Archivierter Artikel vom 08.12.2013, 09:40 Uhr
Mainz

Noch 16 Tage bis Heiligabend: Die Suche nach dem richtigen Weihnachtsbaum kann losgehen

Rund eine Million Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr in rheinland-pfälzischen Haushalten aufgestellt. Diese Zahl schätzt Wolfgang Schuh vom Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz. Dabei unterscheidet sich der selbst geschlagene Baum kaum vom fertig gekauften.

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Die Anbieter von Weihnachtsbäumen stehen in den Startlöchern für den Verkauf von Nordmanntannen & Co. Für ihren Christbaum legen einige Rheinland-Pfälzer sogar selbst die Axt an. Foto: dpa
Die Anbieter von Weihnachtsbäumen stehen in den Startlöchern für den Verkauf von Nordmanntannen & Co. Für ihren Christbaum legen einige Rheinland-Pfälzer sogar selbst die Axt an.
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Die Kunden von Baumschulen und Gartenbau-Firmen bevorzugen Nordmanntannen, weil die nicht stechen, gut halten und schön aussehen. Auch beim Preis gibt es kaum Unterschiede, wie eine Umfrage ergab. Doch wenn die ganze Familie in den Wald aufbricht, geht es ja vor allem um den Spaß.

Von den rund eine Million Christbäumen im Land stammten etwa 50 bis 60 Prozent aus rheinland-pfälzischen Wäldern, sagt Schuh vom Waldbesitzerverband. Der Rest komme vor allem aus Dänemark, aber auch aus anderen Bundesländern. „Rund 70 Prozent der im Land verkauften Bäume sind Nordmanntannen“, erklärt er. 25 bis 30 Euro koste eine etwa 1,50-Meter-Nordmanntanne in diesem Jahr. Gerne genommen werde aber auch die Blaufichte, wegen ihrer schönen Farbe und weil sie die Nadeln gut halte – diese seien allerdings sehr spitz: „Bis der Baum geschmückt ist, haben Sie sich die Hände gut zerstochen.“

Der Pfälzer Wald ist bislang nicht als Weihnachtsbaumregion bekannt. Heike Müller von Garten- und Landschaftsbau Müller in Krickenbach (Kreis Kaiserslautern) will das ändern. „Unsere Setzlinge sind bereits etwa 30 Zentimeter hoch.“ Müller hat dafür extra Land gekauft. In etwa fünf Jahren könnten die rund 3000 Nordmanntannen groß genug für den Verkauf sein. Bislang verkauft Müller Bäume aus anderen Regionen.

25 bis 30 Euro koste eine etwa 1,50-Meter-Nordmanntanne. Gerne genommen wird aber auch die Blaufichte, wegen ihrer schönen Farbe und weil sie die Nadeln gut halte. Foto: dpa
25 bis 30 Euro koste eine etwa 1,50-Meter-Nordmanntanne. Gerne genommen wird aber auch die Blaufichte, wegen ihrer schönen Farbe und weil sie die Nadeln gut halte.
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Klaus Dunkel von der Forstverwaltung Neustadt an der Weinstrasse sagt, viele Forstämter hätten mit dem Verkauf von Weihnachtsbäumen nur noch wenig zu tun. „Der eine oder andere Förster hält noch ein paar kleine Flächen bereit, aber das ist für uns ein auslaufendes Tätigkeitsfeld.“ Flächen, auf denen Weihnachtsbäume angebaut werden, zählten auch gar nicht mehr als Wald. „Wir konzentrieren uns daher auf unser Kerngeschäft: die Pflege des Waldes und den Naturschutz“, erklärt Dunkel.

Auch das Forstamt Koblenz verkauft kaum Bäume, wie Leiter Eberhard Glatz erklärt. Lediglich bei der „Schnupper-Weihnacht“ im Amt gehen 200 bis 250 Nordmanntannen über den Tisch. Der Meter kostet 16 Euro, ein Teil der Erlöse wird gespendet. Generell gebe es in den Flusstälern sehr wenige Nadelbäume, Kulturen lohnten sich nur in größerem Stil. Einige private Anbieter verkauften aber auch rund um Koblenz ihre Weihnachtsbäume.

Im Gebiet des Forstamts Dierdorf (Kreis Neuwied) gibt es nur rund 100 Hektar Wald, die das Amt direkt verwaltet, sagt Leiter Uwe Hoffmann. Manche Revierleiter legten aber Kulturen für die Gemeinden an, die Bäume an ihre Bürger verkaufen wollten.

Das Forstrevier Zweibrücken hat 2012 erstmals Weihnachtsbäume zum Selbstschlagen angeboten. Rund 150 Bäume sicherten sich Käufer aus der Stadt und dem Umland, berichtet Revierleiter Daniel Rolland. In diesem Jahr gibt es wieder einen Aktionstag, am 14. Dezember. Nordmanntannen kosten 20 Euro pro Meter, Blaufichten 15 Euro. Danach ist ein paar Jahre lang Pause: „Mehr gibt die Kultur nicht her, und wir müssen sechs bis sieben Jahre warten, bis neue Bäume nachwachsen.“

Bei Förster Jürgen Koch im Revier Ober-Olm in RHEINHESSEN können Baumfreunde nicht selbst schlagen. Jedes Jahr verkauft er aber mehrere hundert Bäume. „Wir haben das volle Sortiment“, sagt Koch. Je nach Größe gehen sie für bis zu 40 bis 60 Euro weg – der Preis sei stabil geblieben, sagt Koch.

Die Trierer Baumschule Bösen baut seit den 70er Jahren in großem Stil Weihnachtsbäume zum Verkauf und zum Selberschlagen an. Auf fast 70 Hektar Fläche zieht Bösen Nordmanntannen, Blaufichten und Nobilistannen. „Einfache Fichten verkaufen wir gar nicht mehr“, sagt Geschäftsführer Uwe Bösen. Die Baumschule sei einer der größten Anbieter im Land. Bis zu 100 Mitarbeiter schlagen in der Adventszeit die Bäume in den Kulturen in Hunsrück und Eifel, arbeiten im Versand und im Verkauf. Vier Kulturen sind auch zum Selberschlagen geöffnet. Die Preise für die Bäume blieben 2013 konstant, sagt Bösen. Je nach Größe und Qualität kosten sie zwischen 18 und 34 Euro.

Für den Remagener Weihnachtsbaumproduzenten Franz-Josef Louen haben die Bäume zum Selbstschlagen große Bedeutung. „Das macht den Leuten Spaß, da kommt die ganze Familie und diskutiert, welcher Baum der Richtige ist“, sagt Louen. Die beliebten Nordmanntannen kosten bei ihm 18 Euro je Meter, Fichten gibt es für acht Euro je Meter. Einen Unterschied zwischen bereits geschlagenen Bäumen und Bäumen, die sich die Kunden selber absägen, macht Louen nicht. In den vergangenen Jahren habe es leichte Preissteigerungen gegeben. „Dieses Mal verkaufen wir aber zum gleichen Preis wie im Vorjahr.“