Heute Telefonaktion: Auf was Pollenallergiker und Asthmatiker achten sollten

Für Menschen mit einer Pollenallergie oder einem allergischen Asthma ist das Frühjahr ohnehin eine besondere Herausforderung. Der Pollenflug ist auf dem Höhepunkt, der Aufenthalt im Freien mit tränenden Augen, Niesen und laufender Nase verbunden. Bei Patienten mit allergisch bedingtem Asthma sind zudem die unteren Atemwege von einer allergischen Reaktion betroffen. Doch mit der Ausbreitung des Coronavirus kommt aktuell eine weitere Sorge hinzu: Weil Covid-19 vor allem die Lunge schädigt, sind viele Pollenallergiker und Asthmapatienten alarmiert.

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Pollenallergiker in Zeiten von Corona
Pollen-Allergiker sind in der Corona-Pandemie nicht mehr gefährdet als andere.
Foto: Angelika Warmuth/dpa

Bin ich besonders gefährdet, mich mit dem Coronavirus anzustecken? Habe ich ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf? Beeinträchtigen meine Medikamente die Immunabwehr? Mit ihren Fragen können sich Betroffene kostenfrei an die Expertinnen und Experten des Lesertelefons wenden, das vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) initiiert wird.

Dass sich Menschen mit einer Pollenallergie oder allergischem Asthma mit dem Coronavirus anstecken können, liegt auf der Hand. Aber ist ihr Risiko grundsätzlich höher als bei Gesunden? Aus Sicht von Prof. Ludger Klimek, Leiter des Zentrums für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, gibt es dafür im Fall einer Pollenallergie bisher keine Anhaltspunkte. Auch das Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Covid-19-Erkrankung sei nach aktuellem Kenntnisstand nicht erhöht.

Gegenüber dem DAAB weist der Mediziner allerdings darauf hin, dass Menschen mit einer allergiebedingten chronischen Erkrankung wie einem allergischen Asthma offenbar ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf aufweisen. Dies gelte vor allem, wenn das Asthma nicht ausreichend durch die medikamentöse Therapie kontrolliert sei.

Für Unsicherheit unter den Betroffenen sorgt auch die Frage, ob sie ihre Medikation wie gewohnt fortführen sollen, insbesondere wenn es um kortisonhaltige Medikamente geht. Doch hier müsse man genau hinschauen, wie Prof. Roland Buhl, Leiter des Schwerpunktes Pneumologie an der Universitätsmedizin Mainz, dem DAAB gegenüber ausführt. Grundsätzlich sollten alle Patienten ihre mit dem Arzt besprochene Medikation fortsetzen, einschließlich der Kortisonpräparate, die inhaliert werden.

Unsere Experten am Telefon

Alle Fragen rund um das Thema beantworten die Experten am kostenlosen Lesertelefon.

  • Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpneumologie, Allergologie und Infektiologie, Chefarzt Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Evangelisches Klinikum Bethel, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Präsident des German Asthma Net (GAN)
  • Prof. Dr. Ludger Klimek, Facharzt für HNO-Heilkunde, Allergologie, Umweltmedizin, Naturheilverfahren, Leiter des Zentrums für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
  • Dipl.-Biologin Anja Schwalfenberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DAAB-Beratungsteam zum Thema Asthma, Deutscher Allergie- und Asthmabund, Mönchengladbach
  • Prof. Dr. Randolf Brehler, Facharzt für Dermatologie, Allergologie, Phlebologie und Umweltmedizin, Oberarzt an der Klinik für Hautkrankheiten, Allergologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster

Rufen Sie an! Am Mittwoch, 20. Mai, von 16 bis 19 Uhr. Der Anruf unter der Telefonnummer 0800 – 060 4000 ist kostenlos.

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