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    Braubach: Vögel bremsen Sanierung der Marksburg aus

    Marksburgmauer wird zur Kinderstube: Trotz Gerüst lassen sich die Mauersegler bei ihrer Familienplanung nicht stören.

    Gerüstsegler: Auf der sanierten Marksburg lassen sich die Mauersegler nicht in ihrer Familienplanung stören.
    Gerüstsegler: Auf der sanierten Marksburg lassen sich die Mauersegler nicht in ihrer Familienplanung stören.

    Braubach – Sie sind schwarz, kommen aus ihren Winterquartieren in Afrika und machen ordentlich Lärm. Nein, keine Fußballfans mit Vuvuzelas. Sondern Mauersegler, die im Gemäuer der Marksburg ihre Jungen aufziehen wollen.

    Obwohl der gotische Saalbau der Marksburg in Braubach bereits seit Ende April eingerüstet ist, wird dort nicht gearbeitet. Ist der Deutschen Burgenvereinigung das Geld ausgegangen? Ist die bauausführende Firma pleite? Nein. Der Grund ist 17 Zentimeter lang, 40 Gramm schwer und kann Fluggeschwindigkeiten von 200 km/h erreichen: Mauersegler. Die flinken Flieger haben ihre Bruthöhlen in der geschichtsträchtigen Wand bezogen.

    Die schwalbenähnlichen (aber nicht mit Schwalben verwandten) Zugvögel kamen pünktlich zur Brutzeit nach Braubach und ließen sich – glücklicherweise – von dem aufgestellten Gerüst nicht stören. "Wir hatten gehofft, dass die Vögel trotzdem hier brüten würden", sagt Gerhard Wagner, Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung. Um ganz sicher zu sein, dass im Gemäuer der Burg neues Leben wächst, erklomm der Burgvogt sogar höchstselbst das Gerüst und nahm einige Löcher in der Wand unter die Lupe. Drei "Kinderzimmer" hat er auf Anhieb gefunden. "Dann hab ich nicht weitergesucht." Wagner geht davon aus, dass rund zehn Vogelpärchen dort brüten.

    Die Löcher in der Wand stammen übrigens vom mittelalterlichen Gerüstbau. Damals wurden nämlich Holzpfähle beim Bau der Mauer mit eingearbeitet. Auf diese Pfähle legte man dann die Bretter, auf denen die Arbeiter standen und sich Schicht für Schicht nach oben mauerten. War der Bau fertig, haben die Baumeister die überragenden Pflöcke schlicht abgesägt und anschließend die Wand weiß verputzt. Im Laufe der Jahrhunderte blätterte dieser Putz ab – das Holz war Regen, Sturm und Sonne ausgesetzt und verwitterte. So entstand nicht nur das "romantische" aber aus heutiger Sicht falsche Bild der braunen Burgmauern, sondern auch die Löcher in der Wand, die die Mauersegler so gerne als "Appartements" nutzen.

    In der Zeit von 1. Mai bis 1. August dürfen laut Naturschutzgesetz die Tiere nicht gestört werden. In dieser Zeit werden allenfalls kleine Arbeiten, die keinen Lärm machen oder Unruhe stiften, am Saalbau erledigt. Sind die Jungvögel flügge, verlassen sie ihre Bruthöhle und kehren nicht mehr zurück. Sie leben dann nur noch in der Luft, schlafen auch im Flug und berühren vermutlich die nächsten ein bis zwei Jahre (!) nicht mehr den Boden. Bis sie selber brüten.

    Und damit die nächste Generation Mauersegler ihre Jungen ebenfalls in der Marksburg aufziehen kann, sollen im oberen Bereich der Wand einige der Löcher ausgespart und nicht mit Putz verschlossen werden. "Die Vögel sind eine kleine Attraktion für die Besucher der Burg", weiß Wagner. "Wir wollen den Mauerseglern die Brutstelle auf jeden Fall bewahren." (cet)

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