Rech

Ein Bauwagen der Hoffnung: HELFT UNS LEBEN übergibt in Rech 100 000 Euro teures Projekt für Waldkindergarten

Dieses Projekt macht Hoffnung: Am Ortsrand von Rech wurde ein zehn Meter langer, speziell ausgerüsteter Bauwagen aufgestellt. Er soll den Kindern im Kitaalter als Anlaufstelle im neuen Waldkindergarten der Ahrtalgemeinde dienen. Möglich gemacht hat die Anschaffung und Aufstellung des Wagens HELFT UNS LEBEN (HUL), die Hilfsaktion unserer Zeitung.

Von Lars Hennemann

HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer (rechts) und Chefredakteur Lars Hennemann (Mitte) haben den 100 000 Euro teuren Bauwagen für den Waldkindergarten in Rech offiziell übergeben.
HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer (rechts) und Chefredakteur Lars Hennemann (Mitte) haben den 100 000 Euro teuren Bauwagen für den Waldkindergarten in Rech offiziell übergeben.
Foto: Jens Weber

Die Sitzkissen liegen schon griffbereit auf den Regalbrettern im Inneren, außen muss noch die Stromleitung angeschlossen werden – aber eigentlich kann jetzt am Ortsrand von Rech alles losgehen: Der zehn Meter lange, speziell ausgerüstete und eingerichtete Bauwagen ist aufgestellt und wartet auf die, die ihn nach den Sommerferien mit fröhlichem Lachen bevölkern sollen. Nämlich Kinder im Kitaalter aus Rech, für die der Wagen Anlaufstelle und Herzstück des neuen Waldkindergartens der Ahrtalgemeinde werden soll.

Möglich gemacht hat die Anschaffung und Aufstellung des Wagens HELFT UNS LEBEN (HUL), die Hilfsaktion unserer Zeitung. „Es ist eines der größten Einzelprojekte, das wir jemals auf den Weg bringen konnten“, betonte HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer jetzt anlässlich der offiziellen Übergabe an die Ortsgemeinde. HELFT UNS LEBEN finanziert sich ausschließlich aus Spenden an den Verein, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rhein-Zeitung kümmern sich ehrenamtlich um die Verteilung des Geldes. „Auch hier sieht man wieder, dass unser Prinzip, gemäß dem jeder gespendete Cent ganz schnell ohne Abzug fließt, Hilfe dorthin bringen kann, wo sie benötigt wird“, freute sich Lewentz-Twer.

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Nach den Sommerferien wird er das Herzstück der Kita sein.

Rund 100.000 Euro hat der Wagen gekostet, und dementsprechend groß war die Freude auch bei der Ortsgemeinde, für die sich Erster Beigeordneter Gerhard Schreier bedankte: „Die Flut liegt jetzt fast ein Jahr zurück, und es ist immer noch sehr viel zu tun. Manches hat immer noch gar nicht richtig angefangen. Aber Aktionen wie diese geben uns Hoffnung.“

20 Kinder können den Wagen einmal bevölkern beziehungsweise von ihm als Quartier aus die umgebende Natur zu jeder Jahreszeit erkunden. Ulrike Scheel, Vorsitzende des Kinderschutzbundes im Kreis Ahrweiler, ist sich sicher, dass das Angebot gut angenommen werden wird. „Das ist nicht nur für die Kinder wichtig, die aktuell immer noch Einrichtungen in den Nachbargemeinden besuchen müssen, sondern auch für ihre Eltern, die dann Beruf und Familie wieder besser miteinander vereinbaren können.“

Ähnliches Projekt existiert im Rhein-Lahn-Kreis

Dass das Spielen und Lernen in freier Natur sich in jeder Hinsicht positiv auf Kinder auswirkt, ist hinlänglich bekannt und belegt. Um sich noch besser über die neuen Möglichkeiten zu informieren, hat man aus Rech Kontakte nach Kördorf im Rhein-Lahn-Kreis geknüpft. Dort steht ein ähnlicher Wagen mit ähnlichem pädagogischem Konzept.

Daniel Gemmer vom dortigen Elternausschuss erzählte beim Termin in Rech: „Der erste Jahrgang aus unserem Waldkindergarten kommt jetzt in die Grundschule. Und neben vielen anderen Erfahrungen, die wir gemacht haben, konnten wir zum Beispiel feststellen, dass die Bewegung an der frischen Luft den Kindern gesundheitlich sehr guttut. Die Zahl der Krankheitstage ist um bis zu 80 Prozent zurückgegangen.“ Aber nicht nur deshalb wollen sich die beiden Ortsgemeinden in Sachen Waldkindergarten weiter austauschen.

In Rech steht jetzt alles bereit, und der Wagen steht mittlerweile auch keineswegs mehr allein am in Richtung Mayschoß gelegenen Ortsrand. Zwar blickt man von ihm immer noch über das vor fast einem Jahr von der Ahr verwüstete Tal. Aber direkt um ihn herum ist eine schmucke kleine Landschaft mit Spielplatz und Kleinspielfeld entstanden, die auch anderen offen stehen soll. „Wir kommen wieder, wenn hier alles in Betrieb ist, und freuen uns schon jetzt darauf“, versprach Manuela Lewentz-Twer zum – vorläufigen – Abschied.