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    Niederahr

    E-Auto-Alltagstest: Daumen hoch für den E-Up – der Strom fürs Auto wäre schon mal da

    Kann man elektrische Autos im Alltag nutzen? Kommt man in unserer weitläufigen, bergigen Region sicher ans Ziel? Das untersucht unsere Zeitung gemeinsam mit Volkswagen und der Motor-Agentur SP-X. Fünf Familien testen zwei Wochen lang jeweils ein E-Auto. Heute berichtet Familie Fein aus Niederahr bei Montabaur im Westerwald über ihre erste Testwoche.

    Wenn Michael Fein mit dem elektrischen VW-Up durch Niederahr und die Nachbarorte fährt, dann schauen sich die Leute um.
    Wenn Michael Fein mit dem elektrischen VW-Up durch Niederahr und die Nachbarorte fährt, dann schauen sich die Leute um.
    Foto: Jochen Magnus

    Von unserem Redakteur Jochen Magnus

    Die Nachbarn der Feins wussten es schon vorher, riefen an und beschwerten sich: "He, wir wollten doch das E-Auto testen!" Natürlich war das nur ein Spaß, aber auf diese Weise erfuhren Michael und Petra Fein, dass ihre Einsendung aus den mehr als 1100 Bewerbungen um einen Testwagen gezogen worden war. Zwei Wochen E-Up fahren war der Gewinn.

    Mit Michael Fein hatte das Los den Richtigen getroffen. Er ist gelernter Kfz-Mechaniker, sogar Meister des Faches, akademisch zum EDV-Fachmann ausgebildet und bietet so alle Voraussetzungen für ein nüchternes Urteil. Grundlage sind 800 in einer Woche elektrisch gefahrene Kilometer.

    Aber Autofahren hat ja auch eine emotionale Seite. Und hier sind sich die beiden Feins einig: "Das elektrische Fahren macht Spaß!" Mehr als mit konventionellen Antrieben, weil es "spritziger" ist, angenehm leise, beinahe lautlos im Innenraum selbst dieses Kleinstwagens: Daumen hoch für Up!

    Thumbs Up – aber …

    Wie bei den drei zuvor interviewten Familien kommt nun das "Aber": "Wenn man zügig fährt, schon bei 100 bis 110 Kilometern pro Stunde, dann kann man zugucken, wie die Ladeanzeige sinkt", sagt Michael Fein. Er erzählt von den Wochenendausflügen: "Am Samstag ging's 35 Kilometer nach Koblenz zu einer Shoppingtour. Und dank eines erfolgreichen Aufladevorgangs im ADAC-Parkhaus – als Mitglied sogar gratis – konnten wir entspannt die Rückfahrt antreten. Meine Frau unternahm am Abend noch eine 40-Kilometer-Fahrt mit der Füllung. Negativ war nur, dass wir ins Parkhaus fahren mussten, um zu tanken. Das kostete 1,50 Euro pro Stunde und war nur in den Öffnungszeiten von 10 bis 16 Uhr möglich."

    Die Fahrt nach Limburg, etwa 30 Kilometer von Niederahr entfernt, verlief ebenfalls problemlos. Fein wollte nur sicherheitshalber nachladen, und dabei enttäuschte ihn die von VW zur Verfügung gestellte Smartphone-App. Sie zeigte keine Ladestation in Innenstadtnähe an: "Die Infrastruktur für E-Autos ist – noch – sehr schlecht, was die Flexibilität und Spontanität im Alltag extrem negativ beeinflusst, denn je länger wir den E-Up fahren, desto stärker fällt uns auf, dass wir stets überlegen, wohin können wir fahren, wie viel Strom verbleibt noch, welche Fahrten können wir noch unternehmen. Oder müssen wir doch auf unser eigenes Auto umsteigen – sicherheitshalber?", resümiert Fein.

    Höhenmeter sollten mitberechnet werden

    Auch die schwankende Restreichweitenanzeige bemängeln die Feins: "Von uns aus nach Koblenz sinkt die Anzeige um zehn Kilometer, zurück – bergauf – werden aus 35 echten Kilometern 90 beim Verbrauch. Die Anzeige ermittelt zu kurzfristig ihre Werte", meint der Auto- und EDV-Fachmann. Ähnlich wie schon die Testerin Jutta Allmeroth schlägt er vor, dass auch Höhenprofile in die Reichweitenermittlung mit einbezogen werden sollten.

    "Der Kasten Wasser passt rein, das Auto fährt sich toll, lässt sich leicht bedienen und die Fahrleistung ist die eines größeren", lautet das Fazit. Aber auch: "Das ist noch zu teuer." Wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis später mal stimmt, sind die Feins gut vorbereitet. Ihre Fotovoltaikanlage auf dem Dach produziert bis zu 10 Kilowatt Leistung, damit lädt man problemlos ein E-Auto in wenigen Stunden komplett auf. Damit das auch nachts geschehen kann, denken sie heute schon über eine Pufferbatterie im Haus nach.

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