Archivierter Artikel vom 28.10.2013, 04:40 Uhr
Rheinland-Pfalz

Ring-Pleite: Gläubiger fordern inzwischen bereits 560 Millionen Euro

Die Nürburgringpleite wird richtig teuer: Inzwischen belaufen sich die angemeldeten Forderungen im laufenden Insolvenzverfahren, die die nahezu staatliche Nürburgring GmbH bedienen muss, bereits auf rund 560 Millionen Euro.

Da strahlt der Ministerpräsident noch: Kurt Beck (SPD) bei der offiziellen Eröffnung des „neuen Nürburgrings“ im Jahr 2009. Damals ahnt Beck noch nicht, welche Schwierigkeiten ihm dieses Projekt in der strukturschwachen Eifel noch bereiten wird. Im März 2010 wird Beck im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Affäre um die gescheiterte Privatfinanzierung der Freizeit- und Tourismusanlagen auf dem Nürburgring erklären: „Damals hätte ich die Reißleine ziehen sollen, weil die Frist für den Geldfluss nicht eingehalten wurde“.

Jens Weber

Die Grüne Hölle sollte zum Publikumserfolg werden.

Denise Hülpüsch

Der Freizeitpark “Ringwerk„ sollte Besucher zum neuen Nürburgring locken. Doch die Massen blieben aus.

dpa

Der Freizeitpark “Ringwerk„ verspricht “Abenteuer für die ganze Familie".

dpa

Er ist ein 15.000 Quadratmeter großer Indoor-Freizeitpark.

Hans-Juergen Vollrath

Ein weiterer Klassiker auf dem Nürburgring: das 24-Stunden-Rennen.

Andreas Wetzlar

Camper beim 24-Stunden-Rennen.

Eine traditionsreiche Veranstaltung ist auch der Oldtimer-Grand-Prix.

Andreas Wetzlar

Andreas Wetzlar

Zum traditionellen Anlassen kommen jedes Jahr Tausende Biker zur Rennstrecke, um einen Motorrad-Gottesdienst zum Beginn der Saison zu feiern.

DPA

Wie wird es mit all den Veranstaltungen nun in der Eifel weitergehen?

dpa

Das erklärten die Insolvenzverwalter Jens Lieser und Thomas Schmidt. Allein 430 Millionen fallen auf den einstigen Kredit der landeseigenen Förderbank ISB an, den das Land aber inzwischen abgelöst hat. Zu dem ursprünglichen 330 Millionen Euro kommen Zinsen, Vorfälligkeitsgebühren sowie andere Kosten. Die Pleite der alten Besitzgesellschaft des Nürburgrings hat ein Insolvenzverfahren ausgelöst, das bis heute andauert.

Die Folge ist ein Investorenprozess, der höchstwahrscheinlich zum Verkauf des Eifelkurses führen wird. Mit dem ISB-Kredit war seinerzeit der Bau eines Freizeitparks am Ring ermöglicht worden, der aber nie richtig ins Laufen kam. db