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Mainz

Landesmuseum zeigt sein neues Gesicht

Lange wurde gewerkelt im Landesmuseum Mainz. Nun öffneten die Verantwortlichen erstmals die neu gestalteten Ausstellungsräume für die Presse und gaben Einblick in den nun möglichen chronologischen Rundgang – vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Mainz – Lange wurde gewerkelt im Landesmuseum Mainz. Nun öffneten die Verantwortlichen erstmals die neu gestalteten Ausstellungsräume für die Presse und gaben Einblick in den nun möglichen chronologischen Rundgang – vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Mehr als sieben Jahre hat es gedauert von der Planung bis zur Fertigstellung – jetzt präsentiert sich das Landesmuseum tipptopp herausgeputzt und mit 14 völlig neu gestalteten Abteilungen. Nachdem 2007 bereits das Ende des ersten Bauabschnitts gefeiert wurde, sind jetzt auch Schellbau, Erdgeschoss Marstall und Teile im Gebäude an der Großen Bleiche hergerichtet. Der Clou: Nun kann der Besucher einen chronologischen Spaziergang durch die Jahrhunderte machen.

„Das Landesmuseum gehört zu den Häusern, die internationalen Museumsstandards entsprechen. Es hat sich programmatisch neu ausgerichtet: Die Besucher stehen bei allem, was das Museum bietet, im Mittelpunkt“, sagt Kulturministerin Doris Ahnen. In den Fokus gerückt sind speziell Familien, Kinder und Senioren. Sehr wichtig war auch die Barrierefreiheit. Für sein Konzept ist das Haus mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem 2008 vom Bund Heimat und Umwelt.

Die Didaktik der sechs neuen Abteilungen wurde so fortgeführt, wie man sie bereits aus den früher eröffneten acht Abteilungen kennt. Im Erdgeschoss wartet zunächst ein Auftaktraum auf die Besucher, der sich laut Direktorin Isabella Fehle mit dem befasst, was die Menschheit von Anbeginn umtreibt: Liebe, Glaube, Glück, Tod, Gewalt. In diesen Themenbereichen sind Objekte aus vielen Genres der Kunst zusammengefasst, die im Laufe des Rundgangs wieder auftauchen. Hier ist Anfassen und Ausprobieren gefragt, denn für Besucher stehen zahlreiche Hands-on-Objekte bereit. In der Abteilung „Liebe“ gibt es etwa Parfumflacons mit Liebesdüften wie Rosenholz und Ylang Ylang sowie ein „Liebeskochbuch“.

Der eigentliche Rundgang beginnt im ersten Obergeschoss mit dem Mittelalter. Die Einrichtung des Raumes ist beispielhaft für die Didaktik des ganzen Museums. So wurde die Beerdigung des unbekannten fränkischen Fürsten nachgestellt, der im frühen sechsten Jahrhundert in Planig, heute ein Stadtteil von Bad Kreuznach, beigesetzt wurde. Neben der Grabinszenierung befindet sich eine Vitrine, in der die Originalfunde zu sehen sind, darunter ein wertvoller byzantinischer Spangenhelm. Eine Theatermalerin hat die Funde so eingebunden, dass ihre Funktion schnell erkennbar ist. Eine Infowand und Touchscreens warten mit vielen Erklärungen und Spielen auf.

Mit jedem Schritt durchs Museum marschiert der Besucher ein Stück in die Gegenwart. Ende des Rundgangs, auf dem man die Vergangenheit mit allen Sinnen erleben kann, ist in der modernen Galerie unterm Dach des Schellbaus mit Werken von Picasso, Slevogt, Beckmann, Liebermann und anderen. Nach rund vier Jahren ist diese Sammlung endlich wieder zu sehen, was vor allem den Architekten Jochem Jourdan, der den Umbau betreut hat, entzückt: „Das ist einmalig. Ich bin so glücklich.“

Wer einmal um die Ecke geht, kommt zur Graphischen Sammlung – mit 45 000 Blättern die größte des Landes. Sie verfügt nun über einen eigenen Raum für wechselnde Ausstellungen. Hier hängt etwa auch die berühmte Mainz-Ansicht von William Turner von 1817.

Trotz aller Begeisterung: Das Haus ist noch nicht ganz fertig. So sind die Steinhalle und der Innenhof noch bis 2013 im Umbau. Die archäologischen Objekte, ehemals in der Steinhalle zu sehen, wandern in das Archäologische Zentrum, das in der Altstadt geplant ist. Die Halle selbst wird Raum für Sonderausstellungen. Das wird zumindest Fehle in ihrer momentanen Position nicht mehr miterleben. Sie verlässt Mainz zum Monatsende und wird Chefin am Münchener Stadtmuseum. (Alexandra Schröder)

Info: Der Festakt zur Wiedereröffnung des Landesmuseums für geladene Gäste ist am Sonntag, 21. März. Ab 14 Uhr ist dann für Publikum geöffnet. Ein Tag der offenen Tür ist am Sonntag, 28. März, von 10 bis 18 Uhr. Infos: Tel. 06131/285 70 und http://www.landesmuseum-mainz.de.

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