Archivierter Artikel vom 02.04.2020, 20:32 Uhr

Gute Nachrichten zu Corona: Wie ein Lächeln durchs Land geht

Behalt dein Lächeln im Gesicht.“ Diese Textzeile aus dem Song „Hier spricht dein Herz“ von Singer-Songwriter Gregor Meyle spiegelt das wider, was viele Aktionen in Zeiten der Corona-Krise auslösen wollen: ein Lächeln im Gesicht ihrer Mitmenschen. In diesem Teil der Serie blicken wir nur in unsere Region und finden auch dabei zahlreiche Beispiele, wie das Miteinander in dieser schwierigen Zeit gelingen kann. Denn wenn uns diese fiese Krise in diesen Tagen eins lehrt, ist das die Erkenntnis: Nur gemeinsam sind wir stark!

Mit vielen bunten Bildern und lieben Botschaften bringen etliche Kinder etwas Abwechslung in das Leben von Senioren in Diez. Durch den Austausch sind auch schon Brieffreundschaften entstanden.

Fotos: privat, Inge Miczka/Clowns mit Herz, Screenshots

Freude bringen auch die Clowns mit Herz aus Bad Sobernheim, die dazu aufrufen, kurze Videos für Senioren zu drehen.

clowns

Die Bambini der Feuerwehr Düngenheim (Kreis Cochem-Zell) fordern indes: „Bleibt zu Hause!

Fotos: privat, Inge Miczka/Clowns mit Herz, Screenshots

1 Bambinifeuerwehr sagt: Bleibt zu Hause!

31 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren aus Düngenheim (Kreis Cochem-Zell) haben mit ihrem Video einen Internet-Hit gelandet. Mehr als 60.000 Menschen haben das Video schon angeklickt, mehr als 500-mal wurde es auf Facebook geteilt. Die Botschaft ist klar: Bleibt zu Hause! Die Kinder fordern genau das in dem Video ein. Jedes Kind hat dazu zu Hause ein Wort eines kurzen Textes in die Kamera gesprochen, die Schnipsel wurden anschließend zu einem Video zusammengefügt werden, erklärt Stefan Fisker von der Freiwilligen Feuerwehr Düngenheim. „Wir wollen, dass unsere Omas, Opas, Mamas und Papas und alle kranken Menschen geschützt werden. Das geht nur, wenn alle helfen. Darum tut uns einen Gefallen. Bleibt zu Hause!“, sagen die Kleinen in die Kamera. Von der Idee bis zur Veröffentlichung dauert es keine 48 Stunden. „Bereits nach wenigen Stunden wurde dann auf Anregung einiger Eltern mit internationalen Kontakten noch ein englischer Untertitel in das Video eingefügt“, erklärt Stefan Fisker.

2 Obst und Gemüse gibt's an der Mosel im Drive-in

Kreativität ist gefragt, wenn Händler die derzeitige Krise überstehen wollen. Und im besten Falle profitieren auch die Kunden. Wer an der Mosel Obst und Gemüse kaufen möchte, dafür aber den Kontakt zu anderen Menschen scheut, der kann beim Obst- und Gemüse-Großhandel Kiesewetter in Bullay (Kreis Cochem-Zell) in den Drive-in fahren. Normalerweise beliefert die Familie Kiesewetter Großkunden wie Hotels oder die Gastronomie – nun werden ganz normale Mitbürger mit Obst und Gemüse versorgt. Fertig gepackte Kisten stehen dafür bereit, sie werden dem Kunden, der mit dem Auto auf das Gelände des Großhandels fährt, einfach in den Kofferraum gestellt. Das Ganze läuft nur über Vorbestellung, sonst könnten Kiesewetters die benötigten Mengen nicht kalkulieren. „Am Ende kassiere ich von jedem durchs Autofenster 20 Euro“, berichtet Birgit Kiesewetter. Bar. Vom Erfolg des Kofferraumgeschäfts mit den Vitaminbomben waren Kiesewetters selbst überrascht. „Wir haben anfangs mit 20, 30 Kisten gerechnet.“ Inzwischen gehen an jedem Drive-in-Tag circa 250 Kisten raus. „Wir konnten fürs Kartonpacken sogar einen Mitarbeiter wieder aus der Kurzarbeit holen“, erzählt Birgit Kiesewetter lächelnd.

