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    Rheinland-PfalzE-Autos: Wenn Schnellladen zur Geduldsprobe wird

    Ihr Tank ist leer? Dann fahren Sie einfach zur Tankstelle. Aber dort steht an der Zapfsäule: „Bitte Mitgliedskarte einstecken“. Kein Problem, denken Sie, ich habe ja eine von der XY-Power AG. Doch die akzeptiert die Tanksäule nicht: „Kein Vertragspartner!“ So ein Pech, jetzt müssen Sie eine andere Tankstelle suchen - falls der Sprit noch reicht.

    Ladestecker wie diese könnten zum Auslaufmodell werden. Laden durch Induktion und kompletter Akkutausch werden derzeit intensiv erforscht. Zudem stünde die Brennstoffzellen-Technik als Alternative zur Verfügung, bei der Wasserstoff getankt wird, dessen Verbrennung den Strom für den Antrieb erzeugt. Die Energiebilanz ist jedoch derzeit deutlich schlechter als beim Akkubetrieb.
    Ladestecker wie diese könnten zum Auslaufmodell werden. Laden durch Induktion und kompletter Akkutausch werden derzeit intensiv erforscht. Zudem stünde die Brennstoffzellen-Technik als Alternative zur Verfügung, bei der Wasserstoff getankt wird, dessen Verbrennung den Strom für den Antrieb erzeugt. Die Energiebilanz ist jedoch derzeit deutlich schlechter als beim Akkubetrieb.
    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Jochen Magnus

    Tatsächlich stehen E-Auto-Fahrer vor ähnlichen Problemen: nicht jeder kann jede Ladesäule nutzen, oft muss man bei einem "Mobilitätsdienstleister" registriert sein, über den das Laden abgerechnet wird. Auch diese Abrechnungsmöglichkeiten sind vielfältig: Pro Ladevorgang, nach Zeit oder nach Strommenge. Manchmal ist das Laden teurer als Diesel tanken, manchmal fast geschenkt. Wegen all dieser Probleme werden etwa 90 Prozent der Ladevorgänge privat getätigt: an ganz normalen Schuko-Steckdosen zu Hause.

    Den „Sprit“ selbst erzeugen

    Davon können konventionell Motorisierte natürlich nur träumen. Im Idealfall erzeugen die E-Fahrer sogar ihren Strom selbst oder beziehen ihn aus erneuerbaren Quellen. Nachteil: Ohne eine teure, private "Wallbox" kann es länger als eine Nacht dauern, bis der Akku komplett geladen ist.

    Unschlagbar umweltfreundlich, technisch überlegen und mit hohem Fahrspaßfaktor, so könnte die Zwischenbilanz aus unserem E-Auto-Alltagstest überschrieben werden. Aber auch: Schon für mittlere Distanzen unpraktisch. Denn echte Schnellladestationen mit Gleichstrom, an denen unsere Testfahreuge mit dem Steckerstandard CCS in Minutenschnelle Strom für 100 und mehr Kilometer nachladen könnten, sind selten. Es gibt eine in Koblenz, eine in Neuwied und exklusiv für Tesla-Fahrer noch eine bei Montabaur. An den durchaus zahlreich vorhandenen "Schnellladestationen" - Steckertyp 2 mit Wechselstrom - können unserer Test-VW dagegen nur langsam tanken (6-7 Stunden), das ist eine technische Schwäche, die sie mit anderen, aber nicht allen, E-Automodellen teilen. Die Ladesäulen selbst können zwar drei- oder sogar sechsmal soviel Strom abgeben, doch um den zu "verdauen", müsste aufwändige Elektrik im Fahrzeug verbaut werden, die Platz und Geld kostet. Die sehr teuren Teslas haben das natürlich an Bord und die Fahrer der elektrischen Nobelschlitten können nicht nur kostenlos an den markeneigenen "Superchargern" laden, sondern auch mit maximaler Ladeleistung an fremden Säulen.

    Ist schon das Nachladen lästig, so wäre eine zuverlässige Reichweitenermittlung umso wichtiger. Doch auch die schwankenden Anzeigen bremsen den Fahrspaß aus. Wir haben aus unserem Alltagstest bisher gelernt: Wer sich nicht vorher gründlich informiert hat, ahnt kaum, wie stark sich Steigungen, Gefälle, Zuladung, Außentemperatur und Zusatzverbraucher bemerkbar machen. Vor allem die Heizung kostet Strom, denn die dafür nutzbare Abwärme eines Verbrennungsmotos liefert der viel energieeffizientere Elektroantrieb nicht; sie kostet hier zusätzlichen Strom und damit Reichweite.

    Lösungen in naher Zukunft sichtbar

    Doch die Probleme von heute könnten morgen schon gelöst sein: Mehr als 600 neue Ladepunkte sind in den vergangenen sechs Monaten in Deutschland hinzugekommen. Und es geht noch mehr: Norwegen hat ungefähr so viele Einwohner wie Hessen, aber mehr elektrische Ladesäulen als ganz Deutschland. In den kleinen Niederlande stehen viermal so viele, in Frankreich und Großbritannien doppelt so viele Stromtankstellen wie bei uns. Aber braucht man die in Zukunft noch so zahlreich?

    Denn schon ab dem kommenden Jahr steigern sich Reichweiten einiger Modelle um 50 bis 100 Prozent auf 200 bis 300 "echte" Kilometer. Auch hier geht noch mehr. Die "Reichweitenangst" dürfte bald der Vergangenheit angehören. Und für die vielen E-Zweitwagen- und Kurzstreckenfahrer gehört sie heute schon eher zu den eingebildeten Krankheiten.

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