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    Berufsschulen: Harter Streit über Sozialarbeit

    In den politischen Debatten in Rheinland-Pfalz kommen die Berufsschulen nicht besonders gut weg. Zu lang ist die Reihe der Kritikpunkte. Ein Beispiel ist der Streit über die Schulsozialarbeit – aber nicht das einzige.

    Rheinland-Pfalz – In den politischen Debatten in Rheinland-Pfalz kommen die Berufsschulen nicht besonders gut weg. Zu lang ist die Reihe der Kritikpunkte. Ein Beispiel ist der Streit über die Schulsozialarbeit – aber nicht das einzige.

     Die berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz umfassen eine ganze Reihe von Schultypen und Bildungsangeboten, die zu unterschiedlichsten Abschlüssen führen. Erklärtes Ziel des Bildungsministeriums: Niemand soll durchs soziale Netz fallen und am Ende ohne berufliche Perspektive dastehen.

    Prüfstein für dieses ehrgeizige Ziel ist, inwieweit es gelingt, auch schwache Schüler so zu fördern, dass sie auf dem Arbeitsmarkt mithalten können. Wie funktioniert das? Dazu ein paar Eckpunkte:

    Beispiel 1: Schüler, die nicht einmal den Hauptschulabschluss geschafft haben, können über das sogenannte Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) gefördert werden. Hier erhalten sie die Chance, den Hauptschulabschluss nachzuholen. Davon sind rund 3000 Schüler in Rheinland-Pfalz betroffen.

    Beispiel 2: Wer einen Hauptschulabschluss mit schlechten Noten gemacht hat und damit auf dem Ausbildungsmarkt kaum konkurrenzfähig ist, dem steht die Berufsfachschule I offen. Dort werden die Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz vorbereitet. Die besseren Schüler hängen anschließend die Berufsfachschule II dran – und erwerben sogar noch die mittlere Reife, also den Realschulabschluss.

    Beispiel 3: Um Schulabbrecher nach der 9. Klasse weiter im vertrauten Umfeld (Realschule plus) zu unterstützen, gibt es das Landesprogramm „Keiner ohne Abschluss“. Das bedeutet Intensiv-Betreuung für zehn Klassen à 160 Schüler. CDU-Opposition, Berufsverbände und Landesregierung sind sich einig: Hier wird Schülern vorbildlich geholfen.

    Der Streit bricht an anderer Stelle los. „In Rheinland-Pfalz sind rund 9000 Schüler in der Berufsfachschule I und II. Die haben lange nicht so gute Bedingungen wie die wenigen Schüler im Programm ,Keiner ohne Abschluss‘“, klagt Ulrich Brenken, Vorsitzender des Verbandes der Lehrer an Berufsbildenden Schulen (VLBS). Die CDU-Bildungspolitikerin Bettina Dickes drückt das so aus: „Die einen fahren Rolls-Royce und die anderen einen Trabi.“ Kritiker der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik beklagen, dass die meisten schwachen Schüler im berufsbildenden System nicht den „Erste-Klasse-Service“ wie im Programm „Keiner ohne Abschluss“ bekommen. Hausaufgabenhilfe fehlt, die sozialpädagogische Unterstützung ist mager. Das gilt auch für die Schüler im Berufsvorbereitungsjahr. „Häufig gibt es nicht mal ein warmes Mittagsessen. Die Schüler verpflegen sich an Imbissen und Döner-Buden“, ergänzt CDU-Politikerin Dickes. „Kurz gefasst: Die schwierigsten Schüler werden am wenigsten unterstützt“, so Ulrich Brenken. Ein Klagelied, das auch andere anstimmen, die anonym bleiben wollen. Brenken fordert: „Das Land muss das Niveau der Betreuung generell anheben.“

    Nun geben die meisten Fachleute und Berufsschullehrer auch zu, dass solche Forderungen ziemlich teuer sind. Und Rheinland-Pfalz hat die Schulsozialarbeit in den vergangenen Jahren stark ausgebaut – Tendenz steigend. Zwei Millionen Euro sind in diesem Jahr allein dafür in den Haushalt eingestellt. Der Bau von Mensen und Cafeterien wird über das Landesschulbauprogramm gefördert – derzeit bei den berufsbildenden Schulen BBS I und BBS III in Mainz. Den Kritikern ist das zu wenig. Sie wollen weiter den Finger in die Wunde legen.

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

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