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Kommentar zum Gedenken an den 9. November: Dieser Tag lehrt uns, Widerspruch auszuhalten

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Diese Pandemie hat nicht nur Millionen Deutsche mit dem Coronavirus infiziert. Noch viel stärker hat sich ein anderes Virus verbreitet, das die Gesellschaft in ihren Grundfesten angreift: das Virus der Schwarz-Weiß-Malerei, des gnadenlosen Schubladendenkens. Hier Freund, da Feind. In dieser Welt vergessen immer mehr Menschen, dass es zwischen Ja und Nein auch noch ein Vielleicht geben könnte.

Vielleicht zu sagen, zeugt von der klugen Erkenntnis, dass die Welt komplexer ist, dass ein Ja oder Nein erst in der Auseinandersetzung, dem Kontakt mit dem anderen erstritten, vielleicht sogar erkämpft werden muss. Dieser Diskurs auf Augenhöhe ist die Lebensenergie einer Demokratie. Doch im Zeitalter der sozialen Netzwerke geht es ...