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    Asylsuchende: Gesetze sind zu hart

    Wenn ab heute die deutschen Innenminister in Koblenz tagen, werden sie auch über Flucht und Asyl sprechen - und sich mit Fragen beschäftigen, in denen es um das Schicksal Tausender Menschen geht. Das unterstrichen am Mittwochabend bei einer Demonstration in Koblenz rund 120 vor allem junge Menschen. Angeführt von der Initiative "Jugendliche ohne Grenzen" forderten sie vor dem Hauptbahnhof ein Bleiberecht für alle und einen Stopp der Abschiebungen und Asylrechtsverschärfungen.

    Es wird kalt, regnerisch und ungemütlich: Flüchtlinge, die in Zelten leben, haben im Winter wenig Bewegungsspielraum. Darunter leiden vor allem Familien mit Kindern. Das Land will alle Asylsuchenden bis Weihnachten in feste Unterkünfte überführen. 
    Es wird kalt, regnerisch und ungemütlich: Flüchtlinge, die in Zelten leben, haben im Winter wenig Bewegungsspielraum. Darunter leiden vor allem Familien mit Kindern. Das Land will alle Asylsuchenden bis Weihnachten in feste Unterkünfte überführen. 
    Foto: dpa

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Viele Demonstranten, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren, werden in Deutschland nur geduldet - heißt: Formal wurde ihr Asylantrag abgelehnt, sie wurden nur noch nicht abgeschoben. Dieses Leben auf Abruf kritisiert Nelli Foumba Soumaoro, Sprecher der "Jugendlichen ohne Grenzen" und selbst seit acht Jahren von der Abschiebung bedroht. "Wir sind doch die Träger der Zukunft, die junge Generation. Wir sind bereit zu arbeiten, zu lernen - aber wir dürfen nicht", sagt der 25-Jährige, der selbst aus Guinea geflohen ist. Bürokratische Hemmnisse würden es quasi unmöglich machen, zu arbeiten und sich zu integrieren.

    Vor der Innenministerkonferenz wollten sie ein Zeichen dafür setzen, dass die aktuelle Asylpolitik überdacht werden und eine nachhaltige Lösung gefunden werden muss. "Sie ist menschenunwürdig", sagt Foumba Soumaoro. Kinder etwa hätten ein gesetzlich zugesichertes Recht auf Teilhabe - die Flüchtlingskinder, die mittlerweile bis zu sechs Monate in Erstaufnahmeeinrichtungen leben müssen und in dieser Zeit nicht die Schule besuchen dürfen, hätten diese Möglichkeit nicht. Die Demonstranten wollten an diesem Abend zeigen, dass Flüchtlinge ein Teil der Gesellschaft sind. Und auch Koblenzer Bürger hielten Schilder hoch, auf denen stand: "Flüchtende Menschen sind willkommen" oder "Koblenz ist bunt". Vom Hauptbahnhof marschierten sie unter anderem zur Rhein-Mosel-Halle, in der heute die Minister tagen.

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