin: Lehrer aus dem Kreis Neuwied verklagt Opfervater

Schwer in Worte zu fassen ist, was in Günter W. (alle Namen geändert) vorgeht, als er in den weiß getünchten Fluren des Linzer Amtsgerichts Dirk S. wiedertrifft. Es ist der Lehrer aus dem Kreis Neuwied, der seine damals 14 Jahre alte Tochter Lena verführte. Der Lehrer verklagt nun den Vater des Opfers.

Das Verhältnis des Lehrers mit der 14-Jährigen hat ein langes juristisches Nachspiel.
Das Verhältnis des Lehrers mit der 14-Jährigen hat ein langes juristisches Nachspiel.
Foto: dpa

Linz – Schwer in Worte zu fassen ist, was in Günter W. (alle Namen geändert) vorgeht, als er in den weiß getünchten Fluren des Linzer Amtsgerichts Dirk S. wiedertrifft. Es ist der Lehrer aus dem Kreis Neuwied, der seine damals 14 Jahre alte Tochter Lena verführte. Der Lehrer verklagt nun den Vater des Opfers.

Der zu dieser Zeit 32 Jahre alte, verheiratete Pädagoge verspricht der Teenagerin, Schülerin der Parallelklasse, die er als Klassenlehrer leitet, die große Liebe – 14-mal kommt es zum Geschlechtsverkehr. Doch an diesem Tag nimmt Dirk S. nicht auf der Anklagebank Platz – er ist der Kläger: Der 37-Jährige hat den Vater seiner früheren heimlichen Geliebten verklagt. Es geht um Persönlichkeitsverletzung, der Lehrer fordert zudem eine Unterlassungserklärung.
Dirk S. und Günter W. treffen sich nicht zum ersten Mal vor Gericht: Lenas Eltern zeigen den Lehrer einer weiterführenden Schule im nördlichen Kreis Neuwied an, als die Liebelei wegen einer zufällig gelesenen SMS-Kurzmitteilung auffliegt. Zwei Gerichte verurteilen den bis heute suspendierten Lehrer für katholische Religion, Mathematik und Englisch.

Vom OLG freigesprochen worden

Doch das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz spricht ihn in letzter Instanz frei, weil er nur Vertretungslehrer bei der Schülerin war – und deshalb sei er nicht maßgeblich an ihrer Erziehung beteiligt gewesen, finden die Richter (die RZ berichtete).
Vor den Kadi zerrte Dirk S. den Familienvater aus dem Kreis, weil er annimmt, dass ihm wegen Günter W. ein Engagement als nebenberuflicher Discjockey durch die Lappen gegangen ist. Im Festzelt einer Kirmes am Rhein sollte Dirk S., der unter einem Pseudonym Platten auflegt, die Stimmung anheizen.

Doch der Vertrag mit dem Veranstalter kommt nicht zustande. Der suspendierte Lehrer nimmt an, dass der Auftritt platzte, weil Günter W. dem Veranstalter mitteilte, wer sich hinter dem Pseudonym verbarg. Außerdem, so die Klage des Pädagogen, dürfe er vom Vater nicht als Straftäter bezeichnet werden – schließlich habe das OLG ihn freigesprochen.
Richter Peter Mönnig teilte diese Auffassung des Klägers nicht: Er weist die Klage in allen strittigen Punkten ab und brummt ihm zudem die Kosten des Verfahrens auf. Gegenüber Dritten darf der Hauptschullehrer als Straftäter bezeichnet werden. Wegen der unstreitigen und in den Urteilen des Neuwieder Amtsgerichts und des Koblenzer Landgerichts festgestellten Handlungen, hat sich Dirk S. strafbar gemacht, so Mönnig.
Ausführlich geht der Amtsrichter in seiner Urteilsbegründung auf die Entscheidung des OLG ein: Zwar gehe das Koblenzer Gericht zutreffenderweise davon aus, dass ein Obhutsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern stets eine Frage des Einzelfalls ist.

Doch: Gerade an einer Schule von der Größe, wie sie die Tochter des Beklagten besuchte, sei es so, dass „zwischen Täter und Opfer besondere und engere Beziehungen bestehen, die zu einer gewissen Abhängigkeit führen“, heißt es im Urteil. Außerdem haben sich Tochter und Lehrer während einer schulischen Veranstaltung – einer Fahrt zu einem Musical nach Hamburg – kennengelernt.

Und nicht zuletzt war Lena ihm in Vertretungsstunden und als Pausenaufsicht anvertraut. Denn: Das „Über- und Unterordnungsverhältnis“ zwischen Lehrer und Schülerin endete nicht nach der letzte Vertretungsstunde, stellte der Richter fest.

Von unserem Redakteur Mario Quadt

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