3 Einsamkeit Ade dank Erzähltelefon

Einsamkeit ist ein ständiger Begleiter der Isolation. Im Dekanat St. Goar am Rhein gibt es nun ein Gegenmittel: das Erzähltelefon. So haben Menschen, die einsam sind, die Möglichkeit, mit anderen ins Gespräch zu kommen, und können ihre Sorgen loswerden oder einfach ein wenig plaudern. Zudem eröffnet es Menschen auf der anderen Seite die Möglichkeit, auch von zu Hause aus helfen zu können. Denn das Erzähltelefon ist auch von ehrenamtlich Engagierten besetzt. „Das Erzähltelefon ist ein reines Gesprächs- und Erzählangebot. Der Anrufer sucht das Gespräch und erzählt, am anderen Ende der Leitung wird zugehört“, erläutert Pastoralreferentin Michaela Mannebach das neue Angebot. Die Pastoralreferenten Michaela Mannebach und Torsten Petry im Dekanatsbüro Boppard koordinieren die freiwilligen Zuhörer. Unter der zentralen Rufnummer 06742/ 959 16 58 sind die Haupt- und Ehrenamtlichen montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr erreichbar. Von dort aus werden die Gespräche weitergestellt, dadurch ist völlige Anonymität gewahrt.

4 Winzer spendet Wein für die stillen Helden

Ein besonderes Dankeschön an all die stillen Helden in der Corona-Krise hat Winzer von der Mosel kreiert. Michael Oster vom Weingut Walter J. Oster, das in Ediger-Eller und St. Aldegund zu Hause ist, hat zusammen mit seinen Mitarbeitern eine Weißwein-Cuvée mit dem Titel „Stille Helden“ abgefüllt. 1000 Flaschen davon verschenkt das Weingut an Arztpraxen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Lebensmittelgeschäfte vor allem im Cochem-Zeller Land. „Wir verteilen diese Weine, um bei diesen stillen Helfern einen Glücksmoment zu schaffen, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, sagt Michael Oster. Die Cuvée soll aber auch nach Corona helfen, soziale Zwecke zu unterstützen. 2000 Flaschen werden zum Preis von 7,50 Euro verkauft. „Von jeder verkauften Flasche werden wir 1,50 Euro spenden“, sagt Oster. Einem guten Zweck sollen die Erlöse dienen. Unter anderem aus dem Raum Köln/Bonn und aus Leipzig haben Kunden schon Interesse an der Weinserie bekundet.

5 Clowns mit Herz bringen Freude ins Seniorenheim

Um helfen zu können, brauchen die Clowns mit Herz erst mal die Hilfe der Mitbürger, denn sie wollen eine Videoaktion ins Leben rufen. Die 14 Clowns des in Bad Sobernheim (bei Bad Kreuznach) ansässigen Vereins mussten wegen der Corona-Krise ihre regelmäßigen Clown-Besuche in Seniorenheimen oder Krankenhäusern aussetzen. „Nun ist die Idee entstanden, eine bunte Sammlung unterhaltsamer Videos zur Verfügung zu stellen, die die Bewohner und Patienten anschauen könnten“, erzählt die Vereinsvorsitzende Simone Arenz. Und so ist es gedacht: Jeder, der möchte, filmt ein maximal zwei Minuten langes Video. Dabei seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Kleine Sketche, Szenen, Lieder singen, Gedichte lesen, Akrobatik, Geschichten oder Witze erzählen, Instrumente spielen, Rätsel aufgeben oder ein Tänzchen machen – über alles freuen sich der Verein und vor allem die Bewohner der Seniorenheime, Behindertenwohnheime und Krankenhäuser. Die Beiträge können bis Ostern per WhatsApp an die Nummer 0178/879 78 66 oder an die E-Mail-Adresse info@clowns-mit-herz.de gesendet werden. Die Videos werden über den YouTube-Kanal der Clowns und mit einer DVD den Bewohnern und Patienten zur Verfügung gestellt. „Alle, ob Groß oder Klein, sind herzlich eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen.“

6 Kinder schreiben Briefe an ältere Menschen

Ebenfalls an ältere Menschen richtet sich die Aktion Herzenspost aus Diez im Rhein-Lahn-Kreis. „Kinder malen Bilder und schreiben den Senioren Briefe. Es sind dadurch schon Brieffreundschaften entstanden“, berichtet Christiane Beule, Koordinatorin des Willkommenskreises. „Es wird Licht in mein Leben gebracht“, schildert sie die Reaktion einer Empfängerin einer solchen Nachricht. „Eine Botschaft fand ich besonders beeindruckend“, hebt Christiane Beule hervor. „Liebe Oma, ich wünsche dir, dass es dir gut geht. Ich kann leider nicht zu dir kommen. Gott bleibt aber immer bei dir“, hieß es dort. Auf einigen der Kinderbilder – die kleinen Künstler sind oft im Kita- und im Grundschulalter – tauchen das Coronavirus und Menschen mit Atemschutzmasken auf. Die Kinder greifen die aktuelle Situation auf und setzen sie in den Bildern um. Damit können auch die eigenen Ängste angegangen werden. Rund 15 Kinder beteiligen sich zurzeit an der Aktion Herzenspost. „Die Sache läuft ja gerade erst an. Daran können sich gern noch mehr Kinder beteiligen“, hofft Christiane Beule. dad, ker, sub, ag