Ramstein

Selenskyj spricht bei Ramstein-Konferenz – US-Minister fodert mehr Unterstützung

Auf dem Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz treffen sich derzeit Verteidigungsminister verschiedener Länder und sprechen über Putins Angriffskrieg in der Ukraine – Wolodymyr Selenskyj ist per Video zugeschaltet und fordert mehr Tempo.

Von dpa
Lesezeit: 2 Minuten
Der ukrainische Präsident Selenskyj wird per Video zugeschaltet.
Der ukrainische Präsident Selenskyj wird per Video zugeschaltet.
Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Westen zu mehr Tempo bei Waffenlieferungen an sein von Russland angegriffenes Land aufgefordert. Die Zeit sei kritisch, sagte er in einer Video-Schalte beim Treffen von Verteidigungsministern und Militärs aus zahlreichen Ländern auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz.

Russland ziehe gerade seine Kräfte, seine letzten Kräfte zusammen. „Wir müssen schneller werden.“ Der russische Terror erlaube keine langen Diskussionen. „Der Kreml muss verlieren.“

Selenskyj spricht Dank aus

Selenskyj dankte den versammelten Vertretern westlicher Staaten für die bisherige Unterstützung seines Landes. „Wir sehen die Ergebnisse auf dem Schlachtfeld in der Ukraine.“ Den Verteidigern der Freiheit gingen aber langsam die Waffen aus.

In Ramstein müssten konkrete Entscheidungen über die Lieferung etwa von Flugzeugen sowie Raketen und Artillerie mit großer Reichweite getroffen werden, um den russischen Terror beenden zu können.

Das ist nicht der Moment, langsamer zu werden. Es ist der Zeitpunkt, tiefer zu graben.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin zum Kriegsgeschehen in der Ukraine

Zum Auftakt der Ukraine-Konferenz in Ramstein hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin die Verbündeten aufgerufen, den ukrainischen Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer noch stärker zu unterstützen. „Dies ist ein entscheidender Moment“, sagte er am Freitag (20. Januar 2023).

Die russischen Streitkräfte formierten sich gerade neu, rekrutierten weitere Soldaten und versuchten aufzurüsten. „Das ist nicht der Moment, langsamer zu werden. Es ist der Zeitpunkt, tiefer zu graben“, betonte Austin mit Blick auf weitere Waffenlieferungen.

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow in Ramstein. Hinter ihm der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.
Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow in Ramstein. Hinter ihm der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.
Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Zusagen aus Deutschland gelobt

„Die ukrainische Bevölkerung schaut auf uns. Der Kreml schaut auf uns. Und die Geschichte schaut auf uns. Also werden wir nicht nachlassen“, sagte Austin. Die Verbündeten würden die Selbstverteidigung der Ukraine unterstützen, „solange es nötig ist“.

In seiner Rede hob er die Unterstützungsleistungen vierer Verbündeter hervor. Er lobte die Zusage von Patriot-Luftabwehrsystemen und Marder-Schützenpanzern aus Deutschland, Spähpanzern aus Frankreich und Luftabwehrsystemen aus Kanada. Polen dankte er für die Lieferung gepanzerter Fahrzeuge, die Ausbildung ukrainischer Streitkräfte und die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Kriegsgebiet.

Wie geht es weiter in der Panzerfrage?

Auf die Debatte über die Lieferung von Kampfpanzern westlicher Bauart ging Austin nicht ein. Die USA hatten am Donnerstagabend weiterer militärische Unterstützung im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Das Paket enthält aber keine Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams.

Die Amerikaner haben in den vergangenen Wochen aber deutlich gemacht, dass sie keine Einwände gegen die Lieferung von Leopard-2-Panzern aus deutscher Produktion hätten. Weltweit verfügen die Streitkräfte von 20 Ländern über diese Panzer. Jede Weitergabe an die Ukraine müsste von der Bundesregierung genehmigt werden.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich noch nicht zu möglichen Leopard-Lieferungen positioniert und immer wieder darauf verwiesen, dass ihm ein gemeinsames Handeln mit den USA wichtig sei.

Archivierter Artikel vom 20.01.2023, 13:03 Uhr