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    Rheinland-Pfalz

    Druck per Musterbrief: So sparen Mieter im Land beim Gas

    Die Verbraucherzentrale glaubt, dass viele Mieter viel zu viel für das Gas bezahlen, weil die Vermieter es zu teuer einkaufen. Deren Geld kostet es ja nicht. Die Verbraucherschützer haben auch gleich einen scharfen Musterbrief formuliert. Es geht um Ersparnis von 10 bis 16 Prozent.

    Viele Mieter zahlen hohe Gaspreise. Auch in Mainz gibt es Einsparmöglichkeiten, sagt die Verbraucherzentrale. Illustration: Michael Schauer
    Viele Mieter zahlen hohe Gaspreise. Auch in Mainz gibt es Einsparmöglichkeiten, sagt die Verbraucherzentrale. Illustration: Michael Schauer

    Von Irmela Heß und Lars Wienand

    Hausbesitzer haben es mit einem Wechsel in der eigenen Hand: Geld sparen beim Gas. Aber auch viele Mieter müssten zum Teil deutlich weniger zahlen, wenn Hausbesitzer und Hausverwaltungen zu einem günstigeren Gasversorger wechseln würden. In Mainz wären Einsparungen bis zu 15 Prozent möglich, in anderen Regionen ähnlich viel. Das hat eine stichprobenhafte Überprüfung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ergeben. Die Verbraucherschützer raten deshalb den Mietern: Vermieter und Hausverwaltungen auffordern, einen günstigeren Gasversorger zu wählen. Dazu stellen sie auch gleich einen Musterbrief zur Verfügung.

    Wie viel Geld die Mieter mit Gaszentralheizung sparen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die stichprobenhafte Prüfung von 40 Heizkostenabrechnungen an verschiedenen Städten im Land ergab Einsparungen von 9 bis 16 Prozent. Zugrunde gelegt wurden dafür die Erdgas-Jahreskosten für einen Verbrauch von 100 000 Kilowattstunden (kWh) - in etwa der Verbrauch eines Mehrfamilienhauses mit etwa sieben bis neun größeren Wohnungen: 6641 Euro kostete das Gas in Mainz beim örtlichen Anbieter (Entega), 5666 Euro bei einem neuen Versorger. Gespart: 975 Euro.

    In Koblenz wären bei der Musterrechnung gegenüber dem örtlichen Anbieter 10 Prozent zu sparen, in Betzdorf 14 Prozent, in Cochem 12 Prozent.

    "Vermieter und Hausverwaltungen sollten verantwortlich mit dem Geld ihrer Mieter umgehen und den Gasversorger wechseln", erklärt Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale.  Dazu sind sie aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebots auch verpflichtet. Bedeutet: Der Vermieter ist laut BGB verpflichtet, mit dem Geld der Mieter sorgsam umzugehen. Das heißt nicht unbedingt, dass er immer das billigste Angebot für Energie wählen muss, aber wenn er es nicht tut, muss er es begründen können.

    "Unsere Erfahrung zeigt aber, dass die meisten Vermieter nicht auf die Idee kommen, den Versorger zu wechseln", berichtet Weinreuter. Schließlich müssen sie die Energiekosten ja nicht selber zahlen, sondern geben sie an den Mieter weiter.

    Bei dem Vergleich mit konkurrierenden Anbietern hat die Verbraucherzentrale "schwarzen Schafe" außen vor gelassen": Keine Versorger, über die es häufig Beschwerden gebe. Trotzdem hätte sich für Mieter in Mainz ein Einsparpotenzial von 15 Prozent ergeben. Damit ließen sich die höheren Heizkosten von rund zehn Prozent durch den letzten kalten Winter mehr als ausgleichen.

    Seit Jahren bietet die Verbraucherzentrale an, Nebenkosten- beziehungsweise Heizkostenabrechnungen zu kontrollieren. Die Ergebnisse der etwa 150 bis 200 Prüfungen pro Jahr sprechen in der Regel nicht für die Vermieter: Nur etwa ein Drittel der Abrechnungen sind laut Weinreuter ohne Fehler.

    Überprüft wurde dabei stets, ob die Vorgaben der Heizkostenverordnung eingehalten wurden, in der geregelt ist, wie die Energiekosten abzurechnen sind. Überprüft wurde bisher nicht, ob auch der günstigste Gasversorger gewählt wurde. Nachdem die stichprobenhafte Kontrolle aber gezeigt hat, dass viele Vermieter mit dem Geld ihrer Mieter nicht sorgsam umgehen, gehört die Kontrolle des Versorgerpreises künftig zum Angebot.

    Die Verbraucherzentrale bietet auch Mietern an, Heizkostenabrechnungen im Rahmen einer computergestützten schriftlichen Beratung zu überprüfen.

    Koblenz: Viele Mieter zahlen zu viel HeizkostenBilligeres Gas, bitte! - Der Musterbrief für den Vermieter
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