40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Koblenz wird neue Säule der Rückenwirbelchirurgie
  • Aus unserem Archiv
    Koblenz

    Koblenz wird neue Säule der Rückenwirbelchirurgie

    Koblenz könnte schon bald zu einem bedeutenden Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie und Rehabilitation in Deutschland werden.

    Die Computervisualisten der Universität Koblenz um Prof. Dr. Dietrich  Paulus entwickeln eine Software zur Bildverarbeitung, mit  deren Hilfe sich individuelle dreidimensionale Computermodelle  entwickeln lassen - eine große Hilfe für die Chrirurgrn bei Eingriffen an der Wirbelsäule.
    Die Computervisualisten der Universität Koblenz um Prof. Dr. Dietrich Paulus entwickeln eine Software zur Bildverarbeitung, mit deren Hilfe sich individuelle dreidimensionale Computermodelle entwickeln lassen - eine große Hilfe für die Chrirurgrn bei Eingriffen an der Wirbelsäule.
    Foto: Mads Abildgaard

    Koblenz - Koblenz könnte schon bald zu einem bedeutenden Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie und Rehabilitation werden.

    Die intensive Zusammenarbeit des neuen Instituts für Medizintechnik und Informationsverarbeitung, MTI Mittelrhein, mit den fünf Koblenzer Krankenhäusern soll das möglich machen.

    Derzeit werden neue, bis dato einzigartige Methoden entwickelt, bei denen die Universität in Koblenz eine Schlüsselrolle spielen könnte. Denn die Institute für Computervisualistik und Sportwissenschaft arbeiten derzeit intensiv an Verfahren, die Eingriffe und Therapie besser planbar machen.

    „Rückenschmerzen und krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule sind ein großes Problem unserer Gesellschaft, das schon in naher Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird“, betont Prof. Dr. Karin Gruber. Die Spezialistin für Biomechanik am Sportinstitut und ihr Team arbeiten derzeit an einem Verfahren, individuelle Wirbelsäulenmodelle von Patienten zu entwickeln, um Belastungen zu errechnen.

    Das verbessert vor allem die Eingriffe, bei denen Implantate gesetzt werden – zum Beispiel bei schweren Bandscheibenvorfällen. Gerade auf diesem Gebiet mussten sich die Operateure bislang auf ihr Fingerspitzengefühl verlassen, weil exakte Daten für die OP-Planung fehlten.

    Das dürfte sich bald ändern. Denn die Computervisualisten der Universität um Prof. Dr. Dietrich Paulus entwickeln derzeit eine neue Software zur Bildverarbeitung, mit deren Hilfe sich individuelle dreidimensionale Computermodelle entwickeln lassen. Grundlage hierfür sind die Daten aus den Voruntersuchungen per Magnetresonanz- oder Computertomografie, die bislang für eine realistische Simulation einer Operation nur eingeschränkt verwertet werden können. Das soll sich schon bald grundlegend ändern.

    Dass das MTI Mittelrhein die Wirbelsäulenforschung zu einem Schwerpunkt gemacht hat, kommt nicht von ungefähr: Im Brüderhaus befindet sich ein Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie, das unter Leitung von Chefarzt Dr. Kilian unmittelbar mit der Forschergruppe im Bereich der Computermodellierung an der Universität zusammenarbeitet. Damit eng verbunden sind die radiologischen Abteilungen des Bundeswehrzentralkrankenhauses und des Stiftungsklinikums Mittelrhein, die mit Wirbelsäulendaten modernster bildgebender Verfahren die Basis für die Bildverarbeitung in der Computervisualistik liefern.

    Die Koblenzer Krankenhäuser haben gerade in jüngster Vergangenheit ihre Abteilungen für Orthopädie und Unfallchirurgie massiv aufgerüstet – allen voran das Katholische Klinikum, das erst kürzlich eine Klinik für Sportorthopädie und Unfallchirurgie geformt hat. Und auch am Gemeinschaftsklinikum Kemperhof hat man ein großes Interesse an einer Zusammenarbeit. Dort hat die Unfallchirurgie in den vergangenen Monaten ebenfalls einen enormen Schritt nach vorn gemacht.

    Doch es muss nicht immer gleich eine Operation sein. Auch Rehabilitation und Krankengymnastik können künftig mithilfe des neuen Verfahrens optimiert und vor allem individualisiert werden. Denn eine gute Therapie hat schon oft dazu beigetragen, auch schwere Bandscheibenvorfälle ohne chirurgischen Eingriff zu beherrschen. Allerdings hing dabei vieles vom Geschick und der Erfahrung des Physiotherapeuten ab. Individuelle Modelle könnten jetzt die Behandlung besser planbar machen, weil genau dargestellt werden kann, wo die Kräfte wirken.

    Das ganze Projekt hat nur einen Haken: Das MTI Mittelrhein leistet derzeit noch Grundlagenforschung, die über die Zusammenarbeit mit den örtlichen Krankenhäusern bis zur „Serienreife“ nach vorn getrieben werden kann. Voraussetzung hierfür sind aber ausreichende Forschungsgelder. Nach positiven Vorgesprächen arbeitet das MTI jetzt an einem entsprechenden Antrag innerhalb der Initiative Gesundheitswirtschaft des Wirtschafts- und des Sozialministeriums in Mainz. Dort steht man den Forschungen grundsätzlich positiv gegenüber.

    Die Botschaft, dass sich Koblenz nicht nur als Zentrum der Informationstechnologie, sondern auch als ein Schwerpunkt der Gesundheitswirtschaft profilieren will, ist in der Landeshauptstadt angekommen. Die Chancen für eine Förderung stehen gar nicht so schlecht, weil gerade die Hochschulregion Mittelrhein gehalten ist, ihr Forschungsengagement auszubauen.

    Beim fächerübergreifenden Gesamtvergleich mit den Universitäten in Kaiserslautern, Mainz oder Trier hinkt der Norden nämlich noch nach. Das soll sich ändern. Und zwar schnell. Universität und FH haben die Weichen gestellt.

     Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach

    MTI. Was ist das eigentlich?
    Rheinland-Pfalz
    Meistgelesene Artikel
    epaper-startseite
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Montag

    10°C - 14°C
    Dienstag

    13°C - 16°C
    Mittwoch

    12°C - 20°C
    Donnerstag

    12°C - 19°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!