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    Rheinland-Pfalz

    Gesundkeit leidet: Langer Weg zur Arbeit macht krank

    Pendeln, Überstunden und ständige Erreichbarkeit machen immer mehr Arbeitnehmer krank. Laut dem Fehlzeitenreport des wissenschaftlichen Instituts der AOK ist die Zahl der psychischen Erkrankungen seit 1994 um 120 Prozent gestiegen.

    Pendler in Frankfurt am Main
    Pendler am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main: Kilometerweites Pendeln gehört für die meisten Beschäftigten zum Alltag. Viele nehmen ihre Arbeit auch mit nach Hause.
    Foto: Marius Becker - DPA

    Viele Angestellte zermürbt der lange Weg zur Arbeit: Nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung klagten Pendler, die pro Tag mindestens zwei Stunden für Hin- und Rückweg unterwegs sind, öfter über einen schlechten Gesundheitszustand oder depressive Verstimmungen. Beschäftigte, die 500 Kilometer von ihrem Wohnsitz entfernt arbeiten, fehlten im vergangenen Jahr einen halben Tag mehr wegen psychischer Erkrankungen als Arbeitnehmer, die weniger als 30 Kilometer zur Arbeit brauchen.

    Die Techniker Krankenkasse stellte in ihrem Report im Juni fest: Psychische Störungen kommen häufiger bei Menschen vor, die oft ihren Job oder ihren Wohnort wechseln. Die Belastung durch lange Fahrten könnte sich in Zukunft in Rheinland-Pfalz noch verstärken. So mussten nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahr 2004 bereits rund 21 Prozent der Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz 25 und mehr Kilometer zum Arbeitsort pendeln. Bei einer Befragung im Jahr 1996 waren es nur 18 Prozent. Die Zahl der Pendler, die zwischen 30 und 60 Minuten für ihren Weg zur Arbeit brauchen, ist von 250 700 im Jahr 2000 auf 298 400 im Jahr 2008 gestiegen.

    Insgesamt sind die Fehlzeiten in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent angewachsen. Das ergab der Gesundheitsreport der Kasse Barmer GEK. Damit liegt Rheinland-Pfalz deutlich über dem Bundesdurchschnitt (4,2 Prozent).

    Der AOK-Report zeigt auch: Wer Beruf und Freizeit nicht miteinander vereinbaren kann, klagt doppelt so oft über Symptome wie Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Kopfschmerzen wie der Durchschnitt. Wer häufig Privates wegen des Jobs verschiebt, an Sonntagen arbeitet oder viele Überstunden macht, hat häufiger psychische Beschwerden. Insgesamt fühlt sich jeweils jeder Fünfte erschöpft oder kann nicht abschalten. „Arbeitnehmer, die ständig erreichbar sind, die immer am oberen Limit arbeiten, Beruf und Freizeit schlecht trennen können oder lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, sind großen psychischen Belastungen ausgesetzt“, sagt Report-Herausgeber Helmut Schröder. Mehr als zehn Millionen Menschen könnten betroffen sein.

    Denn mehr als jeder dritte der 37 Millionen Arbeitnehmer erhält häufig Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit oder leistet Überstunden. Mehr als jeder Zehnte nimmt Arbeit mit nach Hause. Fast jeder achte Beschäftigte gibt an, dass er Probleme mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit hat. Und jeder Zweite ist außerhalb der Arbeitszeit erreichbar.

    Die AOK fordert die Wirtschaft auf, die immer flexiblere Arbeitswelt verträglicher zu machen. Die Mitherausgeberin des Reports, Antje Ducki, fordert: „Arbeit möglichst vorhersehbar halten, planbar machen, Sinn herstellen.“ Immer mehr Erwerbstätige identifizierten sich enorm mit ihrer Arbeit und ihren jeweiligen Projekten. Selbstständige würden immer mehr zum Prototyp des Berufslebens. Das Problem dabei: „Sie arbeiten aus sich selbst heraus deutlich über ihre Leistungsgrenzen hinaus.“ Nach jahrelangen Ankündigungen will die Koalition eine Strategie für mehr Gesundheitsvorbeugung vorlegen. Burn-out soll im Mittelpunkt stehen.

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